- 16.08.2016, 12:58:37
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Caritas zu Integrationsbericht: „Wir brauchen nachhaltige Lösungen und keine kurzfristigen Notmaßnahmen!“
Landau: „Österreich ist als Land sehr gut aufgestellt, bei uns herrscht kein Notstand. Für die Zukunft ist ein Gesamtkonzept für Flucht, Migration und Integration nötig.“
Utl.: Landau: „Österreich ist als Land sehr gut aufgestellt, bei uns
herrscht kein Notstand. Für die Zukunft ist ein Gesamtkonzept
für Flucht, Migration und Integration nötig.“ =
Wien (OTS) -
„Flucht und Migration sind Grundrealitäten menschlichen Lebens. In
einer Welt, die sich immer schneller dreht und die immer weiter
zusammenwächst, brauchen wir in Österreich und in Europa dringend ein
Gesamtkonzept zu diesen Fragen“, fordert Caritas Präsident Michael
Landau anlässlich der Präsentation des Integrationsberichts. „Viele
Menschen spüren aufgrund der aktuellen Veränderungen eine
Verunsicherung. Es ist daher umso wichtiger, bei den Fakten zu
bleiben. Nur mit Vernunft und Sachlichkeit können wir die
Herausforderungen gemeinsam bewältigen.“
Integrationsbemühungen verstärken: wer hier spart, spart teuer!
„Der heute vorgelegte Integrationsbericht merkt positiv an, dass das
Integrationsklima in Österreich besser ist als im Vorjahr – ein
deutliches Anzeichen dafür, dass die Österreicherinnen und
Österreicher einen differenzierten Blick haben und solidarischer mit
Menschen in Not sind, als von Politik und Medien oftmals
dargestellt“, so Landau.
„Integration passiert in der konkreten Begegnung zwischen Menschen.
Integration passiert zwischen Mitbürgern und Nachbarn, deshalb kommt
den Gemeinden hier eine entscheidende Rolle zu. Für eine ausgewogene
Verteilung der Geflohenen müssen nicht nur in den Städten, sondern
auch auf dem Land Perspektiven geschaffen werden. Wir müssen unsere
Anstrengungen, etwa beim Ausbau von Bildungs- und
Qualifizierungsangeboten, insbesondere für junge Menschen,
intensivieren“, appelliert Landau. „Uns muss bewusst sein, dass
kurzfriste Kosten und Investitionen sich mittel- und langfristig
rechnen werden. Integration zu erleichtern, heißt Sprachförderung von
Anfang an zu ermöglichen. Arbeit ist ein hervorragender
Integrationskatalysator. Es ist kurzsichtig, Menschen, insbesondere
junge AsylwerberInnen, zum Nichtstun zu zwingen. Denn nur wer Zugang
zum Arbeitsmarkt hat, kann einen gesellschaftlichen Beitrag leisten.“
Landau weiter: „Die Bemühungen von Bundesminister Sebastian Kurz und
Staatssekretärin Muna Duzdar für ein Integrationspaket sind zu
würdigen und der Integrationsbericht macht nicht nur wichtige
Projekte sichtbar, sondern auch den Fortschritt deutlich. Aber diesen
Weg müssen wir, gerade auch angesichts der aktuell fordernden
Situation, entschieden weitergehen.“
Notverordnung gefährdet Menschenrechte
„Es ist nachvollziehbar, wenn Bundeskanzler, Vizekanzler, Außen- und
Innenminister dafür Sorge tragen, dass Österreich die Instrumente
hat, um mit einer größeren Flüchtlingsbewegung auch dann gut
umzugehen, wenn keine europäische Lösung gelingen sollte“, so Landau.
„Aber Österreich ist gut aufgestellt. Ich sehe keinen Notstand, auch
dort nicht, wo es um Menschen auf der Flucht geht. Die Zahl der
verfügbaren Arbeitsplätze ist keine statische Größe. Die
Aufnahmefähigkeit des heimischen Arbeitsmarktes ist abhängig von der
wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Landes. Die Politik ist an
dieser Stelle gefordert, mit Ideen und weniger Bürokratie neue
Chancen zu schaffen.“
Wenn jetzt eine Notverordnung in Kraft tritt, würde das einerseits
einen nicht vorhandenen Notstand in Österreich konstruieren und
andererseits Menschenrechte massiv gefährden, so Landau. Die
Notverordnung würde etwa das Recht auf Asyl gefährden, weil die
Asylgründe nur noch in wenigen Ausnahmefällen geprüft würden.
Langfristige Lösung: Fluchtursachen bekämpfen
„Es geht darum, Menschen vor Ort in den Krisenregionen dieser Welt zu
helfen. Klar ist: Die Hilfe vor Ort hilft nicht von heute auf morgen.
Dennoch und gerade auch deshalb können und müssen wir den Menschen
bereits heute dabei unterstützen, Sicherheit und Perspektiven für
sich und ihre Kinder zu finden. Auch ein kleines Land wie Österreich
könnte hier humanitäre Größe beweisen und einen Beitrag leisten,
nicht zuletzt im Bereich Entwicklungszusammenarbeit, wo die
Bundesregierung trotz geplanter Erhöhungen noch immer weit von ihren
selbst gesteckten Zielen entfernt ist“, so Landau.
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