• 11.08.2016, 22:00:02
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Neues Volksblatt: "Rot-blaue Karotte" von Markus EBERT

Ausgabe vom 12. August 2016

Utl.: Ausgabe vom 12. August 2016 =

Linz (OTS) - Es ist schon bemerkenswert, mit welchem Enthusiasmus die
rot-blaue Linzer Stadtkoalition den Abriss der Eisenbahnbrücke
begleitet. Dass gestern bei einer Pressekonferenz anlässlich des
„Ausschwimmens“ des ersten Stromtragwerkes sowohl Bürgermeister Klaus
Luger (SPÖ) als auch Verkehrsstadtrat Markus Hein (FPÖ) über das Ende
dieses Linzer Wahrzeichens ein paar Krokodilstränen vergossen — „Teil
des Linzer Stadtbildes, Ära geht zu Ende“ —, mag einem letzten Rest
an schlechtem Gewissen geschuldet sein. Für den Bürgermeister
jedenfalls beginnt nun eine mehrjährige Fastenzeit, hatte der doch
vor zwei Jahren noch gemeint, man brauche die neue Brücke „wie einen
Bissen Brot“. Doch dass diese neue Brücke, wie jetzt versprochen, im
August 2020 tatsächlich begeh- und befahrbar sein wird, glaubt wohl
Luger selbst nicht — immerhin galt vor einem Jahr noch der Mai 2020
als Fertigstellungstermin. Was solche Festlegungen wert sind, sieht
man am Westring: Dieser, so sagt LR Günther Steinkellner im
Interview, sei ein Beispiel dafür, wie schwierig mittlerweile
Infrastrukturprojekte umzusetzen seien.
Täglich und auf Jahre hinaus tausende Fußgeher, Radfahrer,
Öffi-Nutzer und Autofahrer in stauende Umwege zu schicken ist auch
ein Beispiel — und zwar dafür, wie man Verkehrspolitik nicht macht.
Hauptsache, man hängt uns das Brückenmodell auf vielen Schautafeln
wie eine Karotte vor die Nase.

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