• 11.08.2016, 12:01:17
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Neue Social-Business-Initiative: Förderung für Start-ups mit Mehrwert

Sozialministerium und Nationalstiftung fördern Social Entrepreneure mit 3 Mio. Euro – Geschäftsmodelle als Antworten auf gesellschaftliche Herausforderungen

http://www.apa-fotoservice.at/galerie/8054 Im Bild
v.l.: Prof. Dr. Markus Hengstschläger (Stellvertretender
Vorsitzender des Rates für Forschung- und Technologieentwicklung),
Mag. Edeltraud Stiftinger (Geschäftsführerin der Austria
Wirtschaftsservice GmbH), Alois Stöger (Sozialminister), Mag. Günter
Thumser (Vize-Präsident der Industriellenvereinigung Wien), Gabriele
Gottwald-Nethaniel (Obfrau von garbarage upcycling design), Hannah
Lux (GF Vollpension)

Utl.: Sozialministerium und Nationalstiftung fördern Social
Entrepreneure mit 3 Mio. Euro – Geschäftsmodelle als Antworten
auf gesellschaftliche Herausforderungen =

Wien (OTS) - Die österreichische Gesellschaft steht vor vielfältigen
Herausforderungen: Integration und soziale Inklusion, Arbeitsmarkt,
(Aus-)Bildung und Umwelt sind nur einige der derzeit hochaktuellen
Themen. Eine unternehmerische Antwort darauf bieten Social Businesses
– also Organisationen, die eine positive gesellschaftliche Wirkung
als oberstes Ziel haben und gleichzeitig auf die Erwirtschaftung von
Markteinkünften ausgerichtet sind.

Die dynamische Entwicklung dieses neuen unternehmerischen Ansatzes am
Wirtschaftsstandort Österreich wurde durch eine von der
Wirtschaftsuniversität Wien durchgeführten Umfrage unter Expertinnen
und Experten belegt: In den nächsten zehn Jahren wird zumindest eine
Verdoppelung auf rund 3.200 Organisationen im Bereich der Social
Businesses erwartet. Das entspricht einer Wachstumsrate von 7,2 % p.
a. mit jährlich 160 neuen Projekten.

Mit dem neuen Programm „aws Social Business Call“ fördern das
Sozialministerium, die Nationalstiftung für Forschung, Technologie
und Entwicklung auf Basis der Empfehlung des Rates für Forschung und
Technologieentwicklung und die Förderbank des Bundes – Austria
Wirtschaftsservice (aws) nun erstmals vielversprechende Projekte
österreichischer Social Entrepreneure. Der Schwerpunkt liegt dabei
auf der Unterstützung und Weiterentwicklung von bestehenden
Unternehmen und Start-ups, die soziale und ökologische
Herausforderungen mit einem unternehmerischen Zugang lösen. Die
Förderinitiative umfasst zwei Call-Module mit insgesamt drei
Millionen Euro. Der Pilot-call zu „aws Social Business“ startet am 1.
September 2016.

Social Business als zusätzlicher Hebel gegen
Langzeitarbeitslosigkeit; auch innovative Start-ups werden
unterstützt

Eines der wichtigsten Anliegen der österreichischen Bundesregierung
sind die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und die Schaffung von neuen
Jobs. Dabei braucht die Reintegration von langzeitarbeitslosen
Menschen in den Arbeitsmarkt besondere Anstrengungen. Hier bieten
Social Businesses, die einen speziellen Fokus auf diese
Arbeitsmarktintegration richten, neue Lösungsansätze und zusätzliche
Möglichkeiten.

„Es gibt in Österreich eine lange Tradition von sozialem Engagement
und eine starke Zivilgesellschaft: Vereine und Sozialunternehmen
leisten mit ihren Initiativen einen unverzichtbaren Beitrag zum
gesellschaftlichen Zusammenhalt. Mit dem Social Business Call wollen
wir auch das große Potenzial für soziale Innovationen durch
unternehmerisches Denken nutzen und unterstützen, um aktuelle
Herausforderungen am Arbeitsmarkt zu adressieren“, erklärt
Sozialminister Alois Stöger. „Mit den Fördermitteln des
Sozialministeriums unterstützen wir daher jene Projekte, die
innovative und mutige Wege finden, Menschen neue Chancen auf den
Einstieg oder Wiedereinstieg ins Erwerbsleben bieten und zur
Arbeitsmarktintegration beitragen. Dabei richten wir uns mit dem Call
sowohl an bestehende sozioökonomische Unternehmen, die Social
Business-Projekte durchführen möchten, als auch an neue Start-ups in
diesem Bereich.“
Der Rat für Forschung und Technologieentwicklung hat sich bereits im
Mai 2015 in seiner Empfehlung zu Social Business für ein eigenes
Förderungsprogramm ausgesprochen: „Wir sehen es als unabdingbar, das
Innovationspotential von Social Businesses in Österreich zur Lösung
gesellschaftlicher Herausforderungen zu heben. Der
Wirtschaftsstandort Österreich braucht Dynamik und Innovation. Social
Entrepreneure gehen einen neuen Weg und setzen damit dringend
notwendige Impulse für die Zukunft“, so Markus Hengstschläger,
stellvertretender Vorsitzender des Rates für Forschung und
Technologieentwicklung.

Günter Thumser, Vize-Präsident der Industriellenvereinigung Wien und
Vorsitzender des IV-Ausschusses Bildungs- und Gesellschaftspolitik,
erklärt: „Wenn wir eine positive gesellschaftliche Veränderung in
Österreich wollen, dann brauchen wir nicht nur eine
unternehmerfreundliche, sondern auch eine
sozialunternehmerfreundliche Politik. Social Businesses verbinden das
Beste aus zwei Welten: Unternehmerischer Zugang, Innovationskraft und
Mut zum Risiko treffen auf den Willen, gesellschaftliche Probleme zu
lösen. Dies stärkt die gesellschaftliche Stabilität, die ein
wichtiger Standort- und Wettbewerbsfaktor ist. Wir möchten deshalb
Sozialunternehmen unterstützen - auch mit unserer neuen
Informationsbroschüre „Social Innovation - Social Business - Social
Investment.“

http://www.ots.at/redirect/iv-net

Finanzierungsbedingungen als größte Hürde für Social Business

Eine 2015 erstmals von der Wirtschaftsuniversität Wien durchgeführte
Studie zum Thema Social Business zeigt, mit welchen entscheidenden
Herausforderungen es diese Unternehmen zu tun haben: Demnach liegen
das größte Hemmnis und und auch gleichzeitig das höchste Potenzial
zur Beschleunigung des Wachstums dieses Sektors in den Bereichen
Finanzierung und Bildung. Auch die im Frühjahr 2016 von Joanneum
Research durchgeführte Befragung unter 125 Social Businesses kommt
zum Ergebnis, dass es dringend verbesserte Finanzierungsmöglichkeiten
braucht. Konkret nannten 76 % der Befragten Kapitalverfügbarkeit und
Finanzierungsbedingungen als größte Barrieren bei der Gründung und
Umsetzung ihres Social Businesses.

Die aws Geschäftsführerin Edeltraud Stiftinger ergänzt: „Social
Entrepreneure haben primär im Bereich der Finanzierung
Schwierigkeiten. Wir freuen uns daher besonders, dass wir nun im
Rahmen des aws Social Business Call vielversprechende Unternehmen
fördern können. Mit neuen Projekten können Social Businesses Chancen
ergreifen, alternative Geschäftsmodelle umsetzen und den jungen,
aufstrebenden Sektor weiter vorantreiben.“

„Indem wir Designprodukte mit Personen mit einem weniger
‚stromlinienförmigen‘ Lebenslauf herstellen, zeigen wir, wie
sozialintegrative Arbeit ein eigenständiges Innovationspotenzial
entfalten kann“, sagt die Initiatorin und Obfrau von gabarage
upcycling desgin, Gabriele Gottwald-Nathaniel und fährt fort: „Gerade
in frühen Phasen der Transformation hin zum Social Business ist
Unterstützung entscheidend.“ Wie viel Potenzial im österreichischen
Social Business-Sektor vorhanden ist, zeigen weitere Vorzeigeprojekte
wie etwa das Generationencafé „Vollpension“. "Es gibt viele
wirkungsvolle Social Business Initiativen in Österreich mit so viel
Potential. Als kleines Social Business Start-Up kann man wirklich
jede Form der Unterstützung gebrauchen. Ich freue mich sehr, dass
sich hier nun etwas tut!", so Geschäftsführerin des Generationencafés
„Vollpension“ Hannah Lux.

Ausschreibung startet mit 1. September

Der „aws Social Business Call“ startet am 1. 9. 2016 und endet am 1.
12. 2016. Dabei fördert die aws Social Businesses mit bis zu 100.000
Euro in Form eines nicht rückzahlbaren Zuschusses. Insgesamt umfasst
die Förderinitiative drei Millionen Euro, die durch das
Sozialministerium und die Nationalstiftung für Forschung, Technologie
und Entwicklung in zwei Call-Modulen getragen werden.

Im Modul des Sozialministeriums werden Social Businesses unterstützt,
die durch innovative Produkte und Dienstleistungen mittelbar und/oder
unmittelbar zur Arbeitsmarktintegration von
Langzeitbeschäftigungslosen beitragen und Instrumente zur Befähigung,
Qualifizierung und (Aus-)Bildung entwickeln. Die Nationalstiftung für
Forschung, Technologie und Entwicklung fördert Start-ups, die
innovative Produkte und Dienstleistungen in weiteren definierten
Bereichen entwickeln und anbieten.

Mehr Informationen zum Call unter www.awsg.at/socialbusinesscall

Über die Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws)

Die Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws) ist die Förderbank des
Bundes. Als Spezialbank im öffentlichen Eigentum ist sie auf
Unternehmensfinanzierung mit den Schwerpunkten „Gründungen“ und
„Wachstum und Industrie“ ausgerichtet. Durch die Vergabe von
zinsgünstigen Krediten, Garantien, Zuschüsse sowie Eigenkapital
unterstützt sie Unternehmen bei der Umsetzung ihrer innovativen
Projekte. Ergänzend werden spezifische Informations-, Beratungs-,
Service- und Dienstleistungen für angehende, bestehende und
expandierende Unternehmen angeboten.

Weitere Bilder unter: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/8054

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

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