- 04.08.2016, 10:08:46
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Ärztekammer weist Aussagen Bachingers entschieden zurück
Einen ganzes Berufsstand diskreditiert - „Letztklassig, wenn ein Patientenanwalt den kassenärztlichen Bereich als ‚zweitklassig‘ bezeichnet“
Utl.: Einen ganzes Berufsstand diskreditiert - „Letztklassig, wenn
ein Patientenanwalt den kassenärztlichen Bereich als
‚zweitklassig‘ bezeichnet“ =
Wien (OTS) - Johannes Steinhart, Obmann der Kurie niedergelassene
Ärzte und Vizepräsident der Ärztekammer für Wien, empört sich über
die von Niederösterreichs Patientenanwalt Gerald Bachinger gemachten
Aussagen im heutigen Ö1-Morgenjournal. „Dass ein Patientenanwalt den
kassenärztlichen Bereich als ‚zweitklassig‘ bezeichnet, finde ich
absolut letztklassig“, so Steinhart. ****
Es sei schlichtweg „unzumutbar und auch unverständlich, wenn ein
politisch installierter sogenannter ‚Patientenanwalt‘
Pauschalverurteilungen gegenüber einer seit Jahrzehnten bewährten
kassenärztlichen Primärversorgung in Einzelordinationen ausspricht.“
Dass Bachinger von einer „defizitären Versorgung in
Einzelordinationen“ spricht, zeige in erschreckender Weise, wie wenig
er über die tägliche und unermüdliche Arbeit von Kassenärzten wisse.
Auch die weiteren Anschuldigungen Bachingers halten der Realität
nicht stand. Steinhart: „Sehr wohl ist die Ärztekammer zu neuen
Primärversorgungsmodellen bereit – wie man auch mit einem Blick nach
Wien erkennen kann.“ Das in Wien betriebene erste und bundesweit
einzige PHC-Zentrum habe sich von Anfang an als absolutes
Erfolgsmodell bewiesen.
„Während in Wien nach dem Vorbild des ‚PHC MedizinMariahilf‘ auf
bewährten Strukturen aufgebaut wird, wünscht sich der Patientenanwalt
im Gegenzug, ein gut funktionierendes Versorgungssystem zu
zerschlagen“, kritisiert Steinhart, der auch die Frage aufwirft, wann
Bachinger überhaupt an den Verhandlungen zum PHC-Gesetz teilgenommen
hat: „Während wir als Ärztekammer an konstruktiven Gesprächen
teilnehmen, diskreditiert er lieber die ausgezeichnete Arbeit der
Kassenärzte in Einzelordinationen.“ Mit solch unreflektierten
Aussagen disqualifiziere sich Bachinger aber von selbst, betont
Steinhart.
Vielmehr sollte sich der niederösterreichische „Patientenanwalt“
um die wirklichen Sorgen der Patienten, wie beispielsweise fehlende
Kassenverträge, veraltete Leistungskataloge der Krankenkassen sowie
überbordende Bürokratie in allen Belangen der Gesundheitsversorgung,
kümmern, rät Steinhart, für den die jüngsten Aussagen von Bachinger
einmal mehr „an der Sinnhaftigkeit der Profession ‚Patientenanwalt‘
nach politischem Entscheid und Abhängigkeit zweifeln lassen“.
Die wiederholte Entgleisung Bachingers sei einmal mehr Beweis
dafür, wie wichtig es sei, dass es, wie in Wien, von Patienten direkt
gewählte Patientenombudsleute gibt, die sich tatsächlich um die
Anliegen der Patienten kümmern, „und das ganz ohne Abhängigkeit von
politischen Motiven“. Steinhart fordert von Bachinger eine „rasche
und unmissverständliche Entschuldigung gegenüber der niedergelassenen
Ärzteschaft in Österreich“. (lsd)
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