Neues Volksblatt: "Zeitbombe" von Harald GRUBER

Ausgabe vom 3. August 2016

Linz (OTS) - Im Linzer Finanzskandal rund um den Swap 4175 wird es keinen Sieger geben, sondern letztlich nur Verlierer. Soviel steht heute schon fest. Übrigens teilt diese grundsätzliche Einschätzung auch der am Handelsgericht Wien zuständige Richter, wenn er ausschließt, dass der Prozess nur auf einer Seite schuldhaftes Verhalten zu Tage befördern wird. Somit ist auch auszuschließen, dass die Bawag PSK ihre gestern neuerlich geltend gemachten Ansprüche auf 617 Millionen Euro (417 Millionen Schadenssumme plus 100.000 Euro Zinsen pro Tag seit März 2011) zur Gänze durchsetzen kann.
Aber: Der wohl größte Verlierer in der gesamten Affäre ist im Gerichtssaal gar nicht präsent, nämlich die Linzer Bevölkerung. Sie wird letztlich auslöffeln — sprich bezahlen — müssen, was unter den Augen der SPÖ-Granden Dobusch und Mayr vorgefallen ist.
Umso verwunderlicher, dass der seit November 2013 amtierende Linzer Bürgermeister Klaus Luger die Zeitbombe Swap bisher ticken ließ und keine Anstalten machte, die Zerstörungskraft des Deals durch eine kontrollierte juristische Sprengung — sprich durch eine außergerichtliche Einigung mit der Bank — einzudämmen. Das neue Gutachten kann jedoch eine neue Phase einläuten. Dann nämlich, wenn nicht mehr das Mikado-Prinzip („Wer sich zuerst bewegt, verliert!“) gilt, sondern die tatsächliche Schadens- und Verschuldensverteilung daraus vom Richter definitiv abgeleitet werden kann.

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