- 02.08.2016, 22:00:01
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Neues Volksblatt: "Zeitbombe" von Harald GRUBER
Ausgabe vom 3. August 2016
Utl.: Ausgabe vom 3. August 2016 =
Linz (OTS) - Im Linzer Finanzskandal rund um den Swap 4175 wird es
keinen Sieger geben, sondern letztlich nur Verlierer. Soviel steht
heute schon fest. Übrigens teilt diese grundsätzliche Einschätzung
auch der am Handelsgericht Wien zuständige Richter, wenn er
ausschließt, dass der Prozess nur auf einer Seite schuldhaftes
Verhalten zu Tage befördern wird. Somit ist auch auszuschließen, dass
die Bawag PSK ihre gestern neuerlich geltend gemachten Ansprüche auf
617 Millionen Euro (417 Millionen Schadenssumme plus 100.000 Euro
Zinsen pro Tag seit März 2011) zur Gänze durchsetzen kann.
Aber: Der wohl größte Verlierer in der gesamten Affäre ist im
Gerichtssaal gar nicht präsent, nämlich die Linzer Bevölkerung. Sie
wird letztlich auslöffeln — sprich bezahlen — müssen, was unter den
Augen der SPÖ-Granden Dobusch und Mayr vorgefallen ist.
Umso verwunderlicher, dass der seit November 2013 amtierende Linzer
Bürgermeister Klaus Luger die Zeitbombe Swap bisher ticken ließ und
keine Anstalten machte, die Zerstörungskraft des Deals durch eine
kontrollierte juristische Sprengung — sprich durch eine
außergerichtliche Einigung mit der Bank — einzudämmen. Das neue
Gutachten kann jedoch eine neue Phase einläuten. Dann nämlich, wenn
nicht mehr das Mikado-Prinzip („Wer sich zuerst bewegt, verliert!“)
gilt, sondern die tatsächliche Schadens- und Verschuldensverteilung
daraus vom Richter definitiv abgeleitet werden kann.
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