- 30.07.2016, 10:00:01
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Umweltdachverband zum Ausweisungsvorschlag für das Natura 2000-Gebiet Isel: Nicht ohne ihre Zubringer!
- UWD weist EU-Kommission auf offenbar bewusste Herausnahme wertvoller Flussabschnitte aus Natura 2000 aufgrund geplanter Wasserkraftanlagen hin
Utl.: - UWD weist EU-Kommission auf offenbar bewusste Herausnahme
wertvoller Flussabschnitte aus Natura 2000 aufgrund geplanter
Wasserkraftanlagen hin =
Wien (OTS) - UWD an Land Tirol: Isel-Zubringer Tauernbach, Kalserbach
und Schwarzach müssen in Schutzgebietskulisse einbezogen werden
Der Umweltdachverband bringt sich u. a. gemeinsam mit dem Kuratorium
Wald, dem Landschaftsschutzverein Osttirol und dem Alpenverein seit
vielen Jahren fachlich in die Diskussion einer Natura
2000-Gebietsnominierung der Isel ein – mit Erfolg, denn ihre
Nominierung ist mittlerweile fix. Allerdings enthält der
Ausweisungsvorschlag eklatante Lücken: „Der aktuelle
Ausweisungsvorschlag des Landes Tirol nimmt justament Teile jener
Fließgewässer vom Natura 2000-Schutz aus, an denen Wasserkraftanlagen
geplant sind“, sagt Franz Maier, Präsident des Umweltdachverbandes.
„Wir haben die Situation eingehend analysiert und diesen Missstand in
einer offiziellen Stellungnahme der Kommission gemeldet.“ Konkret
betroffen sind der Tauernbach, der überhaupt nicht, sowie Kalserbach
und Schwarzach, die nur mit sehr kurzen Abschnitten Teil des
zukünftigen Schutzgebiets werden sollen. Doch auch diese Teile der
Isel-Zubringer beherbergen Kernhabitate der Ufer-Tamariske, Myricaria
germanica, und müssen daher ebenfalls nominiert werden.
Aktuelle Schutzgebietsgrenzen konterkarieren Vorgaben und Ziele
der FFH-Richtlinie
Um die wertvollen Lebensräume der Ufer-Tamariske zu sichern, muss das
gesamte Flussökosystem in seiner ursprünglichen Charakteristik
bewahrt werden. Insbesondere geht es dabei darum, die natürliche und
ursprüngliche Flussdynamik der Isel und ihrer Zubringer und den
unverkennbaren Wildfluss- bzw. Wildbachcharakter zu erhalten. Nur so
kann es gelingen, die Lebensräume der Ufer-Tamariske sowie wichtiger
Tierarten, wie der Koppe, zu erhalten und die Bestände im gesamten
Flussgebietssystem bzw. Schutzgebiet zu sichern. „Wir sagen daher
klar NEIN zu einem Ausweisungsvorschlag, der ein Stückwerk ist und
bloß unwirtschaftlichen Kraftwerksprojekten Tür und Tor öffnen will.
Mit seiner Stellungnahme an die EU-Kommission fordert der
Umweltdachverband vom Land Tirol, sich endlich uneingeschränkt zu
seinen Natura 2000-Verpflichtungen zu bekennen und mit einer
kohärenten Ausweisung den Ansprüchen an ein funktionierendes
Schutzgebietsnetzwerk gerecht zu werden. Die Vorgehensweise,
ökologisch widersinnige Kraftwerksprojekte vor EU-Recht zu stellen,
ist im Sinne eines zukunftsfähigen Naturschutzes und einer modernen
Energieraumplanung entschieden abzulehnen“, so Maier abschließend.
Stellungnahme des Umweltdachverbandes zum Ausweisungsvorschlag für
das Gletscherflusssystem „Isel und Zubringer“:
http://www.umweltdachverband.at/assets/Umweltdachverband/Publikatione
n/Stellungnahmen/UWD-Stellungnahme-Natura2000-Isel-Zubringer.pdf
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