• 18.07.2016, 15:13:45
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Türkei: Wirtschaftsleben geht wieder ungestört weiter

Türkische Regierung plant Wirtschaftsförderungsmaßnahmen, um Investoren zu halten – Türkei gehört zu den Top-20 Wirtschaftspartnern Österreichs.

Utl.: Türkische Regierung plant Wirtschaftsförderungsmaßnahmen, um
Investoren zu halten – Türkei gehört zu den Top-20
Wirtschaftspartnern Österreichs. =

Wien (OTS) - „Nach dem missglücktem Putschversuch ist die Lage in der
Türkei wieder ruhig und das Geschäftsleben nimmt seinen gewohnten
Lauf“, berichtet Georg Karabaczek, österreichischer
Wirtschaftsdelegierter in Istanbul. Die türkische Zentralbank ist
bemüht, die wirtschaftliche Stabilität im Land zu gewährleisten.
Dies soll unter anderem durch den für Banken unbeschränkten Zugang zu
liquiden Mitteln erreicht werden, auch die Provision für
Tagesgeschäfte wird auf null Prozent gesetzt. Alle Auslandswährungen
werden für die Besicherung dieser Liquiditätsspritzen akzeptiert, die
aktuelle geltende Grenze von 50 Milliarden US-Dollar gilt somit nur
noch auf dem Papier und kann gegebenenfalls erhöht werden. Mit einem
massiven Wirtschaftspaket, das in den nächsten Wochen präsentiert
werden soll, will die Regierung dem Ausbleiben von ausländischen
Investitionen entgegenwirken und weiter Kapital anziehen. Unter den
derzeitigen Bedingungen (Syrienkrieg, Flüchtlingskrise etc.) leidet
vor allem die türkische Tourismuswirtschaft. Die Rückgänge machten
bereits vor den jüngsten Entwicklungen bis zu -40 Prozent aus. Der
Anteil des Tourismus am türkischen BIP liegt bei etwa 15 Prozent.

„Bereits vor dem Putschversuch hatte die türkische Regierung mehrere
Maßnahmen gesetzt, um das Wirtschaftswachstum im Land in Schwung zu
bringen“, so Karabaczek. Darunter fallen die Einführung eines Pakets
zur Erleichterung von ausländischen Investitionen und einem besseren
Zugang zum Arbeitsmarkt für ausländische Investoren, welche in
Zukunft für die Mitarbeiter der türkischen Niederlassungen eine
sogenannte „Türkise Karte“ beantragen können. Zusätzlich werden
regionale Maßnahmen gesetzt, zu denen die Einrichtung von 26
speziellen Investmentzonen mit Zugang zu zinsfreien Krediten zählen.
In bestimmten Regionen werden wichtige Schritte für die
Projektrealisierung direkt von der öffentlichen Hand übernommen,
Investoren sollen nach Abschluss des Projekts nur noch übernehmen
brauchen. Besondere Anreize sollen dabei für den Osten und Südosten
der Türkei mit Investitionsförderungen etwa im Textil- und
Lebensmittelbereich geschaffen werden. Man rechnet damit, dass die
Förderpakete bis spätestens Jahresende verfügbar sein werden.

Für Österreich gehört die Türkei - sowohl die Exporte als auch die
Importe betreffend - zu den Top-20 Wirtschaftspartnern. Das
Außenhandelsvolumen (Waren und Dienstleistungen) machte im Jahr 2015
rund vier Milliarden Euro aus. Die Waren-Exporte in die Türkei
stiegen im Jahr 2015 um 16,2 Prozent, die Importe um 12,2 Prozent.
Österreich ist nach den USA und den Niederlanden der drittgrößte
Auslandsinvestor im Land. (PWK549/BS)

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