• 13.07.2016, 14:53:32
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Gemeinsames Komitee: Kärnten und Slowenien als Achse des Positiven

Bilaterales Treffen zwischen LH Kaiser und Sloweniens Stv. Ministerpräsidenten und Außenminister Erjavec – LHStv.in Prettner und LR Holub leiteten Arbeitskreise

Utl.: Bilaterales Treffen zwischen LH Kaiser und Sloweniens Stv.
Ministerpräsidenten und Außenminister Erjavec – LHStv.in
Prettner und LR Holub leiteten Arbeitskreise =

Klagenfurt (OTS/LPD) - Im slowenischen Brdo fand heute, Mittwoch, die
dritte Sitzung des Gemeinsamen Komitees Slowenien-Kärnten/Skupni
odbor Slovenija-Koroška unter dem Vorsitz von Karl Erjavec, Stv.
Ministerpräsident und Minister für auswärtige Angelegenheiten der
Republik Slowenien, und Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser statt.
Zwischen dem slowenischen Außenminister und dem Kärntner
Landeshauptmann gab es davor ein bilaterales Treffen. In den
Arbeitskreissitzungen mit unter anderem Gesundheitsreferentin
LHStv.in Beate Prettner und Umweltreferent LR Rolf Holub wurden
Ergebnisse, künftige gemeinsame Projekte und die weitere
grenzüberschreitende Zusammenarbeit thematisiert.

Erjavec unterstrich dabei die Wichtigkeit der regionalen
Zusammenarbeit zwischen Slowenien und Kärnten in international
unruhigen Zeiten der Migrationsströme, des „Brexit „und vielem mehr.
Kaiser bezeichnete die gute Kooperation als Achse des Positiven, aus
der viele Projekte erwachsen könnten. „In einer digitalisierten Welt
stehen wir vor der Herausforderung der Gesellschaft 4.0, die
Herausforderungen in sich birgt, aber noch viel mehr Chancen bietet.
Gute regionale Kontakte werden immer wichtiger, um die
Herausforderungen der Zukunft zu meistern“, so der Landeshauptmann.
Während Kaiser Erjavec noch einmal zum 25-jährigen Bestehen der
Republik Slowenien gratulierte, bedankte sich der Außenminister noch
einmal für die Unterstützung Österreichs und Kärntens während und
nach den geschichtsträchtigen Ereignissen im Jahr 1991. Ein wichtiges
Gesprächsthema waren die Migrationsströme, die wichtige strategische
Entscheidungen seitens der Europäischen Union verlangen würde. Kaiser
sehe einen möglichen Lösungsansatz darin, neben finanziellen Mitteln
für die Sicherung der europäischen Grenzen auch in den Krisengebieten
Geld zu investieren, wo Entwicklung ermöglicht und dadurch
unkontrollierte Migrationsströme vermieden würden. „Ich denke wir
können unsere Zusammenarbeit auf die nächste Ebene heben und bei
unserem nächsten Treffen 2017 in Kärnten bereits über gemeinsame
europäische Projekte sprechen, die gemeinsam umgesetzt werden. Etwa
in den Bereichen Energie und Gesundheit“, erklärte Kaiser.

Die Arbeitskreissitzungen des Gemeinsamen Komitees finden einmal
pro Jahr, abwechselnd in Slowenien und Kärnten statt. Die drei
Arbeitskreise „Räumliche Vernetzung, Umweltschutz und Förderung einer
effizienten Nutzung natürlicher Ressourcen“ (Kärntner Vorsitzführung:
LR Rolf Holub), „Vernetzung von Menschen“ (Kärntner Vorsitzführung:
LHStv.in Beate Prettner) sowie „Wirtschaft und Tourismus, Kultur,
Landwirtschaft und ländliche Entwicklung (Kärntner Vorsitzführung:
LHStv.in Gaby Schaunig, in Vertretung LAbg. Bgm. Jakob Strauß)
arbeiten das ganze Jahr über. Am Ende der Sitzung wurde eine
gemeinsame schriftliche Erklärung beschlossen, die die einzelnen
bearbeiteten Themenbereiche beinhaltet.

Bei den Arbeitskreissitzungen wurden folgende 13 Themenkomplexe
behandelt: Raumplanung, Umwelt, Katastrophenschutz, Energie, Verkehr,
Öffentliche Verwaltung, Arbeit und Soziales, Gesundheit, Bildung und
Wissenschaft, Sport, Wirtschaft und Tourismus, Kultur und
Landwirtschaft und Ländliche Entwicklung.

Im Rahmen der Arbeitskreissitzungen gab es seitens Kärntens auch
neue Themenvorschläge für eine engere Zusammenarbeit. Im elementaren
Bildungsbereich der Kindergärten soll der Austausch von
Kindergartenpädagoginnen zwischen Kärntner zweisprachigen
Kindergärten und slowenischen Kindergärten forciert werden und Native
Speakers zum Einsatz kommen. Im Sportbereich sollen zwischen dem
Olympiazentrum Klagenfurt und den fünf slowenischen
Olympia-Fachzentren die Synergien durch konkrete
Kooperations-projekte genutzt werden. Zudem soll die Zusammenarbeit
zwischen dem Olympiazentrum Klagenfurt bzw. dem Institut für
Sportmedizin in Klagenfurt und der Fakultät für Sport der Universität
Laibach ausgebaut werden. Im Kulturbereich ist der Aufbau eines
überregionalen kulturtouristischen Netzwerkes angedacht. Zudem wurden
die slowenischen Arbeitskreisvertreter über geplante Veranstaltungen
und Ausstellungen der Landesausstellung 2020 informiert.

Weitere Arbeitskreissitzungsthemen waren Im Umweltbereich der
Geopark Karawanken, im Verkehrsbereich der Bau der zweiten Röhre des
Karawankentunnels und Ausbaupläne der Eisenbahnstrecke Bleiburg -
Prevalje. Um den Kohlenstoffausstoß zu vermindern und die
Erderwärmung einzudämmen, müsse verstärkt auf erneuerbare Energie
gesetzt werden, so Holub. Er erklärte auch, ausführlich über die
Zukunft des Atomkraftwerkes Krsko informiert worden zu sein. Zudem
wies Holub auf die Encore-Konferenz im September in Kärnten hin.

Im Sozialbereich kam unter anderem die Zusammenarbeit im Bereich
der Arbeitsmarktintegration von Migranten zur Sprache. „Im
Gesundheitsbereich arbeiten wir an neuen Wegen, für schwerkranke
Menschen die bestmögliche Hilfe bieten zu können“, betonte Prettner.
Informationsaustausch fand unter anderem auch in den Bereichen
territorialer Beschäftigungspakt; elektronische Gesundheitsakte und
Sozialhilfe statt.

Tourismusthemen waren die Projektfortsetzung des Alpe-Adria-Trail
und eine enge Zusammenarbeit bei der Nutzung und beim Ausbau des
Drauradweges. Im Bereich der Landwirtschaft gab es ein Erfahrungs-
und Meinungsaustausch über die gemeinsame EU-Agrarpolitik. Bei den
Projekten stand die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Rahmen des
Intereg V Programmes Slowenien-Österreich 2014-2020 auf der
Sitzungsagenda.

Weitere Delegationsmitglieder bei der Komitee-Sitzung bzw. dem
bilateralen Treffen waren der stellvertretende österreichische
Botschafter in Slowenien, Martin Hermges, der slowenische Botschafter
in Österreich, Andrej Rahten, Sloweniens Generalkonsul in Kärnten,
Milan Predan, Kärntens Gemeindebundpräsident Bürgermeister Peter
Stauber und Landesamtsdirektor Dieter Platzer.
(Schluss)

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