- 12.07.2016, 10:15:09
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Fish Dependence Day: Europa konsumiert das restliche Jahr importierten Fisch
Österreich verbraucht bis 19. Jänner alle heimischen Fisch-Ressourcen

Utl.: Österreich verbraucht bis 19. Jänner alle heimischen
Fisch-Ressourcen =
Wien (OTS) - Mit dem morgigen Tag hat Europa seine eigenen
Fisch-Ressourcen verbraucht und hängt für den Rest des Jahres von
Importen ab. Europa konsumiert bedeutend mehr Fisch- und
Meeresfrüchte-Produkte als in heimischen Gewässern gefischt werden
kann. Mehr als die Hälfte der Fisch-Nachfrage wird durch Importe
gedeckt, wovon mehr als 50 Prozent aus Entwicklungsländern stammen.
Nach Angaben der Food and Agriculture Organisation (FAO) konsumiert
Österreich 13,3 kg Fisch pro Kopf und Jahr und nimmt damit den 24.
Platz in der europäischen Rangliste ein. Portugal (56,8 kg), Litauen
(43,4 kg), Spanien (42,4 kg), Finnland (35,6 kg) und Frankreich (34,6
kg) haben den höchsten Pro-Kopf-Fischkonsum in der EU. Alle fünf
Länder machen alleine ein Drittel des gesamten europäischen
Fischkonsums aus. Durchschnittlich konsumiert jeder Europäer 23 kg
Fisch und Meeresfrüchte pro Jahr.
Seit sieben Jahren veröffentlicht die New Economics Foundation (NEF)
jährliche Berechnungen zur Fisch-Import-Abhängigkeit der EU und ihrer
Mitgliedsstaaten. Länder, die ihre Nachfrage durch eigene Produktion
decken können oder gar mehr produzieren als konsumieren, werden als
autonom bewertet (z. B.: Dänemark, Estland, Irland). Die meisten
Länder hängen jedoch von Importen ab, um ihre Konsum-Nachfrage
stillen zu können. Der europäische Fish Dependence Day fällt in
diesem Jahr auf den 13. Juli. Der Tag soll zum Ausdruck bringen, dass
der Kontinent bis dahin das Äquivalent aller eigenen
Fischerei-Produkte aufgebraucht hat. Die folgenden Länder haben die
höchste Abhängigkeit von außerhalb der EU importiertem Fisch, und
dementsprechend frühere Fish Dependence Days: Österreich (19.
Jänner), Slowenien und die Slowakei (5. Februar), Rumänien (22.
Februar), Belgien (23. Februar), Litauen (3. März), Italien (3.
April), Portugal (20. April), Deutschland (2. Mai), Spanien (10. Mai)
etc.
"Innerhalb eines Monats hat Österreich das Äquivalent aller
heimischen Fisch-Ressourcen aufgebraucht. Wir hängen stark von
Importen ab, vor allem aus Entwicklungsländern. Daher tragen der
Gesetzgeber, Handelsbetriebe und Konsumenten große Verantwortung im
Umgang mit den globalen marinen Ressourcen. Wir müssen uns besonders
der Auswirkungen auf Menschen in Entwicklungsländern bewusst sein,
die von Fisch als Einkommens- und Nahrungsquelle abhängen – und
verantwortlich mit den Ressourcen umgehen", betont Simone
Niedermüller, Fischerei-Expertin des WWF Österreich.
Vor 30 Jahren lag der europäische Fish Dependence Day noch im
September bzw. Oktober. In den letzten drei Jahrzehnten rückte dieser
Jahr für Jahr an einen früheren Tag im Kalender. Im selben Zeitraum
verstärkte sich das globale Problem der Überfischung der Meere
sukzessive. Heute sind 31,4 Prozent der weltweiten Fischbestände
überfischt und weitere 58,1 Prozent bis an die Grenzen befischt.
Illegale Fischerei erhöht den Druck auf Fischbestände zusätzlich.
Obwohl sich einige europäische Fischbestände, dank Maßnahmen der
Gemeinsamen Europäischen Fischerei-Politik stabilisiert haben, gelten
nach Angaben der EU-Kommission gegenwärtig 48 Prozent der
Fischbestände im Atlantik und gar 93 Prozent der Fischbestände im
Mittelmeer als überfischt. Es ist vorhersehbar, dass sich dieser
Trend verstärken wird, sollten keine einschneidenden Maßnahmen
getroffen werden. Überfischung wirkt sich auch negativ auf
Fischbestände in Entwicklungsländern aus, deren Einkommen und
Nahrungsgrundlage wesentlich von den wertvollen Meeres-Ressourcen
abhängen.
Um das Bewusstsein dafür unter Konsumenten zu stärken, hat der WWF
das europaweite Fish Forward Projekt initiiert. Dieses informiert
über die sozialen und ökologischen Auswirkungen unseres Fischkonsums
und rät zum Kauf von nachhaltigem Fisch: "Ob heimischer oder
importierter Fisch, Konsumenten sollten sich immer für das
nachhaltige Produkt entscheiden. Das hilft Ozeanen und Fischbeständen
sich zu erholen, unterstützt aber auch die Lebensgrundlage von
Menschen in Entwicklungsländern, die es am nötigsten haben", schließt
Niedermüller.
Mehr Informationen unter: www.fishforward.eu
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