• 12.07.2016, 08:56:43
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VKI: MPC-Fonds – Vier weiteren Hollandfonds droht Insolvenz

TVP überrascht Anleger im Hochsommer mit Liquidationsbeschlüssen

Utl.: TVP überrascht Anleger im Hochsommer mit
Liquidationsbeschlüssen =

Wien (OTS/VKI) - Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) führt –
im Auftrag des Sozialministeriums – rund um den MPC-Skandal eine
Reihe von Musterprozessen, Sammelklagen, Musterklagen nach deutschem
Kapitalanlager-Musterverfahren-Gesetz (KapMuG) und betreut auch ein
strafrechtliches Ermittlungsverfahren mit über 3.000
Privatbeteiligten, die über den VKI Schäden in Höhe von über 170 Mio
Euro geltend gemacht haben. Nun kündigt die TVP (Treuhänder) den
Gesellschaftern der Hollandimmobilien-Fonds 57, 59, 67 und 68 eine
Beschlussfassung bis 9.8.2016 über die Auflösung der Gesellschaft an;
bei Nichtzustimmung drohe allen Fonds die Insolvenz.

Kommanditisten der Holland Immobilien Fonds 57, 59, 67 und 68
bekommen in diesen Tagen Post vom Treuhänder TVP. Ein unbekannter
„Investor“ habe die Forderungen der Finanzierungsbank in allen vier
Fonds aufgekauft und wolle nunmehr rasch die Immobilien aus den Fonds
verwertet sehen. Dem Verkauf der Immobilien und der Liquidation der
Gesellschaft sollen die Gesellschafter bis spätestens 9.8.2016
zustimmen. Das „Zuckerl“: Der Investor verzichte darauf, die
erlangten Ausschüttungen (zwischen 24,5 – 38,6 Prozent der
Kommanditeinlage) zurückzufordern. Sollten die Gesellschafter aber
nicht zustimmen, drohe in allen vier Fonds die Insolvenz.

„Jahrelang hat die MPC mit der finanzierenden Bank verhandelt,
plötzlich kommt ein unbekannter Investor und will die Immobilien
verwertet sehen, dabei auch einige Immobilien selbst übernehmen. Das
Angebot an die Gesellschafter, auf die Rückforderungen von
Ausschüttungen zu verzichten, klingt gut, hat aber auch einige
Haken“, sagt Dr. Peter Kolba, Leiter des Bereiches Recht im VKI.

- Der unbekannte Investor hat in seinem Vertrag mit der
Fondsgesellschaft – den der VKI nicht kennt – auch Widerrufsrechte
eingeräumt bekommen; man weiß also nicht, ob die Lösung, auf
Rückforderungen endgültig zu verzichten, fix ist.
- Der Investor kann auf Rückforderungen eines allenfalls
bestellten Insolvenzverwalters, falls es doch zur Insolvenz kommt,
gar nicht wirksam verzichten. Dazu müsste es eine Garantieerklärung
z.B. der MPC/TVP/CPM geben.
- Die MPC-Gruppe verdient an diesem riesigen Immobilien-Deal
wieder satte Provisionen, ohne selbst zu einem teilweisen
Schadenersatz für die Anleger auch nur irgendetwas beizutragen.
- Es gibt keine Vorkehrungen (Mindestverkaufspreise) dagegen, dass
die Immobilien nicht verschleudert und u.U. in andere Fonds
eingebracht werden, wo das Verdienen für dritte Anbieter wieder
losgeht.

Die angebliche Wertentwicklung der Immobilien in Holland ist im
Übrigen sehenswert: Ein Bürohaus in Gouda wurde 2005 in einem von der
MPC-Gruppe beauftragten Wertgutachten auf knapp 3 Mio Euro geschätzt.
Es lag damals und liegt heute direkt in Nachbarschaft einer
Chemiefabrik. Jetzt liegt ein Schätzgutachten vor, dass die
Liegenschaft nur rund 350.000 Euro wert sei.

Bei diesen Entwicklungen stellt sich eine Reihe von Fragen:

- Waren die ursprünglichen Wertgutachten überhöht, oder sind die
nun vorliegenden Wertgutachten zu gering bemessen?
- Weshalb gelang es der MPC-Geschäftsführung nicht, diese Gebäude
so zu verwalten, dass die negativen Wertentwicklungen der Finanzkrise
vor etwa acht Jahren nicht inzwischen aufgefangen werden konnten?
- Der Immobilienmarkt in Holland erholt sich. Weshalb gilt das
nicht für die MPC-Immobilien?

„Die einzigen, die bei diesen Geschäften massiv verloren haben,
sind die Anleger. Der VKI kann diesen – zumal wesentliche Punkte des
Beschlussvorschlages der TVP im Dunkeln liegen – nicht raten, dem
vorgelegten Liquidationsbeschluss zuzustimmen. Es würde mich wundern,
wenn der unbekannte Investor, bei Ablehnung des
Liquidationsbeschlusses sofort die Insolvenz erzwingen würde. Eine
Insolvenz kann nicht in seinem Interesse sein. Vielmehr würde der VKI
in einem solchen Fall direkt mit dem Investor verhandeln wollen, um
die offenen Punkte abzuklären“, sagt VKI-Jurist Dr. Peter Kolba.

SERVICE: Unter www.verbraucherrecht.at ist eine Teilnahme an der
Sammelaktion des VKI zum Privatbeteiligtenanschluss gegen
MPC/TVP/CPMK nach wie vor möglich (Kostenbeitrag 150 Euro).

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NKI

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