- 01.07.2016, 17:51:23
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Ärzteausbildung: Bund, Länder und Sozialversicherung gefährden Ausbildung der Jungärzte
Ablenkungstaktik des Ministeriums, der Länder und der Sozialversicherung von eigenen Versäumnissen – Szekeres: „Öffentlichkeit soll bewusst in die Irre geführt werden“
Wien (OTS) - Totales Unverständnis herrscht in der Wiener Ärztekammer
bezüglich der heutigen Kritik des Bundesministeriums für Gesundheit
und Frauen an der Umsetzung der Ärzteausbildung durch die
Ärztekammern. Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres bringt es auf den
Punkt: „Ich kann das nur so deuten, dass man mit dieser Vorgangsweise
die Öffentlichkeit bewusst in die Irre führen will.“ ****
Zur Vorgeschichte: Die Ausbildungsreform, die die Ärztekammer
schon immer gefordert hat, ist zunächst jahrelang verschleppt worden
und nach deren tatsächlicher Umsetzung sind wiederum versprochene
Leistungszahlen durch das Ministerium verspätet freigeben worden.
Seitdem suchen bis heute Länder und Sozialversicherungen als Träger
von Krankenanstalten völlig verspätet und unvollständig um
Anerkennungen als Ausbildungsstätten an. Nun soll aber die Schuld für
die prekäre Gesamtsituation bei der Ärztekammer liegen. Für Szekeres
ist dies „absurd“.
„Die Ausbildung der Allgemeinmediziner ist nach wie vor nicht
gesichert, da die Lehrpraxisfinanzierung für die
allgemeinmedizinische Ausbildung trotz gegenteiliger Zusagen von
Ministerium, Länder und Sozialversicherung noch immer nicht fertig
ist“, erklärt Szekeres weiter. Die erste Runde zum Kollektivvertrag
zu Lehrpraxen findet nach Urgenz der Ärztekammer nächste Woche statt,
weil der Hauptverband "schlicht nichts gemacht hat".
Szekeres: „Statt sich aber um die Ausbildung der
Nachwuchsmediziner und die Versorgung der Bevölkerung zu kümmern, war
dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger wiederum wichtiger,
mit rechtswidrigen, überzogenen ‚Mystery Shopping‘-Richtlinien weiter
Ärztinnen und Ärzte aus dem Vertragsarztsystem zu vertreiben“. Im
Bereich der Versorgung investiere man auch lieber Millionen in das
„unstrukturierte und ungesicherte Datengrab“ ELGA anstelle in das
Wohl der Patienten, befindet Szekeres weiter.
Die Länder sind auf ihrer Seite hinten nach, da beispielsweise in
Wien trotz gegenteiliger Zusagen noch immer nicht in allen
Abteilungen die Jungärzte entgegen der gesetzlichen Verpflichtung von
Tätigkeiten der Pflege befreit sind. „Die Ärztekammer muss fast bei
jedem der tausenden Ansuchen die Länder schulen, was eigentlich
notwendig ist“, so Szekeres.
Die Ärztekammer steht selbstverständlich für eine rasche aber
qualitätsvolle Überprüfung aller Anträge. In der Wiener Ärztekammer
wurden sogar die Personalkapazitäten dementsprechend erweitert und
sowohl Funktionäre als auch Mitarbeiter arbeiten auf Hochtouren, um
alle Verfahren sachgerecht und auf Basis der gesetzlichen Vorgaben
abzuwickeln. „Die heutige Vorgangsweise von eigenen Versäumnissen
abzulenken und der Ärzteschaft den schwarzen Peter umzuhängen,
anstatt vor der eigenen Tür zu kehren, ist aber letztklassig“, stellt
Szekeres abschließend fest. (ast)
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