• 30.06.2016, 18:14:58
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  • OTS0284 OTW0284

Bildungsreform: Bundesrat trägt Änderungen im Schulrecht mit

Nur FPÖ votiert gegen vorgeschlagene Neuerungen

Utl.: Nur FPÖ votiert gegen vorgeschlagene Neuerungen =

Das erste Gesetzespaket zur Bildungsreform hat heute die letzte
parlamentarische Hürde - den Bundesrat - überwunden. Die Mehrheit der
LändervertreterInnen zeigte sich einverstanden mit der Sammelnovelle,
die vor allem in der Primarstufe Neuerungen bringt.

Autonomie und Praxisorientierung zentral bei Schulreform

Die Neugestaltung der Schuleingangsphase und die Ausweitung der
Sprachförderung ab dem letzten Kindergartenjahr sind zentrale Punkte
im Schulrechtsänderungsgesetz. Mehr Autonomie erhalten Volksschulen
bei der Leistungsbeurteilung - diese kann bis zur dritten Schulstufe
ohne Ziffernnoten erfolgen - und bei der Schaffung von
schulstufenübergreifenden Klassen. Um den Eltern mehr Freiheit bei
der Wahl der Volksschule für ihre Kinder zu geben, wird den
Bundesländern größtmögliche Flexibilität bei der Sprengelverwaltung
eingeräumt. Mitbehandelt und von allen Parteien gutgeheißen wurde der
Beschluss des Nationalrats, das höhere landwirtschaftliche Schulwesen
Westösterreichs mit einer eigenen Bundeslehr- und Forschungsanstalt
in der Tiroler Gemeinde Strass zu stärken.

Außerdem kann durch die Gesetzesänderung die neue Oberstufe mit
Unterricht in Kompetenzmodulen statt wie ursprünglich geplant 2017/18
bei Bedarf um zwei Jahre später beginnen. Die allgemeinbildenden
höheren Schulen (AHS) und berufsbildenden mittleren und höheren
Schulen (BMHS) sollen dadurch mehr Zeit zur Vorbereitung erhalten.
Berufsorientierung gewinnt an Aufmerksamkeit in der Sekundarstufe und
der Einsatz von Lehrbeauftragten zur Vermittlung von Praxiswissen an
BMHS wird erleichtert.

Zweifel an Reformprojekt noch auszuräumen

Die Sozialdemokratinnen Elisabeth Grimling (S/W) und Ana Blatnik
(S/K) lobten das novellierte Gesetzeswerk als wichtigen Schritt im
Reformprozess der heimischen Bildungslandschaft, sowohl in
organisatorischer als auch pädagogischer Hinsicht. Jeder habe das
Recht auf die beste Bildung, die Rahmenbedingungen dafür würden nun
geschaffen. Ähnlich sieht das Anneliese Junker von der ÖVP, besonders
die erweiterte Schulautonomie begrüßte die Tirolerin. Allerdings
hinterfragte sie, inwieweit Schulsprengelflexibilisierung von den
Gemeinden ohne finanzielle Einbußen umgesetzt werden kann.

Eher skeptisch äußerten sich die Freiheitlichen Bundesrätinnen Monika
Mühlwerth (F/W) und Rosa Ecker (F/O). Mühlwerth bezweifelt, dass das
Gesetzespaket das Bildungssystem tatsächlich auf Erfolgskurs bringt -
ungeachtet einiger guten Ansätze, wie Sprachstartklassen für
SchülerInnen mit mangelnden Deutschkenntnissen. Die Abschaffung der
Ziffernnoten und der Klassenwiederholung würden einem guten
schulischen Fortkommen aber eindeutig entgegenwirken, war sie einer
Meinung mit Ecker. Nötig wäre, an Schulen mehr Förderung anzubieten.

Der oberösterreichische Grünen-Bundesrat David Stögmüller kritisierte
zwar den ihm zufolge schleppenden Reformprozess und die starke
Reglementierung vieler Bereiche, etwa bei der Sprachförderung.
Dennoch unterstützte er die Sammelnovelle, da sie beispielsweise in
der Schuleingangsphase in die richtige Richtung weise. (Fortsetzung
Bundesrat) rei

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