- 30.06.2016, 12:52:19
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NEOS: Loacker/Gara stellen Systematik der "Gratis-Zahnspange" in Frage
Gerald Loacker: "Wir fordern eine Umstellung für mehr soziale Treffsicherheit"
Utl.: Gerald Loacker: "Wir fordern eine Umstellung für mehr soziale
Treffsicherheit" =
Wien (OTS) - Die Bilanz der Zahnärztekammer Wien zum ersten Jahr der
„Gratis-Zahnspange“ bestätigt die von NEOS bereits bei Beschluss der
Maßnahme eingebrachte Kritik: Die neue Systematik schafft eine
Zweiklassenmedizin, benachteiligt einkommensschwache Familien und ist
finanziell nicht nachhaltig aufgestellt. NEOS-Sozialsprecher Gerald
Loacker: „Nach nur einem Jahr sehen wir, wie fehlgeleitet die
Gratis-Zahnspange wirkt. Anstatt jene Familien zu unterstützen, die
sich teure kieferorthopädische Behandlungen nicht leisten können,
wird mit dem Gießkannenprinzip Geld ausgeschüttet. Angeblich als
„Gratis-Zahnspange für Alle“ gedacht, verstärkt sich nun das
Zweiklassensystem im Gesundheitsbereich. Denn früher wurden auch bei
behandlungsbedürftigen Fehlstellungen der Kategorie IOTN 3 Zuschüsse
gezahlt. Seit Einführung der Gratis-Zahnspange für besonders schwere
Fälle sind diese Zuschüsse entfallen. Ob sich eine Familie die
Behandlung leisten kann oder nicht, spielt keine Rolle. Die
Ergebnisse der ersten Bilanz belegen, dass die Regierungsparteien
dringend ihre sozialpolitischen Prioritäten klären sollten.“
Und weiter: „Die geringe Bewilligungsquote von nur knapp drei Prozent
aller Anträge ist wohl auch ein Zeichen für die ungenügende
Finanzierung. Die Bundesregierung hat zur Finanzierung 80 Millionen
Euro bereit gestellt, wobei 40 davon direkt aus dem Strukturfonds der
Kassen entnommen wurden. Nach nur zwölf Monaten zieht auch bei der
Gratis-Zahnspange die Verknappungspolitik ein.“
Kritisiert werden vom Wiener Gesundheitssprecher der NEOS, Stefan
Gara, auch die Wettbewerbsverzerrungen, die mit der Gratis-Zahnspange
bei den Zahnärzten geschaffen werden. Grundsätzlich solle jeder
Zahnarzt mit Kieferorthopädie diese Leistung anbieten können. Die
derzeitige Politik der Vergabe sei intransparent. "Es wurden
Pseudokriterien geschaffen. Der diagnostische Aufwand, der
Verwaltungs- und Rechtfertigungsaufwand hat stark zugenommen", so
Gara. "Die Wiener Gebietskrankenkasse hat neben der fehlgeleiteten
Zahnspangenregelung auch weitere Probleme. In Wien hinkt man anderen
Versicherungsträgern bei Leistungen hinterher. Dass Patienten der
WGKK mit Amalgam-Plomben gebrandmarkt werden, während zum Beispiel
die Beamtenversicherungsanstalt die optisch vorteilhaften
Keramikfüllungen rückerstattet, kann nur auf die chronische
Unterfinanzierung der Gesundheitsleistungen der WGKK zurückgeführt
werden. Es ist an der Zeit, dass die WGKK ihre überdimensionierten
Verwaltungsapparat abbaut und Geld dort investiert, wo es dringend
gebraucht wird: Direkt beim Patienten“, so Gara abschließend.
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