• 28.06.2016, 10:44:33
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Pflege in Österreich: Jede/r Zweite ist (in)direkt betroffen

Im Falle einer Pflegebedürftigkeit wollen zwei Drittel der Befragten zu Hause gepflegt werden.

Utl.: Im Falle einer Pflegebedürftigkeit wollen zwei Drittel der
Befragten zu Hause gepflegt werden. =

Wien (OTS) - Laut einer aktuellen Umfrage zum Thema Pflege war jede/r
zweite ÖsterreicherIn schon einmal mit einer länger andauernden
Pflegesituation im direkten Umfeld konfrontiert. Im Falle einer
Pflegebedürftigkeit wollen zwei Drittel der Befragten zu Hause
gepflegt werden.

2016 sucht die Initiative „PflegerIn mit Herz“ zum fünften Mal
Österreichs beste „PflegerInnen mit Herz“. Anlässlich dieses
Jubiläums hat der Verein „PflegerIn mit Herz“ gemeinsam mit der
Wiener Städtischen Versicherung eine Umfrage zum Thema Pflege in
Auftrag gegeben. Demzufolge schätzen mehr als 40 Prozent das Risiko,
im Alter selbst pflegebedürftig zu werden, als sehr hoch bzw. hoch
ein. „Die demographische Entwicklung und die sich ändernden
Familienstrukturen machen das Thema Pflege zu einer der größten
Herausforderungen der Zukunft. Hierfür will ‚PflegerIn mit Herz‘
sensibilisieren und all jenen, die im Pflegebereich tätig sind,
‚Danke‘ sagen“, erklärt Dr. Günter Geyer, Präsident des Vereins
„PflegerIn mit Herz“ und Vorstandsvorsitzender des Wiener Städtischen
Versicherungsvereins.

Die Zahlen in der Pflegethematik sprechen für sich: Waren 2005 mehr
als 381.000 ÖsterreicherInnen PflegegeldbezieherInnen, sind heute
rund 452.000 Menschen in Österreich auf professionelle Hilfestellung
und Unterstützung durch andere angewiesen. „Aufgrund der höheren
Lebenserwartung brauchen wir in Zukunft noch mehr Fachkräfte für die
Pflege älterer Menschen. Umso wichtiger ist es, ein stärkeres
Bewusstsein für die großen Leistungen der Pflegerinnen und Pfleger zu
schaffen“, so Vizekanzler Dr. Reinhold Mitterlehner, Bundesminister
für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft. Die unentbehrliche Stütze
für Pflegebedürftige sind nach wie vor pflegende Angehörige: Mehr als
436.000 Menschen pflegen regelmäßig hilfsbedürftige Verwandte oder
Bekannte. Auch die aktuelle Umfrage bestätigt das: Zwei Drittel der
Befragten wünschen sich im Falle einer Pflegebedürftigkeit Betreuung
zu Hause. Auch Alois Stöger, Bundesminister für Arbeit, Soziales und
Konsumentenschutz, will das Bewusstsein für Pflege noch mehr schärfen
und setzt sich daher für „PflegerIn mit Herz“ ein: „Der Staat
unterstützt Pflegebedürftige und ihre Angehörigen mit einer Vielzahl
an Maßnahmen. Doch ohne Menschen, die sich der Pflege anderer
annehmen, kann das beste System nicht funktionieren und diesen gilt
mein besonderer Dank.“

Pflege in den eigenen vier Wänden

Rund 80 Prozent der pflegebedürftigen ÖsterreicherInnen werden zu
Hause, in ihrem vertrauten Umfeld von Angehörigen, mobilen Diensten
oder 24-Stunden-BetreuerInnen gepflegt – und wollen dies auch so
beibehalten. „Altwerden in den eigenen vier Wänden ist der Wunsch des
Großteils der betreuungsbedürftigen Menschen. Die großartigen
Leistungen der BetreuerInnen und PflegerInnen stellen sicher, dass
eine Vielzahl der Betroffenen in ihrer gewohnten Umgebung verbleiben
kann. Herzlichen Dank für diesen tollen Einsatz und die
Mitmenschlichkeit“, unterstreicht Dr. Christoph Leitl, Präsident der
Wirtschaftskammern Österreichs. Die Nachfrage an 24-Stunden-Betreuung
in Österreich ist in den letzten Jahren enorm gestiegen – die Zahl
der selbstständig gemeldeten Pflegekräfte in Österreich hat sich in
den letzten drei Jahren verdoppelt. Mittlerweile arbeiten rund 60.000
aktive 24-Stunden-BetreuerInnen hierzulande. Für Rudi Kaske,
Präsident der AK Wien und der Bundesarbeitskammer, ist wichtig, dass
„neben einer umfassenden Ausbildung und einer fairen Entlohnung die
professionell Beschäftigten in der Pflege und Betreuung vor allem
auch mehr Respekt und Wertschätzung brauchen. Darauf möchten wir mit
der Unterstützung der Initiative ‚PflegerIn mit Herz’ aufmerksam
machen.“

Zukunftsthema Demenz

Einer der zentralen Aspekte in der Pflegethematik ist das Thema
Demenz. Heute leben rund 130.000 Demenzkranke in Österreich, bis 2050
soll sich diese Zahl – parallel zur steigenden Lebenserwartung – auf
260.000 steigern. Angesichts dieser dramatischen Entwicklung weist
auch Mag. Thomas Schaufler, Privat- und Firmenkundenvorstand der
Erste Bank und Sparkassen, auf die Brisanz des Pflegethemas hin: „Das
Thema Pflege wird sich zu einer echten Herausforderung in der Zukunft
entwickeln. ExpertInnen gehen davon aus, dass sich die Zahl der
Pflegebedürftigen in 20 Jahren in Österreich verdoppeln wird. Es ist
also höchste Zeit, dieses wichtige Thema anzugehen“. Die zunehmende
Pflegebedürftigkeit wirkt sich auch auf die Jüngsten unter uns aus.
Denn immer mehr Kinder und Jugendliche übernehmen die Betreuung
pflegebedürftiger Angehöriger. In Österreich unterstützen 40.000
Kinder und Jugendliche, so genannte „Young Carers“,
betreuungsbedürftige Familienmitglieder. „Ein Leben ohne Betreuung
und Hilfestellung durch andere ist für viele Menschen in Österreich
kaum vorstellbar. Die Pflege in unserem Land hat viele Gesichter –
ihnen allen gibt ‚PflegerIn mit Herz‘ eine Stimme“, unterstreicht
Mag. Robert Lasshofer, Vizepräsident der Initiative „PflegerIn mit
Herz“ und Generaldirektor der Wiener Städtischen Versicherung.

Sagen auch Sie „Danke“!

Nominierungen zur/zum „PflegerIn mit Herz“ 2016 können online auf
www.pflegerin-mit-herz.at oder auf dem Postweg (Postfach 2500o/1011
Wien, Kennwort: „PflegerIn mit Herz“) eingereicht werden.
Nominierungsfolder liegen in allen Filialen der Wiener Städtischen
Versicherung sowie bei den NGOs Hilfswerk, Volkshilfe, Diakonie,
Rotes Kreuz und Caritas auf. Nominiert werden kann jede/r, die/der im
Pflegebereich tätig ist: Diplomierte/r Gesundheits- und
Krankenschwester/-pfleger aller Sparten, Pflegehelfer/in,
Altenfachbetreuer/in, Heimhelfer/in, 24-Stunden-Betreuer/in oder
pflegende/r Angehörige/r.
Einsendeschluss ist der 21. Oktober 2016.

Prominente Unterstützung – Kira Grünberg unterstützt
„PflegerIn mit Herz“ 2016

Zum fünfjährigen Jubiläum von „PflegerIn mit Herz“ freuen sich die
Initiatoren – der Wiener Städtische Versicherungsverein und die
Wiener Städtische Versicherung – über weitere prominente
Unterstützung: Die ehemalige Spitzensportlerin Kira Grünberg ist
Testimonial der diesjährigen Kampagne und betont: „Seit meinem Unfall
weiß ich, wie wichtig es ist, jemanden zu haben, der sich um einen
kümmert. Für mich sind diese Menschen zu meinen Armen und Beinen
geworden. Es ist mir daher ein besonderes Anliegen, Teil der
Initiative ‚PflegerIn mit Herz‘ zu sein.“

2012 ins Leben gerufen, zählen zu den Partnern der ersten Stunde das
Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft, das
Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz sowie
die Erste Bank und Sparkassen. Seit 2014 unterstützen auch die
Wirtschaftskammern Österreichs und die Bundesarbeitskammer „PflegerIn
mit Herz“. Allen gemein ist das Ziel, Bewusstsein für das Thema
Pflege zu schaffen und all jenen, die tagtäglich einen wertvollen
Dienst am Menschen leisten, „Danke“ zu sagen.

Eckdaten zur Kampagne

Aus allen Nominierungen wählt eine Jury – bestehend aus den
Kampagnenpartnern sowie VertreterInnen der größten NGOs im
Pflegebereich – zwei GewinnerInnen pro Bundesland aus. Diese werden
bei einer Abschlussveranstaltung im November mit einem Geldpreis des
Wiener Städtischen Versicherungsvereins bzw. der Wirtschaftskammern
Österreichs (24-Stunden-BetreuerInnen) gewürdigt.

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