• 20.06.2016, 08:10:01
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  • OTS0009 OTW0009

2.Säule in die Pensionsreformdiskussion einbeziehen!

Leider nur leere Worthülsen statt notwendiger Reformansagen

Utl.: Leider nur leere Worthülsen statt notwendiger Reformansagen =

Wien (OTS) - Wenn Abg.Zakostelsky in seiner APA-Aussendung OTS0175
vom
13.6. meint, das Drei-Säulen-Pensionssystem sei gesamtheitlich
zentral zu betrachten, so ist ihm zweifellos recht zu geben. Er
verschweigt aber wohlweislich dabei, dass die „2.Säule“, das
Pensionskassensystem, für das er steht, in der aktuellen
österreichischen Version absolut untauglich ist. Es bedarf vor einer
Verbreiterung seiner Basis grundlegender Reformen, bevor es „zur
Butter auf dem Brot der staatlichen Pension“ tauglich wird!

Tatsache ist, dass das österreichische Pensionskassensystem seine
Entstehung einer Lobbygesetzgebung zugunsten der Dienstgeber
verdankt. Daher ist es nicht nur so gestaltet, dass es große
finanzielle Einbußen für Pensionisten gebracht hat (teilweise schon
50% und mehr Pensionskürzungen) sondern darüber hinaus alle
Pensionsberechtigten als unmündige Partner sieht, da es weder
substanzielle Informationsversorgung, noch einschlägige
Beschwerdestellen und keinerlei Möglichkeiten zur Mitbestimmung
vorsieht. Ganz anders in anderen Ländern, wo die Zufriedenheit mit
der zweiten Säule nicht zuletzt auch deshalb ungleich besser ist, da
die Pensionsberechtigten wesentlich aktiver mitgestalten können, wie
beispielsweise in Skandinavien. Es ist unerklärlich, dass die
Pensionskassen nicht mehr Interesse zeigen, mit den
Pensionsberechtigten enger zusammenzuarbeiten, um insgesamt die
zweite Säule zeitgemäßer zu gestalten: Nahezu 1 Mio
Anwartschaftsberechtigte etwa, die ja überwiegend schon
"Niedrigzinsverträge" haben, sollen bis zu 40 Jahre zulasten ihres
Aktivbezugs in ein System einzahlen ohne zu wissen, ob und wie viel
sie dann daraus als Pension bekommen. Die Pensionskassen müssen in
Form einer Ergebnisverantwortung in die Pflicht genommen werden, d.h.
sie müssen eine wie immer geartete Haftung für die Pension
übernehmen. Denn nur zufriedene Kunden sind die Grundvoraussetzung
dafür, dass die „Zweite Säule“ weiter wachsen kann und das müsste
doch auch im Interesse Herrn Zakostelskys sein.

Die vollmundigen Aussagen „…für die zukünftigen Herausforderungen
an die Altersvorsorge darf es kein Schwarz-Weiß-Denken zwischen dem
Umlage-und dem kapitalgedeckten System geben, die Diskussionen
darüber gebe es schon so lange wie die Systeme selbst, oberstes Ziel
müsse es sein, den im Alter möglichen Lebensstandard für alle
Bürgerinnen und Bürger zu erhöhen…“ werden vom derzeitigen
österreichischen System keineswegs auch nur annähernd erfüllt.
Wenn Herr Abg. Zakostelsky das ehrlich meint, muss er endlich für
Reformschritte bei der zweiten Säule eintreten, die durch
entsprechende Nachhaltigkeit das System wirklich zur „Butter auf dem
Brot der staatlichen Pension“ machen. Sonst waren das wertlose
Worthülsen, die genauso verzichtbar sind, wie die kosmetischen
Korrekturen der Pensionskassengesetznovelle 2012!

PEKABE ( www.pekabe.at) wurde 2005 gegründet, um die Interessen der
derzeit knapp 1 Million österreichischen Pensionskassenberechtigten
in der Öffentlichkeit zu vertreten. Der von ehrenamtlich tätigen
Funktionären betriebene Verein steht laufend in Kontakt mit Politik
und Interessenvertretungen. Er hat auch jetzt ein Konzept zur
Verbesserung des Pensionskassensystems in Sinne der Berechtigten
ausgearbeitet, das bei Sozialpartnern durchaus auf positive Reaktion
stößt.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PKB

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