2.Säule in die Pensionsreformdiskussion einbeziehen!

Leider nur leere Worthülsen statt notwendiger Reformansagen

Wien (OTS) - Wenn Abg.Zakostelsky in seiner APA-Aussendung OTS0175 vom
13.6. meint, das Drei-Säulen-Pensionssystem sei gesamtheitlich zentral zu betrachten, so ist ihm zweifellos recht zu geben. Er verschweigt aber wohlweislich dabei, dass die „2.Säule“, das Pensionskassensystem, für das er steht, in der aktuellen österreichischen Version absolut untauglich ist. Es bedarf vor einer Verbreiterung seiner Basis grundlegender Reformen, bevor es „zur Butter auf dem Brot der staatlichen Pension“ tauglich wird!

Tatsache ist, dass das österreichische Pensionskassensystem seine Entstehung einer Lobbygesetzgebung zugunsten der Dienstgeber verdankt. Daher ist es nicht nur so gestaltet, dass es große finanzielle Einbußen für Pensionisten gebracht hat (teilweise schon 50% und mehr Pensionskürzungen) sondern darüber hinaus alle Pensionsberechtigten als unmündige Partner sieht, da es weder substanzielle Informationsversorgung, noch einschlägige Beschwerdestellen und keinerlei Möglichkeiten zur Mitbestimmung vorsieht. Ganz anders in anderen Ländern, wo die Zufriedenheit mit der zweiten Säule nicht zuletzt auch deshalb ungleich besser ist, da die Pensionsberechtigten wesentlich aktiver mitgestalten können, wie beispielsweise in Skandinavien. Es ist unerklärlich, dass die Pensionskassen nicht mehr Interesse zeigen, mit den Pensionsberechtigten enger zusammenzuarbeiten, um insgesamt die zweite Säule zeitgemäßer zu gestalten: Nahezu 1 Mio Anwartschaftsberechtigte etwa, die ja überwiegend schon "Niedrigzinsverträge" haben, sollen bis zu 40 Jahre zulasten ihres Aktivbezugs in ein System einzahlen ohne zu wissen, ob und wie viel sie dann daraus als Pension bekommen. Die Pensionskassen müssen in Form einer Ergebnisverantwortung in die Pflicht genommen werden, d.h. sie müssen eine wie immer geartete Haftung für die Pension übernehmen. Denn nur zufriedene Kunden sind die Grundvoraussetzung dafür, dass die „Zweite Säule“ weiter wachsen kann und das müsste doch auch im Interesse Herrn Zakostelskys sein.

Die vollmundigen Aussagen „…für die zukünftigen Herausforderungen an die Altersvorsorge darf es kein Schwarz-Weiß-Denken zwischen dem Umlage-und dem kapitalgedeckten System geben, die Diskussionen darüber gebe es schon so lange wie die Systeme selbst, oberstes Ziel müsse es sein, den im Alter möglichen Lebensstandard für alle Bürgerinnen und Bürger zu erhöhen…“ werden vom derzeitigen österreichischen System keineswegs auch nur annähernd erfüllt. Wenn Herr Abg. Zakostelsky das ehrlich meint, muss er endlich für Reformschritte bei der zweiten Säule eintreten, die durch entsprechende Nachhaltigkeit das System wirklich zur „Butter auf dem Brot der staatlichen Pension“ machen. Sonst waren das wertlose Worthülsen, die genauso verzichtbar sind, wie die kosmetischen Korrekturen der Pensionskassengesetznovelle 2012!

PEKABE ( www.pekabe.at) wurde 2005 gegründet, um die Interessen der derzeit knapp 1 Million österreichischen Pensionskassenberechtigten in der Öffentlichkeit zu vertreten. Der von ehrenamtlich tätigen Funktionären betriebene Verein steht laufend in Kontakt mit Politik und Interessenvertretungen. Er hat auch jetzt ein Konzept zur Verbesserung des Pensionskassensystems in Sinne der Berechtigten ausgearbeitet, das bei Sozialpartnern durchaus auf positive Reaktion stößt.

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Günter Braun, Pressesprecher des Pekabe - Schutzverband der Pensionskassenberechtigten
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