Neues Volksblatt: "Schiedsrichter" von Herbert SCHICHO

Ausgabe vom 20. Juni 2016

Linz (OTS) - Ja. Schiedsrichter haben es nicht leicht: Entweder sie pfeifen so pingelig, dass ein Spiel erst gar nicht zustande kommt. Oder sie lassen zu viel durchgehen, übersehen etwas und ernten dafür selbst Pfiffe. Richtig gut ist ein Schiedsrichter eigentlich dann, wenn er nicht auffällt und das Spiel fair bleibt. Aber egal, wie gut das Spiel ist, mit dem Schlusspfiff ist Schluss.
Ab heute sind die Schiedsrichter der Republik gefordert, denn in der Politik ist es nicht wie im Fußball, da kann man Einspruch erheben, wenn man sich ungerecht behandelt fühlt: Die Verfassungsrichter werden sich deswegen nun vier Tage damit beschäftigen, ob es bei der Hofburg-Wahl zu schweren Fouls gekommen und daher eine Neuaustragung nötig ist. Und auch sie haben es nicht leicht. Denn egal wie sie entscheiden, eine „Win-Win-Situation“ wird es nicht geben. Außerdem könnte ihre Entscheidung maßgebliche Konsequenzen nach sich ziehen:
Juristisch gesehen steht die Briefwahl an und für sich auf dem Prüfstand, für den Innenminister wäre eine Aufhebung laut eigener Aussage „eine Blamage“ und die politischen Folgen sind schwer einzuschätzen.
Aber eines ist klar: Die Entscheidung der Höchstrichter ist eine Tatsachen-Entscheidung und etwaiges Lamentieren über das Urteil sollte daher möglichst rasch eingestellt werden. Denn eigentlich geht es auch im Fußball nicht um den Schiri, sondern um die Tore.

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