Neues Volksblatt: "Hammer und Amboss" (von Harald Gruber)

Ausgabe vom 13. Juni 2016

Linz (OTS) - Die SPÖ haut auf den Tisch — aber dabei voll daneben. Ihr Plädoyer für eine neue Steuer- und Wirtschaftspolitik geht an der Realität einer globalisierten Wirtschaft vorbei. Wenn ein SPÖ-Gewerkschafter meint, „in Zeiten der Automatisierung“ müsse nachgedacht werden, „wie Unternehmen motiviert werden können, auf menschliche Arbeitskraft zu setzen und neue Jobs zu schaffen“, mag das dem ökonomisch Interessierten noch irgendwie zumutbar sein. Nicht aber die von der SPÖ gezogene Schlussfolgerung, Kapital und Vermögen höher zu besteuern!
Das Erfolgsgeheimnis der österreichischen Wirtschaft liegt nicht mehr zwischen Hammer und Amboss, sondern zwischen Computer, Robotertechnik und CNC-Fräse. Daher: Ja, es geht um die Zukunft der Arbeitskraft. Aber um Fragen der Bildung, Kreativität und Forschung. Ja, es geht um die Zukunft des Standorts. Aber nicht mehr um die Fragen der Grundstoff- und Massengüterindustrie, sondern um Know How, Qualität und Innovation. Masse wird anderswo rund um den Erdball längst unschlagbar billig hergestellt. Zum Vergleich: Der Industrie-Stundenlohn ist in Österreich nämlich drei Mal so hoch wie in Tschechien, sechs Mal so hoch wie in Russland, zehn Mal so hoch wie in China und zwanzig Mal so hoch wie auf den Philippinen.
Daher sollte die SPÖ nicht alte Hausmittelchen aus Kreiskys Arzneikasten anbieten, sondern den angekündigten New Deal.

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