- 06.06.2016, 22:00:01
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Neues Volksblatt: "Interregnum" von Herbert SCHICHO
Ausgabe vom 7. Juni 2016
Utl.: Ausgabe vom 7. Juni 2016 =
Linz (OTS) - Etwa 25 Jahre und vier „Frühstücks-Könige“ dauerte das
Interregnum des heiligen römischen Reiches ehe Rudolf I. 1273 den
Thron bestieg und wieder Ordnung einkehrte. Er legte auch gleich den
Grundstein für den Aufstieg und die Jahrhunderte lange Herrschaft der
Habsburger. Lediglich fünf Monate dauerte offiziell das Interregnum
in der Landes-SPÖ, Kalliauer übernahm im Jänner als Interimschef die
Partei, um die Personalfrage zu klären. Rechnet man hingegen Ackerl,
der nach der Wahlschlappe 2009 nur rasch eine programmatische
Neuorientierung mit dem Motto „Morgenröte“ einläuten wollte, und
Entholzer, der nicht einmal zwei Jahre an der Spitze stand, hinzu,
kommt man auf fast sieben Jahren mit roten „Führungsexperimenten“. Im
Mittelalter führte das Interregnum zu einer Stärkung der Fürsten. Und
auch die neue SPÖ-Vorsitzende muss sich wohl mit erstarkten
Bezirkskaisern und „autonomen Gruppierungen“ herumstreiten — die
Zustimmung von nur 83 Prozent zeigt, dass sie in den eigenen Reihen
noch viel Überzeugungsarbeit leisten muss. Ja, es ist ein
Fullzeit-Job, den die AMS-Direktorin da angenommen hat. Und das
eigentliche Problem ist, dass sie auch im Sozialressort einige
Baustellen geerbt hat, Stichwort Chancengleichheitsgesetz oder
Mindestsicherung. Trotzdem: Das Vorschussmisstrauen der FPÖ ist
deplaziert, zumindest die Regierung untereinander sollte eine
„Willkommenskultur“ pflegen.
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