• 01.06.2016, 14:16:07
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Das Architekturzentrum Wien gedenkt Architekt Hugo Potyka

Wien (OTS) - Mit Hugo Potyka (12.05.1927-23.05.2016) ist einer der
großen Wiener Architekten verstorben. Potyka begann sein
Architekturstudium 1945 an der TU Wien, wechselte 1949 an die
Akademie der bildenden Künste zu Lois Welzenbacher, wo er sein
Studium mit einer Ortsplanung für Aflenz 1953 abschloss. Im selben
Jahr nahm Potyka am 9. CIAM Kongress in Aix-en-Provence teil und
begab sich in den Dialog mit der internationalen Avantgarde. Hugo
Potyka gehörte zu den wenigen Architekten nach 1945, die sich
intensiv mit Städtebau und raumplanerischen Aspekten
auseinandersetzten.

Von 1954 bis 1960 bestand eine Bürogemeinschaft mit Ottokar Uhl. 1971
gründete er die „Konsulentengruppe Raumplanung“, es entstanden für
Wien wesentliche raumplanerische und städtebauliche Studien. Hier
sind insbesondere seine Bearbeitungen von Flächenwidmungsplänen und
seine Bezirksplanungen zu nennen. Im Jahr 1970 wurde Hugo Potyka von
der Stadt Wien mit einem Hochhauskonzept für Wien beauftragt, bereits
ein Jahr zuvor hatte er für die Magistratsabteilung 18 eine
Bestandsaufnahme der städtebaulichen Akzente (in Bezug auf die
Bauhöhe) in den Wiener Bezirken 4 bis 9 durchgeführt.

Hugo Potyka gehörte zu den Mitbegründern der sanften Stadterneuerung.
Den planerischen Höhepunkt stellte sein Projekt „Planquadrat“ in Wien
4 dar, bei dem es um eine Stadterneuerung im kleinen Maßstab (am
Beispiel eines Häuserblocks) ging. Neben der Revitalisierung des
Altbestands kam es zur Aktivierung von Innenhöfen und zur Schaffung
von Gartenhöfen unter Partizipation der betroffenen Bevölkerung.

Das für die Zukunft wahrscheinlich nachhaltigste Projekt, an dem Hugo
Potyka beteiligt war, stellte die Schaffung eines Hochwasserschutzes
für Wien im Donaubereich dar, an dem mehrere Arbeitsgruppen und
Architektenteams zusammenarbeiteten. Neben seiner planerischen Arbeit
lehrte Potyka an der Hochschule für angewandte Kunst Wien (1972–1980)
und an der Universität für Bodenkultur Wien (1972–2013).

Für Potkya hatte das Wohlbefinden der Menschen oberste Priorität.
Seine Entwurfsphilosophie hat er selbst wie folgt beschrieben: „Ein
Haus so bauen, dass es so aussieht, als ob es schon immer da
gestanden wäre. Das heißt, unauffällig bauen, Rücksicht auf das
Ortsbild nehmen.“ Von sich selbst sagte er: „Ich war immer gegen
Starallüren.“ Es ging Potyka nie um das Bauen per se, sondern er
folgte seinem Motto: „Nichts ohne zwingenden Grund verändern. Diese
Maxime gilt nicht nur für die Architektur, sondern auch für die
Planung. Es ist eine Verwandte von . Es
dient der Erhaltung des Genius Loci und kommt den humanen
Bedürfnissen näher.“ Mit Hugo Potkya verliert Wien einen der letzten
Architekten, der im Nachkriegs-Österreich sozialisiert wurde und mit
seinen umfassenden Planungen, Studien und schriftlichen Beiträgen
Maßstäbe für eine humane Stadt- und Ortsplanung gesetzt hat.

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