• 01.06.2016, 12:41:43
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Jahresempfang der Lebensmittelindustrie: Hersteller wollen Wissen über Lebensmittel fördern

Marihart: Aufgeklärte Konsumenten können Verantwortung für ihren Lebensstil übernehmen

„Immer besser, gesünder, effizienter“? Unter diesem Motto lud die
österreichische Lebensmittelindustrie zu ihrem 15. Jahresempfang. Im
Zentrum des Abends standen das Ideal des perfekten Menschen, die
Rolle der Ernährung sowie die Verantwortung des Einzelnen für seinen
Lebensstil. Rund 300 Spitzenvertreter aus Wirtschaft und Politik
sowie Partner entlang der gesamten Lebensmittelkette waren der
Einladung des Fachverbands in die Aula der Wissenschaften in Wien
gefolgt.

Utl.: Marihart: Aufgeklärte Konsumenten können Verantwortung für
ihren Lebensstil übernehmen =

Wien (OTS) - „Immer besser, gesünder, effizienter“? Unter diesem
Motto lud die österreichische Lebensmittelindustrie zu ihrem 15.
Jahresempfang. Im Zentrum des Abends standen das Ideal des perfekten
Menschen, die Rolle der Ernährung sowie die Verantwortung des
Einzelnen für seinen Lebensstil. Rund 300 Spitzenvertreter aus
Wirtschaft und Politik sowie Partner entlang der gesamten
Lebensmittelkette waren der Einladung des Fachverbands in die Aula
der Wissenschaften in Wien gefolgt.

Wissen statt Ideologie: Fachverbandsobmann Marihart fordert
Aufklärung

Die Anforderungen an das, was auf den Teller kommt, steigen
beständig. Der Obmann des Fachverbands, GD KR DI Johann Marihart,
wies auf die paradoxe Situation für die Lebensmittelindustrie hin:
„Lebensmittel gelten gleichermaßen als Allheilmittel und Sündenbock.
Täglich schießen neue Zwänge für unsere Branche aus dem Boden – von
Werbe- oder Verkaufsverboten über Zuckersteuern bis zur geforderten
Reformulierung von Produkten auf EU-Ebene.“ Marihart sieht die Zeit
reif für einen neuen Zugang: „Wir brauchen Wissen statt Ideologie.
Nicht einzelne Lebensmittel machen krank, sondern unausgewogene
Ernährung, gepaart mit weiteren Faktoren – wie wenig Bewegung, Stress
oder Veranlagung.“ Das Angebot an sicheren und qualitativen
Lebensmitteln der heimischen Hersteller sei heute so vielfältig wie
nie zuvor. „Da ist für jeden Geschmack und jedes Körpergewicht etwas
dabei. Ich bin überzeugt: Für einen gesunden Lebensstil braucht es
keine neuen Lebensmittel. Es braucht vielmehr Bildung, damit Menschen
wieder Selbstverantwortung übernehmen können!“, appellierte der
Obmann des Fachverbands.

Gesundheitsministerin Oberhauser tritt für eine Allianz der
Vernunft ein

Auch für Gesundheitsministerin Dr. Sabine Oberhauser, MAS ist die
Information der Konsumenten ein wesentlicher Schlüssel. Die alleinige
Steuerung des Marktes von oben – etwa durch eine Ampelregelung oder
eine Zuckersteuer wie in Großbritannien – sei nicht zielführend.
Vielmehr gehe es auch darum, über Information und Bildung das
Verhalten der Verbraucher zu beeinflussen. Oberhauser sprach sich für
eine Allianz der Vernunft aus und regte einen verstärkten Dialog
zwischen den an der Lebensmittelkette Beteiligten, der Wissenschaft
und der Politik an. „Die Konsumentinnen und Konsumenten haben ein
Recht auf bestmögliche Information über die Herstellung und die
Zusammensetzung von Lebensmitteln. Setzen wir uns an einen Tisch und
sprechen wir darüber, wie wir diese Herausforderung gemeinsam
meistern können!“.

Philosoph Liessmann hinterfragt das Ideal des perfekten
Menschen

Die Moderatorin des Abends, ORF-ZIB-Star Marie-Claire Zimmermann,
begrüßte auch Univ.-Prof. Dr. Konrad Paul Liessmann. Der Philosoph
und erfolgreiche Buchautor kritisierte in seiner Keynote das Ideal
der Verbesserung des Menschen um jeden Preis. Unter dem Titel „Der
perfekte Mensch und seine Grenzen“ spannte er einen Bogen von der
Ernährung bis zur Cybermedizin. Der Körper werde trainiert und
modelliert, „richtiges“ Essen, leistungssteigernde
Nahrungsergänzungsmittel und eine langfristige Anti-Aging-Strategie
sollten für effiziente Nutzung der Ressourcen sorgen. Am Ende stehe
„ein perfektes Wesen, das reibungslos funktioniert und dem alles
Menschliche fremd geworden ist“.

Fachverbandsgeschäftsführerin Koßdorff setzt auf verstärkte
Information

Um kaum ein anderes Thema ranken sich so viele Mythen wie um die
Ernährung. Das Gesundheitsbewusstsein steigt, gleichzeitig ist das
Alltagswissen über Lebensmittel und deren Herstellung gesunken. Hier
setzte die Geschäftsführerin des Fachverbands, Mag. Katharina
Koßdorff, an: „Wir müssen bei der Information über die moderne
Lebensmittelproduktion beginnen. Die Menschen brauchen Fakten, um
sich ein Urteil bilden zu können. Der Fachverband wird hier in den
kommenden Monaten verstärkt Aktivitäten setzen.“ Das Ideal des
perfekten Menschen mit Geboten und Verboten einzuzementieren, bringe
wenig, wenn nicht auch der Einzelne Verantwortung übernehme. Es
brauche mündige Menschen, die ihren Lebensstil positiv gestalten,
erklärt Koßdorff: „Wenn Verbraucher wieder wissen, wie Lebensmittel
erzeugt werden, wie sie im Körper wirken und wie sie damit am besten
umgehen, können sie sich selbst Gutes tun. Wir werden dieses Wissen
anbieten und dazu beitragen, dass Menschen einen gesunden und aktiven
Lebensstil wählen. Dabei können sie Qualität, Sicherheit und Genuss
österreichischer Lebensmittel erleben.“

Stellenwert der Lebensmittelindustrie in Österreich

Die Lebensmittelindustrie ist eine der größten Branchen Österreichs.
Sie sichert im Interesse der Konsumenten tagtäglich die Versorgung
mit sicheren, qualitativen und leistbaren Lebensmitteln. Die rund 200
Unternehmen mit ihren 26.000 Beschäftigten erwirtschafteten im Jahr
2015 ein Produktionsvolumen von 8 Mrd. €. Über 60 % davon werden in
180 Länder rund um den Globus exportiert. Der Fachverband unterstützt
seine Mitglieder durch Information, Beratung und internationale
Vernetzung.

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