- 01.06.2016, 12:40:46
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Pirklhuber: Vorsorgeprinzip darf nicht ausgesetzt werden – Glyphosat-Zulassung stoppen
EU-Kommission rudert zurück und will Pflanzengift „nur“ für 12 bis 18 Monate zulassen
Utl.: EU-Kommission rudert zurück und will Pflanzengift „nur“ für 12
bis 18 Monate zulassen =
Wien (OTS) - Die heutige Bekanntgabe von Kommissar Vytenis
Andriukaitis, die Zulassung von Glyphosat um 12 – 18 Monate
verlängern zu wollen, kritisieren die Grünen vehement. „Da erhebliche
wissenschaftliche Zweifel an der Unbedenklichkeit von Glyphosat für
Umwelt und Mensch bestehen, muss das Vorsorgeprinzip gelten und die
Zulassung darf nicht verlängert werden“, stellt Wolfgang Pirklhuber,
Landwirtschaftssprecher der Grünen klar. Glyphosat wurde von der
Internationalen Krebsforschungsagentur (IARC) als „wahrscheinlich
krebserregend für den Menschen“ eingestuft. Das deutsche
Bundesinstitut für Risikobewertung kam zu einer anderen Einschätzung.
96 WissenschaftlerInnen, darunter Epidemologen, Toxikologen,
Statistiker und Molekularbiologen aus 25 Ländern haben die Bewertung
der deutschen Behörde als "wissenschaftlich inakzeptabel", mit
"schwerwiegenden Mängeln behaftet" und "in die Irre führend"
kritisiert. Es liegen erhebliche wissenschaftliche Zweifel über die
Sicherheit des weltweit am häufigsten eingesetzten
Unkrautvernichtungsmittel vor.
„Zwar rudert die Kommission Schritt für Schritt zurück und will die
Zulassung jetzt nur noch für 12 bis 18 Monate aussprechen, dies
ändert jedoch nichts daran, dass auch für diesen Zeitraum das
Vorsorgeprinzip nicht einfach ausgesetzt werden kann. Auch für die
kommenden 12 bis 18 Monate muss der Schutz der Umwelt und der
Gesundheit höher wiegen, als die Interessen von Chemie-Konzernen“,
fordert Pirklhuber.
Für die angekündigte Abstimmung am 6. Juni im EU-Ausschuss fordern
die Grünen von Bundesminister Rupprechter, endlich eine klare Aussage
zu treffen und sich eindeutig gegen eine Zulassungsverlängerung
auszusprechen. Diese Aufforderung wird durch zahlreiche
Landtagsinitiativen unterstützt. Nach Salzburg, Wien und Vorarlberg,
wird auch der Kärntner Landtag am Donnerstag die Bundesregierung
auffordern, sich gegen eine Zulassungsverlängerung von Glyphosat
auszusprechen. Eine diesbezügliche Resolution wird von allen Parteien
unterstützt.
„Sollte sich auf EU-Ebene das Vorsorgeprinzip nicht durchsetzen und
eine Verlängerung der Zulassung von Glyphosat zustande kommen, dann
erwarte ich mir nationale Maßnahmen. Kommissar Andriukaitis hat in
der heutigen Pressekonferenz klar gesagt, dass nationale Verbote
möglich sind. Diesen Weg müsste Minister Rupprechter dann
beschreiten“, meint Pirklhuber.
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