Arktisschutz: Greenpeace erreicht Selbstverpflichtung von Fischerei-Industrie

Konzerne wie McDonald´s und Iglo verpflichten sich keinen Kabeljau aus Barentssee zu kaufen

Wien/Amsterdam (OTS) - Auf den Fang und Verkauf von Kabeljau aus bisher eisbedeckten Gewässern der norwegischen Arktis verzichten ab heute Anbieter wie Iglo und McDonald’s sowie einige der weltgrößten Fischereiunternehmen. Sie haben eine von Greenpeace geforderte Selbstverpflichtung unterschrieben. Diese gilt für ein Gebiet in der nördlichen Barentssee, das in etwa doppelt so groß ist wie Frankreich. Greenpeace fordert jetzt die norwegische Regierung auf, das Gebiet permanent unter rechtlichen Schutz zu stellen.

„Das ist ein beispielloser Schritt und ein außergewöhnlicher Erfolg für den Schutz der Arktis“, begrüßt Lukas Meus, Arktis-Sprecher von Greenpeace in Österreich die Vereinbarung. Derzeit sind Meeresgebiete, die bisher durch Meereis bedeckt waren, nicht geschützt. Eine im März vorgestellte Greenpeace-Untersuchung zeigt, dass industrielle Fischereiflotten mit Grundschleppnetzen immer weiter in abgelegene Gebiete der nördlichen Barentssee vordringen. Der Grund dafür ist das Schmelzen des arktischen Eises bedingt durch die Erderwärmung. Die Gewässer rund um die Inselgruppe Spitzbergen beheimaten Kaltwasserkorallen, Walarten wie Belugas, Finn- und Grönlandwale, Eisbären, Walrösser und einige der weltweit größten Kolonien von Seevögeln wie etwa Papageitaucher und Lummen. Durch den Kabeljau-Fang mit schweren Grundschleppnetzen wird der Meeresboden stark geschädigt – mit gravierenden Konsequenzen für das ganze Ökosystem.

Erstmals schränkt die Fischerei-Industrie mit dieser Verpflichtung freiwillig ihre Aktivitäten in der Arktis ein. Unterzeichnet haben sowohl Fiskebåt, die Vereinigung der gesamten norwegischen Hochsee-Fischereiflotte, wie auch die Karat Group, einer der größten Fischereikonzerne Russlands. Fangflotten, die dennoch in diesen Gebieten nach Kabeljau fischen, werden in Zukunft den Fang nicht mehr an die großen Fischverarbeiter und Endabnehmer verkaufen können. Dafür sorgt die Zusage großer Verarbeiter wie Iglo, Bird’s Eye, Findus, Young’s Seafood, Icelandic Seachill und Espersen – der größte Verwerter von gefrorenem Fisch in Europa. Auch die weltweit drittgrößte Handelskette Tesco und die Fast-Food-Kette McDonald‘s schließen sich neben anderen der Verpflichtung an.

Etwa 70 Prozent des weltweit verkauften Atlantischen Kabeljaus stammt aus der Barentssee. Die Industrie muss die Vereinbarung nun implementieren. „Greenpeace wird selbstverständlich die Umsetzung in Verhandlungen begleiten und überwachen. Zusätzlich muss die norwegische Regierung ein rechtlich – bindendes Schutzgebiet verankern“, so Meus abschließend.

Das Statement zur Vereinbarung in englischer Sprache finden Sie hier:
http://bit.ly/1TVx6K5

Bildmaterial finden Sie unter http://bit.ly/25jNZtw
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(© Vorname des Fotografen/ Nachname des Fotografen)

Greenpeace-Bericht zur industriellen Fischerei finden Sie unter:
http://bit.ly/1Ubl4Px

Petition zum Schutz der Arktis finden Sie unter:
https://www.savethearctic.org/

Rückfragen & Kontakt:

Lukas Meus
Arktis-Sprecher
Greenpeace CEE in Österreich
Tel.: +43 (0)664 8169713
E-Mail: lukas.meus@greenpeace.org

Reka Tercza
Pressesprecherin
Greenpeace CEE in Österreich
Tel.: +43 (0)664 857 45 98
E-Mail: reka.tercza@greenpeace.org

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