VIRUS zu S8: Verhandlung wird nicht beendet - Asfinag muss erneut nachsitzen

Neuerliche Blamage nicht zu kaschieren - Walcher-Schutzbehauptungen grotesk

Wien/Gänserndorf (OTS) - Wie die Umweltorganisation VIRUS mitteilt, wird auch in der zweite Runde der mündlichen Verhandlung zur S8 Marchfeldschnellstraße diese nicht abgeschlossen werden können. Wolfgang Rehm, er vertritt die Verfahrensparteien VIRUS und Bürgerinitiative Marcheld begründet: "Ursache ist die miserable Planung der Autobahnbauer die das Projekt wie ein Mühlstein nach unten zieht. Der größte Grundwasserkörper Österreichs ist ein wesentliches Schutzgut, die Asfinag ist nicht in der Lage die erforderlichen Nachweise zu erbringen".

Rehm tritt damit den Ausflüchten des Asfinag BMG-Geschäftsführer Walcher entgegen, der in seiner Aussendung versuche, die neuerliche Blamage zu kaschieren. "Im trockenen Marchfeld ist das Grundwasser von entscheidender Bedeutung für Einwohner und die Landwirtschaft. Die Asfinag hat sich ohne Not entschlossen, ihr Projekt kostensparend auf Versickerung schadstoffbelasteter Straßenwässer umzuplanen und die Risiken auf die Allgemeinheit abzuwälzen". Sie sei zusammengefasst aber nicht in der Lage die komplexe hydrogeologische Situation im Grundwasser richtig darzustellen und einen Nachweis für die begrenzte Ausbreitung der versickerten Schadstoffe zu erbringen. "Angesichts der bereits fünfjährigen Verfahrensdauer und zahlreicher Verbesserungsaufträge kann beim besten Willen nicht mehr von Planungsqualität gesprochen werden. Aufgrund offensichtlich unvollständiger Begutachtung und der fundierten Kritik der Verfahrensparteien wurde nach den ersten vier Verhandlungstagen im April ein Verbesserungsauftrag, der sich nun als nicht erfüllt herausgestellt hat und dem ein weiterer und eine dritte Verhandlungsstaffel folgen muss," stellt Rehm den Status klar.

Generell habe Walcher mit seinen fortgesetzt realitätsfernen Statements zu Projekten S1- und S8 jede Glaubwürdigkeit verspielt. "Wir rufen die Medienvertreter auf, in ihren Archiven die gesammelten Äußerungen Walchers allein in den letzten Monaten mit der tatsächlichen Situation zu vergleichen und schönfärberischen Meldungen keinen Glauben mehr zu schenken", regt Rehm an und appelliert an die Geschäftsführung der Asfinag Holding: "Die Geschäftsführer sollen sich weiters überlegen, ob eine derartige Öffentlichkeitsarbeit des Leiters ihrer Baumanagement-Tochter, die regelmäßig von der anders gelagerten Realität eingeholt wird, den Gesamtinteressen der Gesellschaft dienlich ist".
Faktum sei jedenfalls, dass nun Zeitplan der S8 "zum x-ten Mal" erneut revidiert werden müsse. "Nachdem man nun 14 Jahre lang die Anrainer in den Ortsdurchfahrten untätig zur S8-Akzeptanzbeschaffung" leiden lässt, wäre es hoch an der Zeit, dass Land Niederösterreich die Realisierung der Alternativen startet und diese durch Ergreifung von Sofortmaßnahmen zur Minimierung, der aus dem Verkehr resultierenden Belastungen ergänzt", so Rehm abschließend.

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Wolfgang Rehm, 0699/12419913, virus.umweltbureau@wuk.at

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