Studierenden-Sozialerhebung zeigt Finanzierungsprobleme auf allen Ebenen.

Steigende Armut und sinkende Unterstützung erschweren Studierenden den Alltag!

Wien (OTS) - Heute werden im Rahmen der Konferenz „Heterogenität der Studierenden - Zielgruppen der Nationalen Strategie zur sozialen Dimension in der Hochschulbildung“ erste Zahlen aus der Studierenden-Sozialerhebung (Sola) 2015 präsentiert. Die Zahlen zeichnen einmal mehr ein düsteres Bild der finanziellen Situation der österreichischen Student_innen, sowie für die allgemeine soziale Gerechtigkeit im Hochschulbereich.

Plötzliche Ausgaben über 450€ für viele nicht tragbar

“Laut Erhebung ist es einem Drittel der Studierenden nicht möglich überraschende Kosten von 450€ zu tragen. Ein Fünftel kann es sich nicht leisten, einmal im Monat Freund_innen oder Verwandte zum Essen einzuladen. Solche Zahlen werfen ein ausgesprochen ernüchterndes Licht auf die finanzielle Lage von Studierenden”, so Magdalena Goldinger vom Vorsitzteam der Österreichischen Hochschüler_innenschaft (ÖH).

Wohnen bleibt zu teuer

Weitere Sola-Ergebnisse zeigen, dass Studierende 36% des monatlichen Budgets für Wohnen ausgeben - doppelt so viel wie der Durchschnitt der österreichischen Wohnbevölkerung. Besonders Studierende deren Eltern aus niedrigen Einkommensschichten kommen sind von den hohen Wohnkosten belastet, weshalb sich viele von diesen für einen Platz in einem Studierendenwohnheim entscheiden. “Leider sind die Heimplatzpreise in den letzten Jahren extrem gestiegen. Dies liegt besonders daran, dass seit 2013 keine Studierendenheimförderung mehr bezahlt wird”, so Goldinger. Derzeit wohnen nur 9% der Studierenden in Wohnheimen und diese sind laut Erhebung besonders unzufrieden mit Wohnkosten, der Größe und dem Zustand des Zimmers.

Studienbeihilfe braucht Anpassung

Auch im Sektor der Studienbeihilfe zeigen die Sola-Ergebnisse Nachholbedarf. “Die wichtigste Unterstützung für finanziell benachteiligte Studierende, die Studienbeihilfe, wurde in ihrer Höhe seit 1999 nicht an die Inflation angepasst. Das ist ein sozialpolitischer Skandal!”, so Goldinger empört. Dabei fordert nicht nur die ÖH eine Inflationsanpassung, auch eine Expert_innengruppe der Österreichischen Hochschulkonferenz empfahl adäquate Anpassungen bereits im Jahr 2013 [1].

Erste Schritte zur Besserung

“Die wichtigsten Schritte nach den ersten Ergebnissen wären die sofortige Inflationsanpassung der Studienbeihilfe und die Senkung der Wohnkosten durch die Wiedereinführung der Heimförderung”, fordert Goldinger. “Das ist nicht nur im Sinne der sozialen Gerechtigkeit, sondern würde auch den Student_innen helfen ihr Studium schneller und besser abzuschließen. Es bleibt zu hoffen, dass die Regierung nach ihren jüngsten Bekenntnissen zur Bedeutung der Bildung diesen Worten auch Taten folgen lässt”, so Magdalena Goldinger abschließend.

[1]
http://hochschulplan.at/wp-content/uploads/2013/09/2013-Bericht-der-A
G-Soziale-Absicherung-an-die-HSK.pdf

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