• 12.05.2016, 09:00:01
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Verbrennungswunden: Bessere Behandlungsformen mit Hilfe von Botenstoffen aus weißen Blutkörperchen

Wien (OTS) - Großflächige Brandwunden werden in der Regel versorgt,
indem Hautschichten von anderen Körperregionen transplantiert werden.
Ein bewährtes Verfahren, allerdings kann die Wundheilung gelegentlich
problematisch werden. Einer Forschungsgruppe um den Plastischen
Chirurgen Stefan Hacker von der Universitätsklinik für Chirurgie der
MedUni Wien gelang der Nachweis, dass lösliche Faktoren von weißen
Blutkörperchen die Wundheilung nach einer Hauttransplantation
verbessern. Die Studie wurde im Top-Journal Scientific Reports
publiziert.

Opfer von Verbrennungen haben oft große Wundflächen, da die
betroffene Haut nicht mehr zu retten ist und entfernt werden muss. In
der Regel erfolgt eine Hautverpflanzung vom Oberschenkel oder Rücken
auf das verletzte Gebiet. Je jünger die PatientInnen sind, desto
besser ist die Wundheilung. Bei älteren und an bestimmten Krankheiten
(z.B. Diabetes) leidenden Menschen dauert dieser Prozess erheblich
länger. Manchmal führt dies zu Komplikationen, die erneute
Operationen notwendig machen oder entstellende Narben verursachen.

Eine Forschungsgruppe um Stefan Hacker, Chirurg an der Klinischen
Abteilung für Plastische und Rekonstruktive Chirurgie der MedUni
Wien, konnte nun im Tiermodell eine Methode nachweisen, bei der
lösliche Faktoren aus weißen Blutkörperchen wesentlich zu einer
verbesserten Wundheilung beitragen. Zunächst wurden dafür weiße
Blutkörperchen durch Bestrahlung mit Gammastrahlen in Stress
versetzt, damit sie bestimmte Eiweiße ausschütten, welche die Gefäß-
und Gewebeneubildung anregen. Diese löslichen Stoffe wurden zu einem
Medikament verarbeitet und auf die Wunden aufgetragen. Das Ergebnis
war eine Verdoppelung der Gefäßneubildung und außerdem eine bessere
und schnellere Entwicklung der Haut als in den Vergleichsgruppen. Das
Studienprojekt wurde in Kooperation mit Rainer Mittermayr vom Ludwig
Boltzmann Institut für experimentelle und klinische Traumatologie
sowie Michael Mildner von der Universitätsklinik für Dermatologie der
MedUni Wien geplant und durchgeführt.

Die Studie ist ein gutes Beispiel für translationale Forschung, die
auch bald den PatientInnen zu Gute kommen könnte. Stefan Hacker: “Die
klinische Anwendung beim Menschen soll sich nicht auf
Verbrennungswunden beschränken, sondern das kann auch bei anderen
Wunden, wie etwa schlecht heilenden Hautgeschwüren bei Diabetikern
oder nach mikrochirurgischen Gewebsverpflanzungen funktionieren“.
Durchführung und Finanzierung der Studie erfolgten im Rahmen des
Christian Doppler Labors für Diagnose und Regeneration von Herz- und
Thoraxerkrankungen (Leitung: Hendrik Jan Ankersmit) an der Abteilung
für Thoraxchirurgie der MedUni Wien.

Service: Scientific Reports

Paracrine Factors from Irradiated Peripheral Blood Mononuclear Cells
Improve Skin Regeneration and Angiogenesis in a Porcine Burn Model.
Stefan Hacker, Rainer Mittermayr, Stefanie Nickl, Thomas Haider,
Diana Lebherz-Eichinger, Lucian Beer, Andreas Mitterbauer, Harald
Leiss, Matthias Zimmermann, Thomas Schweiger, Claudia Keibl, Helmut
Hofbauer, Christian Gabriel, Mariann Pavone-Gyöngyösi, Heinz Redl,
Erwin Tschachler, Michael Mildner & Hendrik Jan Ankersmit
Scientific Reports 6, Article number: 25168 (2016)
doi:10.1038/srep25168, http://www.nature.com/articles/srep25168

Fünf Forschungscluster an der MedUni Wien

Insgesamt sind fünf Forschungscluster der MedUni Wien etabliert. Dort
werden in der Grundlagen- wie in der klinischen Forschung vermehrt
Schwerpunkte an der MedUni Wien gesetzt. Die Forschungscluster
umfassen medizinische Bildgebung, Krebsforschung/Onkologie,
kardiovaskuläre Medizin, medizinische Neurowissenschaften und
Immunologie. Die Forschung zur Plastischen Chirurgie an der MedUni
Wien fällt in den Themenbereich des Clusters für Immunologie.

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