- 11.05.2016, 13:27:46
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Dziedzic: Karmasin lässt LGBTIQ*-Jugendliche bewusst im Stich
Grüne fordern präventive Gesundheitsarbeit und Stärkung der psychischen Gesundheit von LGBTIQ*-Jugendlichen
Utl.: Grüne fordern präventive Gesundheitsarbeit und Stärkung der
psychischen Gesundheit von LGBTIQ*-Jugendlichen =
Wien (OTS) - Gestern Abend fand im Palais Epstein die Präsentation
der Coming Out-Studie des deutschen Jugendinstituts mit
anschließender Podiumsdiskussion zu Lebenswirklichkeiten von
LGBTIQ*-Jugendlichen in Österreich statt. „Die Diskussion zeigte
eindeutig auf, dass es dringend notwendig ist, sexuelle Orientierung
und Geschlechtsidentität im Bildungsbereich und in der Jugendarbeit
und Jugendforschung zu thematisieren. LGBTIQ*-Jugendliche sind
unsichtbar und leiden darunter. Der Prozess der Pubertät ist schon
anstrengend genug und sich auch noch dauernd erklären zu müssen und
Ablehnung innerhalb der Familie, des FreundInnenkreises und der
Schule zu erfahren, ist sehr schmerzhaft“, berichtet Ewa Dziedzic,
Bundesrätin und Grüne LGBTI-Sprecherin.
„Mir ist völlig schleierhaft, weshalb die Jugendministerin Karmasin
hier keinen Handlungsbedarf sieht, wie sie heute in einer
parlamentarischen Anfragebeantwortung schreibt“, wundert sich
Dziedzic und weiter: „Karmasin lässt LGBTIQ*-Jugendliche bewusst im
Stich und will sie weder im Jugendbericht noch im Better-Life-Index
inkludieren.“ Im Sinne einer präventiven Gesundheitsarbeit und
Stärkung der psychischen Gesundheit von LGBTIQ*-Jugendlichen muss
auch die Jugendforschung rasch reagieren und Diversität
miteinbeziehen. Nächster Schritt muss eine groß angelegte
Forschungsstudie zur Lebensrealität von LGBTIQ*-Jugendlichen und
jungen Erwachsenen in Österreich sein, um zu wissen, von welchen
Daten wir eigentlich ausgehen können.
„Die größte Baustelle ist allerdings der Bildungsbereich und die
ExpertInnen brauchen Unterstützung. Sexuelle und geschlechtliche
Vielfalt und die Thematisierung von vielfältigen Lebensformen wie
Regenbogenfamilien müssen in die Ausbildung von Kindergarten- und
SozialpädagogInnen sowie Lehrpersonen aufgenommen werden. Man muss
das Rad nicht neu erfinden, es gibt bereits Materialien für den
Unterricht, die allerdings kaum in Verwendung und nicht auf
Bildungsservern zu finden sind“, betont Dziedzic.
Auch die außerschulische Jugendarbeit ist entsprechend gefordert,
partizipativ mit den Jugendlichen das Thema LGBTIQ* zu bearbeiten und
dauerhaft in ihrer Aktivität zu verankern. „Kinderrechte sind
Menschenrechte und LGBTIQ*-Jugendliche haben ein Recht auf ein
diskriminierungsfreies Umfeld und Sichtbarkeit, sei es in der Schule
oder am Lehrplatz. Hier ist noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten,
um einen positiven, gesellschaftlichen Wandel zu bewirken“ stellt
Dziedzic fest.
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