- 10.05.2016, 22:00:01
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Neues Volksblatt: "Keine Rosen" von Markus EBERT
Ausgabe vom 11. Mai 2016
Utl.: Ausgabe vom 11. Mai 2016 =
Linz (OTS) - Gemessen an der Tatsache, dass unter gestandenen
Sozialisten der Gruß „Freundschaft“ üblich ist, ist der parteiinterne
Umgang bei der SPÖ mit dem Abgang von Werner Faymann ein ziemliches
Armutszeugnis. Sieht man einmal von einigen wenigen
Pflichtbekundungen — Dankbar, Entscheidung respektieren — ab, ist
Faymanns Parteifreunden zur Demissionen des Parteiobmannes und
Bundeskanzlers nichts eingefallen, schon gar nicht etwas, was
tatsächlich nach persönlicher Wertschätzung klang. Im Gegenteil: So
manche Kritiker zeigten sich weiter unversöhnlich. Daraus lässt sich
wohl am besten ermessen, wie ungeliebt jener Mann war, der immerhin
acht Jahre an der Spitze der SPÖ stand. Wirklich beschämt wurden die
Genossen von Kardinal Christoph Schönborn, der Faymanns Rückzug
ebenso herzlich wie auch kritisch kommentierte.
Wer immer auch von Michael Häupls Gnaden zum Nachfolger auserkoren
wird, der muss wissen, dass er eine Mammutaufgabe zu stemmen hat. Er
muss eine gespaltene Partei einen, muss das Kanzlerhandwerk lernen
und auch noch mit dem Koalitionspartner gemeinsame Politik für
Österreich machen. Und er muss auch noch den neuen Job im Bewusstsein
antreten, nach spätestens zwei Jahren Chef einer Oppositionspartei
sein zu können.
Eines freilich weiß er — von einer Frau ist ja offensichtlich nicht
die Rede — vorab: Rosen werden am Ende nicht gestreut.
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