- 08.05.2016, 20:30:22
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Fest der Freude: Zehntausend Menschen feierten die Befreiung vom Nationalsozialismus vor 71 Jahren
Zeitzeugen sowie führende Politikerinnen und Politiker gedachten heute am Wiener Heldenplatz der Befreiung vom Nationalsozialismus vor 71 Jahren.
Utl.: Zeitzeugen sowie führende Politikerinnen und Politiker
gedachten heute am Wiener Heldenplatz der Befreiung vom
Nationalsozialismus vor 71 Jahren. =
Wien (OTS) - Zeitzeugen sowie führende Politikerinnen und Politiker
gedachten heute am Wiener Heldenplatz der Befreiung vom
Nationalsozialismus vor 71 Jahren. ORF III übertrug das Fest der
Freude mit dem Gratiskonzert der Wiener Symphoniker live.
Mehr als zehntausend Besucherinnen und Besucher hörten die Worte des
Zeitzeugen Daniel Chanoch und führender PolitikerInnen sowie das
Konzert der Wiener Symphonikern am 8. Mai 2016 am Wiener Heldenplatz.
Das vom Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) zum vierten Mal
veranstaltete Fest der Freude ist jenem Tag vor genau 71 Jahren
gewidmet, an dem der nationalsozialistischen Herrschaft in Österreich
ein Ende gesetzt wurde.
„Die Erinnerung an den Tag, an dem Österreich von der
Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten befreit wurde, ist heute
wichtiger denn je. Die aktuellen statistischen Daten sind mehr als
Besorgnis erregend: Rechtsextreme Straftaten sind im Vergleich zum
Vorjahr um 50 Prozent gestiegen, in den letzten fünf Jahren sogar um
100 Prozent. Es braucht daher dringend einen nationalen Aktionsplan
gegen Rechtsextremismus“, so Willi Mernyi, Vorsitzender des
Mauthausen Komitees Österreich.
KZ-Überlebender und PolitikerInnen erinnerten an die Opfer des
Nationalsozialismus
Eröffnet wurde das Fest der Freude mit einem Videobeitrag über
Solidarität und den KZ-Überlebenden Daniel Chanoch, gelesen von
Mercedes Echerer und Konstanze Breitenebner. Danach folgten
Videobotschaften von Vertreter/innen der Befreiungsnationen sowie dem
Präsidenten des Dokumentationsarchivs des österreichischen
Widerstandes, Rudolf Edlinger, dem Präsidenten der Israelitischen
Kultusgemeinde Wien, Oskar Deutsch sowie dem Verein GEDENKDIENST.
Während des Konzerts der Wiener Symphoniker erinnerten der Zeitzeuge
und KZ-Überlebende Daniel Chanoch, Bundesministerin Dr.in Sabine
Oberhauser, Bundesminister Mag. Wolfgang Sobotka, Vizebürgermeisterin
Mag.a Maria Vassilakou, Wiener Stadträtin Mag.a Sonja Wehsely und
MKÖ-Vorsitzender Willi Mernyi an die Opfer des Nationalsozialismus.
Durch die Veranstaltung führte Schauspielerin Katharina Stemberger.
Daniel Chanoch verbindet mit einer Gruppe anderer Überlebender eine
bewegende Geschichte zu Solidarität. Die Wichtigkeit und
Notwendigkeit von Solidarität zeigt sich heute auch in jenen
Momenten, in welchen Menschen, die nach Europa und nach Österreich
flüchten, Hilfe brauchen. Solidarität ist daher der thematische
Schwerpunkt für das Fest der Freude im Jahr 2016.
Beethovens 3. Symphonie „Eroica“ gespielt von den Wiener
Symphonikern
Unter der Leitung des Dirigenten Christoph von Dohnányi eröffneten
die Wiener Symphoniker das Fest der Freude mit „Fanfare for a Bowl
Concert on motifs of Die Gurrelieder“ von Arnold Schönberg. Am
Programm des Traditionsorchesters standen weiters „Ein Überlebender
aus Warschau“ – ebenfalls von Arnold Schönberg – mit Star-Bariton
Thomas Hampson als Erzähler und dem Singverein der Gesellschaft der
Musikfreunde unter der Chorleitung von Johannes Prinz sowie Ludwig
van Beethovens Symphonie Nr. 3 Es-Dur op. 55 „Eroica“.
Fest der Freude auf ORF III und in der ORF-TVthek
Zum zweiten Mal zeigte ORF III Kultur und Information am 8. Mai das
„Fest der Freude“ mit dem Festakt und dem anschließenden
Gedenkkonzert der Wiener Symphoniker live vom Wiener Heldenplatz. Die
TV-Übertragung war der Höhepunkt eines umfangreichen Thementags mit
zahlreichen Dokumentationen, u. a. „Der Krieg ist aus!“,
„Trümmerfrauen“, „Österreich in Farbe – Die Besatzungszeit“ und „Der
Wiener Stephansdom – Die Wiedergeburt eines Wahrzeichens“, sowie
Zeitzeugengesprächen und Interviews. Darüber hinaus überträgt ORF III
am Sonntag, dem 15. Mai ab 9.50 Uhr live die Gedenk- und
Befreiungsfeier aus Mauthausen.
Das „Fest der Freude“ – Sondersendung, Festakt und Konzert –, die
zwei „Mauthausen vor der Tür“-Folgen sowie alle ORF-III-Sendungen,
sind via ORF-TVthek nach der TV-Ausstrahlung als Video-on-Demand
unter http://tvthek.orf.at/ verfügbar.
Internationale Gedenk- und Befreiungsfeier in der
KZ-Gedenkstätte Mauthausen am 15. Mai 2016
Die Überlebenden des Konzentrationslagers Mauthausen und dessen
Außenlager wurden Anfang Mai 1945 von US-Truppen befreit. Gemeinsam
mit seiner Partnerorganisation Comité International de Mauthausen und
weiteren Organisationen veranstaltet das Mauthausen Komitee die
gesamten Gedenkfeiern anlässlich der Befreiung des KZ-Mauthausen und
seiner 49 Außenlager. Mehr als 80 Gedenkveranstaltungen werden heuer
österreichweit an Orten ehemaliger Außenlager und Stätten des
NS-Terrors abgehalten und finden ihren Höhepunkt in der europaweit
größten internationalen Gedenkfeier in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen
am 15. Mai 2016 von 10.00 Uhr bis etwa 12.00 Uhr. Die diesjährigen
Gedenk- und Befreiungsfeiern widmen sich dem Thema „Internationale
Solidarität“.
Statements:
Bundeskanzler Werner Faymann:
„Mit dem Fest der Freude feiern wir das Ende der Nazi-Diktatur vor 71
Jahren, gedenken der Opfer und würdigen diejenigen, die den Mut
fanden, Widerstand zu leisten. Wir setzen auf dem Wiener Heldenplatz
ein Zeichen: Dass sich die menschenverachtenden Gräuel und die
Barbarei des Faschismus nie mehr wiederholen dürfen.“
Bundesministerin für Gesundheit Dr.in Sabine Oberhauser, MAS:
„Solidarität ist der thematische Schwerpunkt des diesjährigen Fests
der Freude – nicht zufällig: Gerade angesichts der aktuellen
Flüchtlingsbewegungen ist unsere Solidarität wieder mehr denn je
gefordert. Rufen wir uns den berühmten Ausspruch des
US-amerikanischen Philosophen und Schriftstellers George Santayana in
Erinnerung: „Wer seine Geschichte nicht kennt, ist dazu verdammt, sie
zu wiederholen.“ Lassen wir das nicht zu. Zeigen wir Solidarität,
denn Solidarität ist die Kraft, die uns Menschen verbindet – damals
wie heute.“
Bürgermeister der Stadt Wien Dr. Michael Häupl:
Am 8. Mai 1945 befreiten die Alliierten Europa vom
Nationalsozialismus. Auch für Österreich war die Stunde der Freiheit
gekommen. Das sinnlose Töten, die Barbarei und der kaltblütige Mord
an Verfolgten fanden ein Ende. Die Freude der Menschen über das
Kriegsende war verbunden mit unendlich großem Mut zum Wiederaufbau
eines neuen Österreichs. Mit dem Fest der Freude am 8. Mai gedenken
wir dieser Menschen, aber auch der vielen unschuldigen Opfer. Aus
Trümmern haben wir unser Land und unsere Demokratie wieder aufgebaut.
Heute liegt es an uns allen, sicherzustellen, dass so etwas in
unserem Österreich, genauso wie auf diesem Kontinent, nie wieder
geschehen kann. Unsere Geschichte verpflichtet uns, allen Anfängen
von Intoleranz, Rassismus und Antisemitismus mit aller
Entschlossenheit entgegenzutreten.
Vizebürgermeisterin der Stadt Wien Mag.a Maria Vassilakou:
Das Fest der Freude ist ein Bekenntnis zu einem freien, einem
demokratischen Österreich ebenso wie zu einem freien, demokratischen
und geeinten Europa. Unsere gewonnene und geschenkte Freiheit gilt es
zu bewahren und zu verteidigen ohne Wenn und Aber.
Wiens Kulturstadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny:
Mit dem Fest der Freude feiern wir in Wien das Ende des
Nationalsozialismus durch die Befreiung der Alliierten 1945. Wir
begehen mit dem 8. Mai aber auch einen wichtigen Tag des Gedenkens an
alle Opfer des damaligen Terrorregimes und an all jene Menschen, die
damals bereit waren, dagegen Widerstand zu leisten und so bewiesen
haben, dass Gewalt und Unterdrückung nicht hingenommen oder geduldet
werden müssen. Wir besinnen uns damit auch der Bedeutung des
Beistands für Verfolgte und vom Tod durch Krieg und Terror bedrohte
Mitmenschen. Die für uns errungene Freiheit wollen wir in diesem
Bewusstsein als Fest der Freude begehen.
Wiener Stadträtin Mag.a Sonja Wehsely:
Der Entsolidarisierung der Gesellschaft, die die Basis für Hass und
Rechtsextremismus bildet, müssen wir mit einem starken Sozialstaat
entgegen. Bei den Ärmsten zu kürzen bedeutet eine weitere Spaltung
der Gesellschaft.
Intendant der Wiener Symphoniker Johannes Neubert:
Für die Wiener Symphoniker sind die Konzerte am Heldenplatz
anlässlich der Befreiung Österreichs vom nationalsozialistischen
Terror immer ein Höhepunkt des Konzertjahres. Freiheit und Frieden
sind in vielerlei Hinsicht Grundbedingungen für unser Wirken als
Künstler. Wir sind deshalb sehr glücklich, dass wir auch in diesem
Jahr durch die Kraft der Musik dazu beitragen dürfen, diesen Tag der
Befreiung als einen Tag des Gedenkens, aber eben auch der Freude zu
begehen.
Fotos und Presseunterlagen zum Fest der Freude 2016 unter
http://festderfreude.at/de/service/presse
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