- 08.05.2016, 10:00:02
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Der permanenten EU-Kritik zum Trotz: 60 Prozent der ÖsterreicherInnen weiterhin für Mitgliedschaft
31 Prozent für EU-Austritt - 9 Prozent keine Angabe - ÖGfE-Umfrage anlässlich des Europatags
Utl.: 31 Prozent für EU-Austritt - 9 Prozent keine Angabe -
ÖGfE-Umfrage anlässlich des Europatags =
Wien (OTS) - „Trotz der Vielzahl an Problemlagen, denen wir seit 2008
gegenüberstehen und in welchen die EU - auch dank nationaler
Partikularinteressen einiger Mitgliedstaaten - nicht immer eine allzu
glückliche Figur gemacht hat, spricht sich eine klare Mehrheit der
Österreicherinnen und Österreicher weiterhin für eine
EU-Mitgliedschaft aus. Dies sollte gerade am 9. Mai, dem Europatag,
besonders bedacht werden“, betont Paul Schmidt, Generalsekretär der
Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE), vor dem
Hintergrund aktueller ÖGfE-Umfrageergebnisse.
60 Prozent der ÖsterreicherInnen sprechen sich derzeit dafür aus,
dass unser Land EU-Mitglied bleibt. 31 Prozent plädieren für einen
Austritt. 9 Prozent beziehen keine Stellung.
Insgesamt 50 österreichweite ÖGfE-Befragungen seit Juni 1995 zeigen,
dass - trotz Schwankungen – die BefürworterInnen der
EU-Mitgliedschaft stets in der Mehrheit waren. Im Durchschnitt lag
die Zahl der MitgliedschaftsbefürworterInnen bei rund 70 Prozent, die
Zahl der GegnerInnen bei 23 Prozent. Die höchste Zustimmung zur
EU-Mitgliedschaft fand sich im Juni/Juli 2002 (80 Prozent), der
stärkste Wunsch nach einem Austritt im Juni/Juli 2008 (33 Prozent).
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„Während die Zustimmung zur EU-Mitgliedschaft zum Höhepunkt der
Wirtschafts- und Finanzkrise tendenziell angestiegen ist, gehen die
Zustimmungswerte seit dem Beginn des Flüchtlingszustroms nach
Mitteleuropa zurück“, analysiert Schmidt. „Dies zeigt einen
deutlichen Vertrauensverlust in die Handlungsfähigkeit nationaler wie
europäischer Politik.“
Männer befürworten in der aktuellen Umfrage zu 57 Prozent die
EU-Mitgliedschaft Österreichs, Frauen zu 63 Prozent. Der Wunsch nach
einem EU-Austritt liegt bei den männlichen Befragten bei 37 Prozent,
bei den weiblichen bei 26 Prozent. Während Befragte mit
Universitätsabschluss zu 85 Prozent für den Verbleib Österreichs bei
der EU plädieren (EU-Austritt: 13 Prozent), sind es bei Personen mit
Matura 67 Prozent (EU-Austritt: 25 Prozent). Bei Befragten mit
Berufs- und Handelsschulabschluss lautet das Verhältnis 57 Prozent
(„bleiben“) zu 35 Prozent („austreten“), bei Befragten mit
Pflichtschulabschluss 53 Prozent („bleiben“) zu 34 Prozent
(„austreten“).
„Inmitten der Wirtschafts- und Finanzkrise war der gemeinsame Wille
zur Problemlösung klar erkennbar. Heute jedoch wird durch
nationalstaatlichen Grenzaktionismus das Gefühl der Unsicherheit
verstärkt und ein Notstand vermittelt, den es aktuell so nicht gibt.
Denn das Schließen der Westbalkan-Route in Kombination mit dem
Inkrafttreten des EU-Türkei-Abkommens hat die Lage sehr wohl
beruhigt“, meint Schmidt abschließend. „Ebenso gibt es EU-Beschlüsse,
die der Umsetzung harren. Gefragt sind daher insbesondere ein
stärkeres europäisches Verantwortungsbewusstsein nationaler
Entscheidungsträger sowie eine thematische Versachlichung und damit
eine Deeskalation der politischen Rhetorik. Gelingt uns das, wird
auch die Zustimmung zur EU-Mitgliedschaft wieder ansteigen.“
Die aktuelle Umfrage wurde von der Sozialwissenschaftlichen
Studiengesellschaft vom 28. April bis 2. Mai 2016 im Auftrag der ÖGfE
durchgeführt. Befragt wurden österreichweit 542 Personen per Telefon
(repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16
Jahre/Gewichtung nach Geschlecht, Alter und Bildung). Fehlende Werte
auf 100 Prozent = „weiß nicht/Keine Angabe“. Maximale
Schwankungsbreite ca. +/- 4,3 Prozent.
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