• 04.05.2016, 12:46:52
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Bundeskanzler Faymann: "Wir müssen rassistischen und menschenverachtenden Strömungen ganz klar entgegentreten"

Besuch des Bundeskanzlers im Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes

Utl.: Besuch des Bundeskanzlers im Dokumentationsarchiv des
österreichischen Widerstandes =

Wien (OTS) - "Der eben erschienene Verfassungsschutzbericht 2015
spricht eine klare Sprache. Es gab einen wesentlichen Anstieg
rechtsextremistisch motivierter Straftaten in Österreich im
vergangenen Jahr. Wenn rechtsextreme Aktivitäten so massiv zunehmen,
dann reicht kein Bedauern, dann dürfen wir nicht einfach zur
Tagesordnung übergehen", sagte Bundeskanzler Werner Faymann heute,
Mittwoch, anlässlich eines Besuches im Dokumentationsarchiv des
österreichischen Widerstandes (DÖW) im 1. Wiener Gemeindebezirk.
Gemeinsam mit DÖW-Leiter Gerhard Baumgartner und den Zeitzeugen
Katharina Sasso und Rudolf Gelbard gab er im Anschluss an den Besuch
ein Pressestatement ab. Der aktuelle Verfassungsschutzbericht habe
auch gezeigt, so Gerhard Baumgartner, dass Rechtsextremismus in allen
Alters- und Gesellschaftsgruppen zugenommen habe. Ebenso sei die
Gewaltbereitschaft gestiegen, insbesondere gegenüber Ausländern und
Asylwerbern, aber auch gegenüber dem politischen Gegner.

"Wir müssen jeglichen faschistischen, rassistischen und
menschenverachtenden Strömungen ganz klar entgegentreten, indem wir
eine Erinnerungs- und Bewusstseinskultur schaffen und diese
aufrechterhalten. Denn nur wer sich der historischen Betrachtung
stellt, wer sich mit der Zeit des Faschismus und des Holocaust
beschäftigt, kann die notwendigen Konsequenzen für die
antifaschistische Arbeit in der Gegenwart ableiten. Und hier sind es
gerade das Dokumentationsarchiv und die Zeitzeuginnen und Zeitzeugen,
die diese Erinnerungskultur gewährleisten", so Faymann.

Auch DÖW-Leiter Baumgartner betonte die Bedeutung der kritischen
Auseinandersetzung mit der Geschichte unseres Landes. Die Aufwertung
der politischen Bildung an den Schulen sei bereits ein wichtiger
Schritt gewesen. Hier könne man durch eine höhere Stundenanzahl und
eine intensivere Lehrerausbildung künftig noch verstärkt ansetzen.
Bereits bestehende Fortbildungsprojekte im Bereich der Justizbehörden
und der Exekutive sollten ebenfalls weiter ausgebaut werden.
Schließlich könnte nach dem deutschen Vorbild auch in Österreich eine
Einrichtung geschaffen werden, die Beratung und qualifizierte
Betreuung für Personen anbietet, die aus der rechtsextremen Szene
aussteigen wollen.

"Mit Aufklärungsarbeit müssen wir immer wieder jenen entgegentreten,
die mit harmlosen Begriffen versuchen, faschistisches und
rechtsextremes Gedankengut wieder aufleben zu lassen", so Faymann.
Denn gerade die jüngsten Aktivitäten der Identitären hätten gezeigt,
dass die Aggressivität gestiegen ist. "Dabei ist es wichtig, dem Hass
nicht mit Gegenhass zu begegnen, sondern mit Bewusstseinsbildung und
Aufklärung. Daher bin ich besonders den Zeitzeuginnen und Zeitzeugen
sehr dankbar für ihren Einsatz in der Öffentlichkeit und ihre
Tätigkeit an den Schulen. Denn nur wer aufmerksam macht, wer nicht
schweigt, wer Partei ergreift, der wird diesen Strömungen auch
entgegenhalten können", so der Bundeskanzler abschließend.

Bilder zu diesem Termin sind über das Fotoservice des
Bundespressedienstes http://fotoservice.bundeskanzleramt.at
kostenfrei abrufbar.

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