• 03.05.2016, 13:50:51
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Alarmstufe Rot: ServusTV-Ende ist Alarmsignal für Österreichs Medienpolitik

Politik muss dringend Rahmenbedingungen für dualen Rundfunkmarkt verbessern

Utl.: Politik muss dringend Rahmenbedingungen für dualen
Rundfunkmarkt verbessern =

Wien (OTS) - Wie heute bekannt geworden ist, wird der private
TV-Sender „ServusTV“ seinen Betrieb einstellen. Damit verliert der
österreichische TV-Markt einen seiner wichtigsten Pfeiler.

Ernst Swoboda, Vorstandsvorsitzender des VÖP, reagiert schockiert:
„ServusTV steht seit sieben Jahren für ein äußerst hochqualitatives
Programmangebot. Der Sender ist damit ein wichtiger Teil des
österreichischen Medienmarkts. Die Entscheidung des Eigentümers, den
Sender aus wirtschaftlichen Gründen einzustellen, muss natürlich
respektiert werden. Aber diese Entscheidung ist ein scharfes
Alarmsignal für die österreichische Medienpolitik. Denn die
derzeitigen Rahmenbedingungen behindern nach wie vor massiv die
Entwicklung eines wirtschaftlich tragbaren, privaten Rundfunkmarkts.
Das Ende von ServusTV ist die bittere Konsequenz, wenn ein Sender
hochqualitative, teilweise öffentlich-rechtliche Inhalte privat
finanzieren muss, während die öffentlich-rechtliche TV-Anstalt mit
Gebühren Kommerz-TV betreibt.“

Markus Breitenecker, stellvertretender VÖP-Vorstandsvorsitzender,
wird noch deutlicher: „Die Schieflage im österreichischen
Rundfunkmarkt ist bereits jetzt enorm stark ausgeprägt und hat sich
heute noch weiter verschärft. Jetzt ist der Zeitpunkt für Österreichs
Medienpolitik, um zu handeln. Staatliche Subventionen müssen stärker
in journalistische Qualität investiert werden. Es kann nicht länger
sein, dass öffentliche Gelder für teure Sportrechte oder
Hollywoodfilme verwendet werden, die der Markt auch ohne staatliche
Beihilfen finanzieren kann. Es braucht dringend eine präzisere
Definition des öffentlich-rechtlichen Auftrags, die den ORF stärker
auf Public Value Inhalte fokussiert.“

Corinna Drumm, Geschäftsführerin des VÖP, weist angesichts der
aktuellen Entwicklungen ebenfalls auf die Notwendigkeit fairer
Rahmenbedingungen hin: „Wir brauchen neue Grundlagen, die Fairness
und Chancengleichheit herstellen. Dies betrifft insbesondere die
weitreichenden Vermarktungsmöglichkeiten des ORF. Trotz seiner
großzügigen Finanzierung mit öffentlichem Geld hat der ORF fast die
gleichen Vermarktungsmöglichkeiten wie private Rundfunksender. Hier
sind klare und dem internationalen Standard angemessene
Einschränkungen notwendig, um ein faires und ausgewogenes
Wettbewerbsumfeld und damit eine pluralistische und starke
Medienlandschaft sicherzustellen.“

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | VOP

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