- 02.05.2016, 11:23:54
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GLOBAL 2000 und Greenpeace: Sackerl-Vereinbarung erster richtiger Schritt
Unterzeichner müssen Maßnahmen konsequent umsetzen, weitere Unternehmen müssen beitreten
Utl.: Unterzeichner müssen Maßnahmen konsequent umsetzen, weitere
Unternehmen müssen beitreten =
Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisationen Greenpeace und GLOBAL
2000 begrüßen die heute von Umweltminister Andrä Rupprechter
vorgestellte freiwillige Selbstverpflichtung des Handels als einen
ersten richtigen Schritt zur Eindämmung der Plastiksackerl-Flut in
Österreich. Indem der Handel auf Gratis-Sackerl verzichtet, soll der
Verbrauch von Kunststofftragetaschen bis zum Jahr 2019 halbiert
werden. Gleichzeitig wurde auch vereinbart, Plastik nicht durch
andere Materialien zu ersetzen, denn damit würde das Problem nur
verlagert werden. Laut Schätzungen von Greenpeace fallen in
Österreich jährlich eine Milliarde Plastiksackerl im Handel an.
GLOBAL 2000 und Greenpeace fordern die heute der Vereinbarung
beigetretenen Händler auf, die Maßnahmen konsequent umzusetzen sowie
deutlicher auf alternative Lösungen, wie Mehrwegtaschen aus
Öko-Baumwolle oder vernähte Kunststofftaschen, aufmerksam zu machen.
Zudem drängen die Umweltschutzorganisationen auf eine wesentlich
breitere Beteiligung. Vor allem große Teile des Textil- und
Möbelhandels haben sich bislang nicht zum Aus des Gratis-Sackerls
bekannt.
„Das Ende des Gratis-Sackerls darf nicht zu einem Körberlgeld für den
Handel führen“, warnt Greenpeace-Programmleiter Herwig Schuster, „Die
Sackerl sind entweder zum Selbstkostenpreis abzugeben oder die
Mehreinnahmen müssen zweckgebunden für den Umweltschutz eingesetzt
werden. Greenpeace wird ganz genau auf möglichen Etikettenschwindel
achten, falls also Unternehmen die zusätzlichen Einnahmen einfach nur
zur Finanzierung ihrer PR-Budgets verwenden.“ Doch noch weitere
Schritte sind notwendig: Die sogenannten Knotenbeutel, das sind
hauchdünne Sackerl, können weiterhin gratis für Obst und Gemüse
ausgegeben werden. Hier fordert Greenpeace zusätzliche Maßnahmen zur
Reduktion. Beispielsweise könnten Kunden motiviert werden, Birnen,
Äpfel und Bananen nicht getrennt einzupacken, sondern dafür ein
einziges Sackerl zu verwenden.
„Uns war in der Tragetaschenvereinbarung besonders wichtig, dass ein
Umstieg vom Plastiksackerl auf andere Materialen verhindert wird und
die Reduktion der Sackerl insgesamt im Vordergrund steht“, sagt
GLOBAL 2000-Geschäftsführerin Leonore Gewessler, „Je weniger
Einwegtaschen in Umlauf gebracht werden, desto besser für die Umwelt.
Wenn alle großen Handelsunternehmen die heutige Vereinbarung
umsetzen, kann Österreich hier zum Vorreiter werden.“ Die
österreichische Lösung unterscheidet sich auch von der letzte Woche
vorgestellten deutschen Variante, die ausschließlich Plastiksackerl
regelt. Doch die Umweltorganisationen sehen in Österreich noch
Handlungsbedarf, da sehr viele Unternehmen bis jetzt keinerlei
Maßnahmen angekündigt haben, allen voran der Möbelhandel und mit
wenigen Ausnahmen auch der Textil- und Schuhhandel. In die Pflicht zu
nehmen sind hier vor allem die jeweiligen Branchenriesen wie Lutz,
Steinhoff (kika und Leiner) und Leder & Schuh mit den Marken
Stiefelkönig, Humanic und Jello.
Greenpeace und GLOBAL 2000 kündigten heute zudem an, genau darauf zu
achten, dass die Anzahl der Tragetaschen in Österreich in den
nächsten drei Jahren tatsächlich halbiert wird. Bereits im Herbst
wird Greenpeace sein monatliches Supermarkt-Ranking ‚Nachhaltigkeit
im Test‘ dem Thema Sackerl widmen.
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