Vor 30 Jahren war Tschernobyl – Was tun wir, wenn gestern Temelin war?

Das Anti Atom Komitee gedachte den Opfern von Tschernobyl und versuchte Antwort auf die Frage zu finden – Was tun wir, wenn gestern Temelin war?

Freistadt (OTS) - Unter diesem Motto gedachte das Anti Atom Komitee am 25.4.2016 den unzähligen Opfern und versuchte gemeinsam mit Wissenschaftern, der Bezirkshauptmannschaft Freistadt und den Blaulichtorganisationen Antwort auf die Frage zu finden – Was tun wir, wenn gestern Temelin war?

„Wir wollten darauf aufmerksam machen, dass es im Falle eines schweren Unfalles im AKW Temelin zu chaosartigen Zuständen kommen würde, die nicht beherrschbar sind“, so Manfred Doppler vom Anti Atom Komitee.

Risikoforscher Dr. Wolfgang Kromp betonte: „Die AKW Betreiber müssen jetzt zugeben, dass ein schwerer Unfall jederzeit möglich ist, aber die Konsequenzen daraus werden auf die Allgemeinheit abgewälzt. Das ist ein Skandal. Man nimmt in Kauf, dass im Falle einer atomaren Katastrophe Panik in der Bevölkerung ausbricht, weil keinerlei Vorsorge getroffen wurde.“

Auch der Physiker und Meteorologe Dr. Aron Vrtala schlug in dieselbe Kerbe und wies darauf hin, dass die Verseuchung bei einem schweren AKW - Unfall maßgeblich von den Witterungsverhältnissen abhängig ist und daher Vorgangsweisen über einen längeren Zeitraum kaum oder nicht planbar sind.

Auch bei der Diskussion mit den Blaulichtorganisationen wurde deutlich, dass es für solche Situationen zwar Einsatzpläne gibt, im Ernstfall aber keinesfalls sichergestellt ist, dass diese Pläne auch wirklich funktionieren, wenn Chaos und Panik vorherrschen.

„Angesichts derartiger Aussichten fordern wir Kanzler Faymann und Umweltminister Rupprechter erneut und eindringlich auf, Laufzeitverlängerungen für grenznahe AKWs entschieden abzulehnen, weil auch Umweltverträglichkeitsprüfungen kein mehr an Sicherheit bringen, wir die jüngsten UVPs drastisch bewiesen haben“, so Manfred Doppler abschließend.

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