- 26.04.2016, 12:06:23
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WKÖ: Unternehmen wertschätzen, Bürokratie abbauen
EU-Büro der Wirtschaftskammer präsentiert Arbeitsschwerpunkte für 2016
Utl.: EU-Büro der Wirtschaftskammer präsentiert Arbeitsschwerpunkte
für 2016 =
Wien (OTS) - Wegweisende Entscheidungen für Europa werden in den
kommenden Monaten fallen: Stimmen die Briten am 23. Juni gegen ihren
Verbleib in der Union? Ist unser Europa ohne Grenzen bald
Vergangenheit? Beides hätte negative Auswirkungen – auch für
Österreich, für dessen Wohlstand international stark verflochtene
Unternehmen unverzichtbar sind. „Neben diesen großen politischen
Fragen darf aber nicht auf Maßnahmen vergessen werden, um die
europäische und die österreichische Wirtschaft wieder auf die
Wachstumsspur zu führen. Mangelnde Wertschätzung für Unternehmerinnen
und Unternehmer, die sich unter anderem in überbordenden
bürokratischen Anforderungen ausdrückt, stellt eine Bedrohung für
unser aller Wohlstand dar“, stellte Markus Stock, Leiter des EU-Büros
der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), bei der heutigen Präsentation
für die österreichische Wirtschaft wichtiger EU-Themen in Brüssel
fest. Konkreter Handlungsbedarf besteht aus Sicht der WKÖ unter
anderem in folgenden Bereichen:
• Bürokratieabbau ernst nehmen: Die EU-Initiative für neue Regelungen
für den Online-Verkauf von Waren ist weder sinnvoll noch
erforderlich. Zunächst muss die Wirkung der
Verbraucherrechte-Richtlinie insgesamt und gerade für den E-Commerce
evaluiert werden. Zudem sind weitere gravierende Verschlechterungen
für die Unternehmen zu befürchten, wie die Erfahrungen bei den
Verhandlungen zur Verbraucherrechte-Richtlinie gezeigt haben.
• Fairer Wettbewerb durch Kontrolle auch ausländischer Betriebe:
Österreich ist mit über 100.000 entsendeten Personen aus dem
EU-/EWR-Ausland der viertbeliebteste Entsendestaat im gesamten
europäischen Wirtschaftsraum. Bestehende österreichische Regeln sehen
bereits jetzt „gleichen Lohn für gleiche Arbeit am gleichen Ort“ vor.
Zentral ist aber, dass bestehende Kontroll- und Sanktionsbestimmungen
grenzüberschreitend durchgesetzt werden können. Zudem ist darauf zu
achten, dass etwaige Verschärfungen der Entsenderichtlinie letztlich
nicht kontraproduktiv sind und nicht zu Nachteilen für die heimische
exportorientierte Wirtschaft führen.
• Kreislaufwirtschaft Ja, Massenrecycling Nein: Österreich ist im
Bereich des Abfallmanagements unter Europas führenden Nationen, da
unsere Unternehmen bereits seit Jahrzehnten den Gedanken der
Kreislaufwirtschaft tragen, praktizieren und prägen. Österreichs
Wirtschaft kann sich eine machbare und sinnvolle Erhöhung der
bestehenden Recyclingquoten vorstellen. Zu hohe Recyclingziele können
zu einem „Massenrecycling“ mit minderer Qualität der recycelten
Materialien führen und sind daher abzulehnen.
Auch der verantwortungsvolle Handel mit Konfliktmineralien,
effektiver Investitionsschutz im Binnenmarkt, der Fitness Check des
EU-Verbraucherrechts sowie der trotz hoher Arbeitslosigkeit und
Flüchtlingszustrom hohe Fachkräftemangel stehen in den kommenden
Monaten auf der Agenda der WKÖ-Arbeit in Brüssel ganz oben.
(PWK303/FA)
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