Änderungen im Abschlussprüfungsrecht heute im Ministerrat beschlossen

Stärkung der Unabhängigkeit von Abschlussprüfern und Einführung externer Rotation

Wien (OTS) - Im heutigen Ministerrat wurde der Entwurf von Justizminister Wolfgang Brandstetter zum Abschlussprüfungsrechts-Änderungsgesetz 2016 (APRÄG) beschlossen. Eine wesentliche Neuerung der Novelle stellt die vorgesehene externe Rotation dar. Damit soll die Höchstlaufzeit des Prüfungsmandats für Abschlussprüfer und Prüfungsgesellschaften von Unternehmen von öffentlichem Interesse künftig auf zehn Jahre limitiert werden. Danach soll eine sogenannte „Abkühlphase“ von vier Jahren folgen. Weiters soll die Rolle des Prüfungsausschusses – ein Ausschuss des Aufsichtsrates in den zu prüfenden Unternehmen – gestärkt werden. „Unser Ziel ist es, dass wir die Anforderungen an Abschlussprüfer klarer und vorhersehbarer machen. Zudem wollen wir mit diesen Neuerungen auch deren Unabhängigkeit und Unparteilichkeit stärken. Denn damit die Qualität ihrer Leistungen auch weiterhin auf einem hohen Niveau bleibt, braucht es klare Rahmenbedingungen und eine starke, unabhängige Position der Abschlussprüfer“, betonte Justizminister Brandstetter.

Mit der Novelle zum APRÄG werden jene Teile der Abschlussprüfungs-Richtlinie der EU umgesetzt, die das Unternehmens-und das Gesellschaftsrecht betreffen. Zudem sollen auch die aus der Abschlussprüfungs-Verordnung der EU entstehenden Unvereinbarkeiten mit dem nationalen Recht beseitigt sowie nationale Wahlrechte zu einzelnen Artikeln ausgeübt werden. Die Verordnung ergänzt dabei die Richtlinie für den Bereich der Abschlussprüfungen bei Unternehmen von öffentlichem Interesse. Darunter versteht man kapitalmarktorientierte und börsennotierte Unternehmen, Kreditinstitute und Versicherungen sowie Unternehmen, die vom Gesetzgeber als von öffentlichem Interesse definiert werden.

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