- 25.04.2016, 09:39:44
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30 Jahre nach Tschernobyl: Ärztekammer warnt vor atomarem Super-GAU
Gefahr durch Terrorattacken größer denn je – Folgen für Millionenmetropolen „unabschätzbar“
Utl.: Gefahr durch Terrorattacken größer denn je – Folgen für
Millionenmetropolen „unabschätzbar“ =
Wien (OTS) - Anlässlich der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl, die
vor exakt 30 Jahren am 26. April 1986 stattgefunden hat, warnt die
Ärztekammer erneut vor der Gefahr einer nuklearen Katastrophe und
fordert den sofortigen Ausstieg aus der Kernkrafttechnologie. ****
Während aufgrund der jahrzehntelangen Latenzzeiten nach wie vor
über die Langzeitfolgen kontroversiell diskutiert wird, beträgt die
unbewohnbare Sperrzone rund um Tschernobyl mittlerweile bereits 4300
Quadratkilometer. Hunderttausende Menschen mussten umgesiedelt
werden. Die Wolken mit dem radioaktiven Fallout haben sich damals
über weite Teile Europas und der nördlichen Hemisphäre verteilt, nach
wie vor sind landwirtschaftliche Flächen und Waldgebiete radioaktiv
belastet.
„Unabschätzbar“ sind laut Piero Lercher, Referent für
Umweltmedizin der Ärztekammer für Wien, die gesundheitlichen,
ökologischen und sozioökonomischen Folgen, sollte sich eine
Katastrophe dieser Art im Umfeld einer Millionenmetropole ereignen.
Konkret spricht Lercher hier die technisch veralteten Kraftwerke in
Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Slowenien, teilweise keine 100
Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt, an.
Gerade in jüngster Zeit habe sich das wahre Ausmaß der Bedrohung
gezeigt. „Es ist mittlerweile gesichert, dass die perfiden
Attentatspläne von Brüssel auch einen Anschlag auf belgische
Kernkraftwerke beinhaltet haben“, warnt Lercher.
Verhindert wurde dieser atomare Super-GAU nur durch glückliche
Zufälle. Ebenso hat die erst kürzlich stattgefundene, schwere
Erdbebenserie in Japan erneut aufgezeigt, dass man auch im
vermeintlich sicheren und technologisch hochstehenden Japan die
Reaktivierung der Kernkraftwerke überdenken muss. Die
Nuklearkatastrophe von Fukushima vom 11. März 2011 war
erdbebenbedingt ausgelöst worden.
Lercher: „Die Gefahr einer nuklearen Katastrophe ist so hoch wie
nie zuvor.“ Dass die Atomenergie als geeignete, klimaschützende
Alternative angepriesen werde, sei mittlerweile obsolet. Denn nach
wie vor sei die Frage der atomaren Endlagerung weltweit ungelöst, es
gebe keine Versicherungen für Kernkraftwerksbetreiber und keine
verbindliche Rechtssicherheit in Haftungsfragen bei
Katastrophenfällen für die Betroffenen.
Die Ärztekammer fordert daher den sofortigen Ausstieg aus der
Kernkrafttechnologie. Hinsichtlich der Energiegewinnung sei ein
Umstieg auf umweltfreundliche, nachhaltige Energieformen
empfehlenswert, und es müsse offen angesprochen werden, dass auch von
politischer und gesellschaftlicher Seite das Energiesparen forciert
werde, so Lercher. (hpp)
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