Wirkungsorientiertes Investieren: Wie der Finanzmarkt ökologischen und sozialen Zielen Flügel verleiht

Ökosoziales Forum, Umweltbundesamt und das Bankhaus Schelhammer & Schattera wollen Weichen für entscheidende Weiterentwicklung des Finanzmarktes stellen

Wien (OTS) - „Wir müssen den Finanzmarkt mit ökologischen und sozialen Zielen verbinden. Staatliche Investitionen bringen viel, der große Hebel liegt aber beim Finanzmarkt und den institutionellen Investoren wie Pensionsfonds, Versicherungen oder Stiftungen. Genau diese Anleger sind in der Lage große Geldmengen zu kanalisieren. Deshalb ist es wichtig, institutionellen Anlegern vermehrt die Möglichkeit zu geben, wirkungsorientierte Finanzinstrumente auf ihre Bücher zu nehmen, ohne ein Downgrade befürchten zu müssen. Hier braucht es entsprechende Rahmenbedingungen“, so der Präsident des Ökosozialen Forums Österreich Stephan Pernkopf anlässlich der Veranstaltung „Forum Impact Investment“. ****

Die Klimakonferenz in Paris hat ein verbindliches Abkommen gebracht, das nicht nur das 2 Grad Ziel beinhaltet, sondern sogar auf eine Begrenzung von 1,5 Grad abzielt. Das Abkommen hat eines besonders deutlich gemacht: Fossile Assets sind mit einem Ablaufdatum versehen, zumal die Grenzen unseres Planeten immer bedrohlicher zutage treten. „Investoren, die heute umsatteln, werden langfristig solider aufgestellt sein und Fossil-Spekulanten zwei Schritte voraus sein“, waren sich die Veranstalter der gestrigen Diskussion einig. Auch Finanzminister Hans Jörg Schelling unterstützt diese Initiative:
„Impact Investing zielt darauf ab, neben dem finanziellen auch ökologischen und sozialen Mehrwert zu erzielen und diesen Mehrwert für die Investoren auch messbar zu machen. Es kann daher dazu beitragen, einen transparenten Wettbewerb um die innovativste Lösung für soziale und ökologische Herausforderungen zu schaffen und darüber hinaus das bestehende Angebot an sozialen und ökologischen Produkten und Dienstleistungen aus der Privatwirtschaft erheblich zu erweitern.“

„Ein Umbau des Energiesystems bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts ist nach unseren Szenarien möglich. Entscheidend dafür wird auch sein, wohin Investitionen fließen, die durch den Ausstieg aus der Veranlagung in fossile Energieträger frei werden. Impact Investment könnte solche klaren Signale für den Kapitalmarkt liefern,“ so der Geschäftsführer des Umweltbundesamtes Georg Rebernig.

Georg Lemmerer, der Direktor der neugegründeten Nachhaltigkeitsabteilung "NIK" des Bankhauses Schelhammer & Schattera ergänzt: „Als führender Anbieter ethisch-nachhaltiger Bankdienstleistungen in Österreich sehen wir wirkungsorientiertes Investieren, das insbesondere im Sinne von Social Impact Investment auch zusätzlich auf eine soziale Rendite abzielt, als hervorragende und absolut zeitgemäße Ergänzung und Erweiterung. Diese neue und richtungsweisende Investmentform, die noch ganz am Beginn steht, verbindet Kapitalbereitstellung und positive gesellschaftliche Veränderungen, letztendlich mit einem hohen volkswirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Nutzen. Mit unserer Nachhaltigkeitskompetenz sehen wir uns als Bankhaus und Teil der GRAWE Bankengruppe prädestiniert, auch in der Entwicklung des Impact Investments in Österreich von Beginn weg eine gestaltende Rolle einzunehmen.“

Wilhelm Molterer, geschäftsführender Direktor des Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI), hebt die Bedeutung des Juncker-Plans in diesem Zusammenhang hervor: „Impact Investment stellt eine leistungsfähige Ergänzung zu den Aktivitäten des EFSI dar und legt den Fokus noch gezielter auf ökologische und soziale Bedarfe. Somit kann über bestehende Ziele wie Steigerung der Energieeffizienz und des Anteils Erneuerbarer hinaus, ein weiterer Hebel geschaffen werden. Auch der Climate Awareness Bond der EIB finanziert beispielsweise ‚Erneuerbare Energie‘-Projekte und schließt damit den Link für institutionelle Investoren, die einerseits hoch geratete Investments suchen und andererseits einen Impact für die Gesellschaft generieren wollen.“

Als Impact Investments werden Kapitalanlagen bezeichnet, die über die reine Orientierung an Rendite und Risiko hinausgehen. Das Ziel ist die Generierung positiver ökologischer und/oder sozialer Wirkung bei entsprechender Rendite. Impact Investments stellen eine deutlich strengere Form der Kapitalanlage als Social Responsible Investments dar, die lediglich die Vermeidung schädlicher Geschäftsmodelle zum Ziel haben. Darüber hinaus handelt es sich bei Impact Investments um keine Spende, die nur einmalig eingesetzt werden kann, sondern recyclierbares Kapital, mit dessen Hilfe immer wieder neue Projekte realisiert werden können und zusätzlich eine Rendite generiert wird. Eines der wichtigsten Motive für Impact Investments ist der Wunsch, einen Beitrag zur regionalen Entwicklung zu leisten. Darüber hinaus wird Impact Investment als nächster Schritt und Erweiterung der reinen Spendenphilanthropie betrachtet, da durch die Rückführung des Kapitals inkl. Rendite immer neue Projekte und Vorhaben realisiert werden können. Darüber hinaus spielen Generationengerechtigkeit und nachhaltige Entwicklung, eine wichtige Rolle.

„Impact Investment wird der nächste Schritt in Richtung einer Ökosozialen Marktwirtschaft sein. Wir können Vorreiter sein. So wie wir bei erneuerbaren Energien Pionierarbeit geleistet haben, können wir im Impact Investment neue Wege beschreiten. Dafür müssen aber alle verantwortlichen Akteure an einem Strang ziehen“, so die Initiatoren abschließend.

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