• 21.04.2016, 08:32:05
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Wirkungsorientiertes Investieren: Wie der Finanzmarkt ökologischen und sozialen Zielen Flügel verleiht

Ökosoziales Forum, Umweltbundesamt und das Bankhaus Schelhammer & Schattera wollen Weichen für entscheidende Weiterentwicklung des Finanzmarktes stellen

Utl.: Ökosoziales Forum, Umweltbundesamt und das Bankhaus
Schelhammer & Schattera wollen Weichen für entscheidende
Weiterentwicklung des Finanzmarktes stellen =

Wien (OTS) - „Wir müssen den Finanzmarkt mit ökologischen und
sozialen Zielen verbinden. Staatliche Investitionen bringen viel, der
große Hebel liegt aber beim Finanzmarkt und den institutionellen
Investoren wie Pensionsfonds, Versicherungen oder Stiftungen. Genau
diese Anleger sind in der Lage große Geldmengen zu kanalisieren.
Deshalb ist es wichtig, institutionellen Anlegern vermehrt die
Möglichkeit zu geben, wirkungsorientierte Finanzinstrumente auf ihre
Bücher zu nehmen, ohne ein Downgrade befürchten zu müssen. Hier
braucht es entsprechende Rahmenbedingungen“, so der Präsident des
Ökosozialen Forums Österreich Stephan Pernkopf anlässlich der
Veranstaltung „Forum Impact Investment“. ****

Die Klimakonferenz in Paris hat ein verbindliches Abkommen gebracht,
das nicht nur das 2 Grad Ziel beinhaltet, sondern sogar auf eine
Begrenzung von 1,5 Grad abzielt. Das Abkommen hat eines besonders
deutlich gemacht: Fossile Assets sind mit einem Ablaufdatum versehen,
zumal die Grenzen unseres Planeten immer bedrohlicher zutage treten.
„Investoren, die heute umsatteln, werden langfristig solider
aufgestellt sein und Fossil-Spekulanten zwei Schritte voraus sein“,
waren sich die Veranstalter der gestrigen Diskussion einig. Auch
Finanzminister Hans Jörg Schelling unterstützt diese Initiative:
„Impact Investing zielt darauf ab, neben dem finanziellen auch
ökologischen und sozialen Mehrwert zu erzielen und diesen Mehrwert
für die Investoren auch messbar zu machen. Es kann daher dazu
beitragen, einen transparenten Wettbewerb um die innovativste Lösung
für soziale und ökologische Herausforderungen zu schaffen und darüber
hinaus das bestehende Angebot an sozialen und ökologischen Produkten
und Dienstleistungen aus der Privatwirtschaft erheblich zu
erweitern.“

„Ein Umbau des Energiesystems bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts ist
nach unseren Szenarien möglich. Entscheidend dafür wird auch sein,
wohin Investitionen fließen, die durch den Ausstieg aus der
Veranlagung in fossile Energieträger frei werden. Impact Investment
könnte solche klaren Signale für den Kapitalmarkt liefern,“ so der
Geschäftsführer des Umweltbundesamtes Georg Rebernig.

Georg Lemmerer, der Direktor der neugegründeten
Nachhaltigkeitsabteilung "NIK" des Bankhauses Schelhammer & Schattera
ergänzt: „Als führender Anbieter ethisch-nachhaltiger
Bankdienstleistungen in Österreich sehen wir wirkungsorientiertes
Investieren, das insbesondere im Sinne von Social Impact Investment
auch zusätzlich auf eine soziale Rendite abzielt, als hervorragende
und absolut zeitgemäße Ergänzung und Erweiterung. Diese neue und
richtungsweisende Investmentform, die noch ganz am Beginn steht,
verbindet Kapitalbereitstellung und positive gesellschaftliche
Veränderungen, letztendlich mit einem hohen volkswirtschaftlichen und
gesellschaftspolitischen Nutzen. Mit unserer Nachhaltigkeitskompetenz
sehen wir uns als Bankhaus und Teil der GRAWE Bankengruppe
prädestiniert, auch in der Entwicklung des Impact Investments in
Österreich von Beginn weg eine gestaltende Rolle einzunehmen.“

Wilhelm Molterer, geschäftsführender Direktor des Europäischen Fonds
für strategische Investitionen (EFSI), hebt die Bedeutung des
Juncker-Plans in diesem Zusammenhang hervor: „Impact Investment
stellt eine leistungsfähige Ergänzung zu den Aktivitäten des EFSI dar
und legt den Fokus noch gezielter auf ökologische und soziale
Bedarfe. Somit kann über bestehende Ziele wie Steigerung der
Energieeffizienz und des Anteils Erneuerbarer hinaus, ein weiterer
Hebel geschaffen werden. Auch der Climate Awareness Bond der EIB
finanziert beispielsweise ‚Erneuerbare Energie‘-Projekte und schließt
damit den Link für institutionelle Investoren, die einerseits hoch
geratete Investments suchen und andererseits einen Impact für die
Gesellschaft generieren wollen.“

Als Impact Investments werden Kapitalanlagen bezeichnet, die über die
reine Orientierung an Rendite und Risiko hinausgehen. Das Ziel ist
die Generierung positiver ökologischer und/oder sozialer Wirkung bei
entsprechender Rendite. Impact Investments stellen eine deutlich
strengere Form der Kapitalanlage als Social Responsible Investments
dar, die lediglich die Vermeidung schädlicher Geschäftsmodelle zum
Ziel haben. Darüber hinaus handelt es sich bei Impact Investments um
keine Spende, die nur einmalig eingesetzt werden kann, sondern
recyclierbares Kapital, mit dessen Hilfe immer wieder neue Projekte
realisiert werden können und zusätzlich eine Rendite generiert wird.
Eines der wichtigsten Motive für Impact Investments ist der Wunsch,
einen Beitrag zur regionalen Entwicklung zu leisten. Darüber hinaus
wird Impact Investment als nächster Schritt und Erweiterung der
reinen Spendenphilanthropie betrachtet, da durch die Rückführung des
Kapitals inkl. Rendite immer neue Projekte und Vorhaben realisiert
werden können. Darüber hinaus spielen Generationengerechtigkeit und
nachhaltige Entwicklung, eine wichtige Rolle.

„Impact Investment wird der nächste Schritt in Richtung einer
Ökosozialen Marktwirtschaft sein. Wir können Vorreiter sein. So wie
wir bei erneuerbaren Energien Pionierarbeit geleistet haben, können
wir im Impact Investment neue Wege beschreiten. Dafür müssen aber
alle verantwortlichen Akteure an einem Strang ziehen“, so die
Initiatoren abschließend.

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