• 20.04.2016, 09:41:24
  • /
  • OTS0032 OTW0032

Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt: Empörung über Griss´ Befürwortung einer privaten Kirchenjustiz

Wien (OTS) - „Es ist traurig, dass Irmgard Griss als frühere
Leiterin eines Höchstgerichts und Anwärterin für das höchste Amt im
Staat eine Privat-Justiz der Kirche befürwortet“, so Sepp Rothwangl,
Obmann der Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt. Die Plattform
hatte die PräsidentschaftskandidatInnen nach deren Einstellung zur
Aufarbeitung der Fälle sexueller und psychischer Gewalt in der
katholischen Kirche gefragt. Irmgard Griss schreibt: „Es ist
überfällig gewesen, dass sich die Kirche diesem Problem gestellt hat.
Die Klasnic-Kommission hat, soweit ich das verfolgt habe, großartige
Arbeit geleistet.“

Ex-Höchstrichterin findet Paralleljustiz gut

Die Plattform stellt fest: Den Betroffenen, die sich vertrauensvoll
an diese Kommission gewendet haben, wird vorgegaukelt, es handle sich
tatsächlich um eine unabhängige und quasi staatliche Einrichtung. In
Wahrheit wurde diese Kommission von Kardinal Schönborn in Auftrag
gegeben und von der Kirche bezahlt. Auch datenschutzrechtlich gehört
sie zur Bischofskonferenz. Entsprechend hat sie auch intimste Daten
von Betroffenen an die Kirche weitergegeben. Sie schützt Täter und
speist Betroffene mit empörend geringen Schadensgeldern ab. Rothwangl
abschließend: „Ich bin aufrichtig entsetzt, dass sich eine ehemalige
Höchstrichterin offensichtlich kaum mit diesen Fakten
auseinandergesetzt hat. Wir verlangen nach wie vor eine staatliche
Kommission zur Aufklärung der kirchlichen Missbrauchsverbrechen und
deren systematische Vertuschung. Von einer Bundespräsidentin Griss
würden wir hier schon Unterstützung erwarten.“

www.betroffen.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PUR

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel