- 18.04.2016, 15:41:16
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KAICIID: Kooperationen fördern, Vorurteile bekämpfen und Respekt schaffen
Wien (OTS) - 18. April 2016. Im Rahmen eines interaktiven,
interreligiösen Frühstücks, das Unterstützer des interreligiösen
Dialogs aus aller Welt zusammenführte – Diplomaten, Vertreter
internationaler Organisationen, Entscheidungsträger, Vertreter der
Zivilgesellschaft und Medien – organisierte das KAICIID Advisory
Forum kürzlich nach seiner konstituierenden Sitzung die erste
Veranstaltung für den öffentlichen Dialog.
Im Zuge der Veranstaltungseröffnung merkte der Generaldirektor des
KAICIID, Faisal Bin Muaammar, an, dass sich der Dialog besonders auf
die wesentliche Herausforderung für den gemeinschaftlichen Frieden
unserer Gesellschaften konzentriere, nämlich den gewalttätigen
Extremismus. Er betonte, dass Extremisten ihre Taten vor dem
Hintergrund einer falschen religiösen Rechtfertigung verübten, die
von allen entscheidenden religiösen und politischen Institutionen
jedoch verurteilt würden. Die wichtigste Frage sei, „ob wir durch
interreligiösen Dialog Kooperationen fördern können und so Vorurteile
bekämpfen und Respekt für jene schaffen können, die wir als Fremde
wahrnehmen.“
Klarer Konsens bestand bei den Teilnehmern darüber, dass zwischen den
Religionen mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede bestünden.
Interreligiöse Brücken würden derzeit vielerorts zwischen
Religionsgemeinschaften und innerhalb von Religionsgemeinschaften
gebaut. Außerhalb der interreligiösen Kreise werde jedoch das
Wissens- und Erfahrungspotenzial der Religionsvertreter, das zur
Stärkung des Zusammenhalts der Gemeinschaft beitragen könne,
unterschätzt. Dieses Wissen könne breiter und auf systematische Weise
eingesetzt werden, um die Zivilgesellschaft und Entscheidungsträger
bei der Erschließung von nachhaltigen Möglichkeiten zur
Aufrechterhaltung eines stabilen Zusammenhalts zu unterstützen.
Gemeinsam könnten Vertreter von Religionsgemeinschaften als
glaubhafte Befürworter des Pluralismus auftreten und die Meinung von
Milliarden von Menschen beeinflussen und sie dazu führen, Dialog und
Vielfalt zu unterstützen. Dialog sei das wirksamste Mittel der
gewaltfreien Problemlösung. Daher solle der Dialog dazu genutzt
werden, eine gemeinsame Vision zu schaffen, die Vorurteile ablehnt
und öffentlich für die Unterstützung der Rechte anderer eintritt.
Die Befürwortung des interreligiösen Dialogs bedeute auch die
Überwindung der Schwierigkeiten bei der Erweiterung des Kreises der
Dialogbefürworter über die aktuell bestehenden Kreise hinaus und die
Einbindung der Mitglieder an der Basis. Bei den Teilnehmenden bestand
ein breiter Konsens darüber, dass echter Dialog es erfordere, dass
Dialogbefürworter „ihre Kloster verlassen“ und auf Menschen zugehen
und verschlossene Türen öffnen. In Zeiten des Konflikts und der
Gewalt, die im Namen der Religion verübt werde, müssten
Dialogbefürworter zudem die Medien nutzen, für jeden scheinbar
religiös motivierten Gewaltakt hundertfach über interreligiöse
Freundschaft zu berichten. In Zeiten der extremistischen Gewalt sei
klar, dass Dialog nachdrücklich, proaktiv und fortdauernd praktiziert
werden muss, um junge Menschen zu erreichen und deren Anwerbung für
Gewalttaten zu verhindern.
Die Teilnehmer diskutierten die Vision des KAICIID als Ort des
Dialogs, an dem sich alle Beteiligten für den Frieden und die
Sicherheit aller Menschen einsetzten. Die Einbindung von Frauen und
Jugendlichen in den Dialog wurde durch die einstimmige Forderung nach
Gleichberechtigung, Gleichbehandlung und Chancengleichheit für Frauen
und Jugendliche unterstützt.
Religion sei der Ausdruck einer tiefen Sehnsucht nach einer
gemeinsamen Vision der Menschheit, die sie vereint und die von allen
Menschen geteilt wird – von gläubigen und nichtgläubigen Menschen
gleichermaßen. Der interreligiöse Dialog ermögliche es auf zeitgemäße
und einzigartige Weise, Menschen eine Vielfalt von Visionen
anzubieten, die die Glaubenslehren aller Religionen bieten. Es sei
die Vision eines friedlichen Zusammenlebens, die die gängigen Lehren
aller Religionen verbreiten. Dies müsse allen Entscheidungsträgern
gegenüber wirksam kommuniziert werden – von Regierungschefs bis
lokalen Führungspersonen.
Die Mitglieder des Advisory Forums und das Direktorium forderten das
KAICIID dazu auf, diese interreligiösen Zusammentreffen zu
wiederholen.
Über KAICIID
Das Internationale Dialogzentrum (KAICIID) ist eine
staatenübergreifende Organisation mit Sitz in Wien, deren Aufgabe
darin besteht, den Dialog zwischen Politikern und religiösen Führern
zur Konfliktvermeidung und Konfliktlösung zu fördern, sowie das
gegenseitige Verständnis und die Kooperation zwischen Leuten
unterschiedlicher Kulturen und Religionen zu verbessern. Die
Aktivitäten des Zentrums im interreligiösen Dialog helfen dabei
Feindseligkeiten zu überwinden, die Bildung von Stereotypen zu
vermeiden und den gegenseitigen Respekt zwischen unterschiedlichen
Glaubensgemeinschaften herzustellen. Mitglieder des Zentrums sind
Österreich, Saudi Arabien und Spanien. Der Heilige Stuhl ist als
beobachtendes Gründungsmitglied zugelassen. Das neunköpfige
Direktorium des Dialogzentrums besteht aus hochrangigen Vertretern
der fünf großen Weltreligionen. Das Direktorium entwirft und
überwacht die Programme des Zentrums.
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