- 18.04.2016, 11:32:13
- /
- OTS0092 OTW0092
Hilfswerk fordert kostenlose, individualisierte Erziehungsunterstützung für Eltern
Präsident Othmar Karas: „Individuelle Beratung für Familien zum richtigen Zeitpunkt ist eine nachhaltige und leistbare Investition in die Lebenschancen unserer Kinder!“

Utl.: Präsident Othmar Karas: „Individuelle Beratung für Familien
zum richtigen Zeitpunkt ist eine nachhaltige und leistbare
Investition in die Lebenschancen unserer Kinder!“ =
Wien (OTS) - "Trotz der wachsenden Informationsflut zum Thema
Erziehung nimmt die Verunsicherung der Eltern laufend zu - mit
besorgniserregenden Konsequenzen!“, stellt Hilfswerk-Präsident Othmar
Karas bei einer Pressekonferenz des Hilfswerks heute, Montag, 18.
April, in Wien, fest. Besonders drastisch zeige sich das
beispielsweise im Bereich der Gesundheit der Kinder. Dazu Karas: „Der
Gesundheitszustand unserer Kinder wird immer schlechter. Wir müssen
diesen besorgniserregenden Trend endlich wirksam stoppen! Allgemeine
Information ist zu wenig. Es braucht individuelle Unterstützung für
Eltern. Gerade bildungsferne und sozial schwache Familien würden
davon besonders profitieren!“.
Besondere Herausforderung im Bereich der Gesundheitserziehung
Die Ernährungswissenschafterin Christina Lachkovics-Budschedl
präsentierte im Rahmen der Pressekonferenz des Hilfswerks
alarmierende Zahlen und Fakten zur Entwicklung der
Ernährungsgewohnheiten von Kindern in Österreich und zu den
verheerenden Folgeerkrankungen im Kontext. Sie zeigte aber auch
praktische Ansätze zu Verbesserung der Situation auf. Der
Sportwissenschafter Thomas Mlinek erläuterte den - immer noch zu
wenig bekannten, aber signifikanten - Zusammenhang von Bewegung in
der Jugend mit der geistigen bzw. Gehirnentwicklung. Auch er schlug
angesichts der aktuellen Situation in Österreichs Familien besorgte
Töne an. Das Ausmaß an Bewegung sei im Hinblick auf eine gesunde
Entwicklung der Kinder durchschnittlich viel zu gering. Beide
Wissenschafter gingen in ihren Ausführungen auf die besondere
Herausforderung und Bedeutung der Gesundheitserziehung ein. (Die
Referate stehen auf www.hilfswerk.at zum Download bereit.)
Verpflichtende Beratung ist besser als ihr Ruf
„Unserer praktische Erfahrung zeigt, dass viele Eltern in
Erziehungsfragen tatsächlich verunsichert sind - nicht nur, aber
gerade auch hinsichtlich der Gesundheitserziehung ihrer Kinder.“,
sagt Martina Genser-Medlitsch, klinische und Gesundheitspsychologin
beim Hilfswerk. „Gerade sozial schwache und bildungsferne Familien,
deren Kinder oft in besonderer Weise von gesundheitlichen Problemen
betroffen sind, nutzen unverbindliche und allgemeine
Informationsangebote wenig bis gar nicht. Wir erreichen sie mit
herkömmlichen Beratungs- und Veranstaltungsangeboten einfach nicht.
Es braucht individualisierte Beratung und Begleitung - aber auch
Verpflichtung. Verpflichtende Beratung ist besser als ihr Ruf. So
sind beispielsweise unsere Erfahrungen mit der vor wenigen Jahren
eingeführten verpflichtenden Beratung vor Scheidungen nach §95 Außer
Streitgesetz ausgesprochen positiv!“, meint Genser-Medlitsch. „Sogar
Eltern, die vor dem Gespräch skeptisch waren, sind danach positiv
überrascht und nehmen wertvolle Anhaltspunkte für sich und ihre
konkrete Situation aus der Beratung mit.“, erläutert
Genser-Medlitsch.
Paket an kostenlosen, individuellen Reflexionsgesprächen
„Wir fordern ein Paket an kostenlosen, individuellen
Reflexionsgesprächen zu den wichtigsten Themen der Erziehung für alle
Eltern und Erziehungsberechtigten.“, präsentierte Präsident Othmar
Karas einen konkreten Vorschlag des Hilfswerks. „Wenn Eltern und
Erziehungsberechtigte zum richtigen Zeitpunkt individuell unterstützt
und beraten werden, dann könnten alle Beteiligten vielen
Herausforderungen präventiv und wirksam begegnen. Themen wie die
Entwicklung eines Kindes mit Körper, Geist und Seele, pädagogische
Grundlagen, Gesundheitserziehung, Bildung und Ausbildung und das
Freizeitverhalten könnten dabei ebenso eingebunden werden wie Themen,
die den Eltern und Erziehungsberechtigten individuell in ihrer
konkreten Situation wichtig sind.“, so Karas. „Wir schlagen vor, dass
pädagogisch-psychologisches Fachpersonal im öffentlichen Auftrag
diese individuellen Beratungsgespräche durchführt. Das sind
Familienberatungsstellen, freie Träger der Kinder- und Jugendhilfe,
qualifizierte Beraterinnen und Berater entsprechend den
österreichweit geltenden Qualitätskriterien.“, erläutert Karas.
Fünf Gespräche in zehn Jahren, für 30 Euro pro Kind und Jahr
„Wir schlagen vor, dass während der ersten 10 Lebensjahre des
Kindes insgesamt fünf individuelle Reflexionsgespräche angeboten
werden: Im ersten Lebenshalbjahr, am Beginn des zweiten Lebensjahres,
mit Eintritt in den Kindergarten, mit Beginn der Volksschule und am
Übergang in die weiterführende Schule. Bis zum fünften Lebensjahr
könnten diese Unterstützungseinheiten in das System des
Mutter-Kind-Passes eingebunden sein. Danach könnte man sie mit den
Voraussetzungen zum Schuleintritt bzw. der Schulanmeldung
verbinden.“, so Karas weiter. „Wir rechnen damit, dass die Maßnahmen
für jedes Kind in den ersten zehn Lebensjahren in Summe rund 300,--
Euro kosten. Das sind 30,-- Euro pro Kind und Jahr. Dieser Betrag
scheint uns mehr als vertretbar. Schließlich geht es um die
Verbesserung der Lebenschancen unserer Kinder. Aber auch um die
Vermeidung erheblicher volkswirtschaftlicher Folgekosten. Diese
werden beispielsweise im 5. Bericht zur Lage der Jugendgesundheit
2014 mit 400.000,-- Euro pro Fall und Lebensspanne alleine für
gesundheitliche Maßnahmen bei Kindern beziffert“, so Karas
abschließend.
Die heutige Pressekonferenz war auch der Start zur Hilfswerk
Jahresinitiative "Kinder fördern. Eltern helfen.", mit Maßnahmen zur
Bewusstseinsbildung, Öffentlichkeitsarbeit und der Hilfswerk Family
Tour, einer Road Show mit rund 50 Stationen in Österreich. Partner
sind Wiener Städtische, s Bausparkasse, Erste Bank und Sparkassen s
Versicherung, Jako-o sowie Neuroth. Details zur heutigen
Pressekonferenz, zur Jahresinitiative und zur Hilfswerk Family Tour
finden Sie auf www.hilfswerk.at
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | HLW






