Neues Volksblatt: "Zusammenhalt" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 12. April 2016

Linz (OTS) - Als Vater von sechs Kinder weiß Andreas Khol vermutlich sehr gut, dass ein innerfamiliärer Meinungsbildungsprozess manchmal keine einfache Sache ist. Aber, auch wenn unterschiedliche Meinungen nicht immer auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden können:
Familie bleibt Familie. Wenn es ans Eingemachte geht, wird zusammengehalten.
Das darf sich Khol in der heißen Phase des Präsidentschaftswahlkampfes auch von der ÖVP-Familie erwarten. Und er darf sich von seiner eigenen Gesinnungsgemeinschaft auch erwarten, dass die nunmehrige Personalrochade zwischen Wiener Innenministerium und St. Pöltner Landhaus nicht auch noch für innerparteiliche Ränkespiele genützt wird. Es genügt zu wissen, dass man in der ÖVP die Kunst der hingebungsvollen Selbstzerfleischung beherrscht, dafür einmal mehr den Beweis anzutreten, ist überflüssig.
Beweisen sollte die Bundes-ÖVP vielmehr, dass sie die treibende Kraft der Koalition sein will — was sie in der Asylfrage ja auch vorgemacht hat. Die für Österreich relevante politische Arbeit hat die Regierung zu erledigen, und da gibt es, wie man weiß, viel zu tun. Arbeitslosigkeit, Staatsfinanzen, Pensionen, Bildung, Deregulierung — um nur ein paar Beispiele zu nennen — sind die wirklichen Herausforderungen, bei denen es Druck auf zu bauen gilt. Und zwar auf die SPÖ — und dafür braucht es den innerparteilichen Zusammenhalt.

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