- 08.04.2016, 16:09:19
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Umsetzung der Bildungsreform bei bestehenden Rahmenbedingungen im Kindergarten nicht möglich
St. Nikolausstiftung verwundert über Gesetzesentwurf zur Schuleingangsphase
Utl.: St. Nikolausstiftung verwundert über Gesetzesentwurf zur
Schuleingangsphase =
Wien (OTS) - „Bildung muss bei den Kleinsten beginnen, aus diesem
Grund wurde die Schuleingangsphase neu gestaltet. (…)“, erklärte die
Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek gestern in einer Aussendung.
Die Zusammenarbeit von Kindergarten und Schule ist für die
Bildungslaufbahn der Mädchen und Buben zukunftsweisend – soweit
stimmen die St. Nikolausstiftung und Ministerin überein. Endlich wird
der Kindergarten als Bildungseinrichtung erkannt, aber entsprechende
Maßnahmen, damit die notwendigen Qualitätsverbesserungen im
Kindergarten auch umgesetzt werden können, fehlen im Gesetzesentwurf
wieder gänzlich. „Es wird nicht möglich sein, mehr zu leisten, ohne
dass es mehr Ressourcen gibt. Seit Jahren fordern ExpertInnen nicht
nur die Erkenntnis des Bildungsauftrags im Kindergarten wahrzunehmen.
Jetzt müssen endlich konkrete Schritte gesetzt werden“, fordert Mag.
Elmar Walter, Geschäftsführer der St. Nikolausstiftung.
„PädagogInnen beobachten und dokumentieren im Kindergarten“,
bestätigt Susanna Haas, MA, pädagogische Leiterin der St.
Nikolausstiftung. Der vom Gesetzesentwurf vorgesehene Besk- bzw.
BeskDaZ-Beobachtungsbogen, der von den Eltern bei der
Schuleinschreibung mitübergeben werden soll, sagt wenig über die
Fähigkeiten und Fertigkeiten des Kindes aus. Dies sind
Sprachbeobachtungsbögen, die zur Sprachstandsfeststellung dienen. Die
ganzheitlichen Kindbeobachtungen finden im Kindergartenalltag statt,
aber dies sind Aufzeichnungen, die dem/der PädagogIn dienen, um die
Entwicklungsschritte des Kindes zu dokumentieren und notwendige
Maßnahmen zu initiieren. Dies ist ein Arbeitsinstrument des/der
PädagogoIn, aber kein „Transitionspapier“.
Ein notwendiges Gespräch auf Augenhöhe zwischen ElementarpädagogIn
und LehrerIn ist strukturell nicht vorgesehen, wäre aber höchst
notwendig und sinnvoll. Aber dafür fehlt es an Zeit und personellen
Ressourcen. Ein weiterer wichtiger Aspekt für einen erfolgreichen
Übergang ist eine gemeinsame Ausbildung beider Berufsgruppen. Damit
würden die einzelnen Bildungsprozesse, die im Kindergarten begonnen
und in der Schule weitergeführt werden, für das einzelne Kind
kongruent und entscheidend für eine erfolgreiche Bildungslaufbahn
sein. „Diese wichtige Transition mit allen Facetten kann nicht durch
einen simplen Datenaustausch erfolgen. Zu beachten ist außerdem, dass
Aufzeichnungen der PädagogInnen immer subjektiv sind und eine
unkommentierte Weitergabe unprofessionell ist“, bringt es Susanna
Haas auf den Punkt.
Fazit der St. Nikolausstiftung: ja zur Zusammenarbeit zwischen
Kindergarten und Schule, aber eine Verbesserung der
Schuleingangsphase und die gewünschte Qualitätssteigerung zum Wohl
der Kinder sind nur mit entsprechenden Rahmenbedingungen im
Kindergarten möglich.
Über die St. Nikolausstiftung:
Zur St. Nikolausstiftung Erzdiözese Wien gehören derzeit 81 Standorte
mit rund 980 MitarbeiterInnen und circa 6.000 Kindern. Die
Kindergärten und Horte sind in allen Wiener Bezirken vertreten. Ein
gelebtes Miteinander, Erziehungspartnerschaft und ein Interesse an
den individuellen Lebensentwürfen der Kinder und ihrer Familien
zeichnen die pädagogische Arbeit aus. Auf Basis des christlichen
Weltbildes gibt die St. Nikolausstiftung den Kindern Raum und Zeit,
altersgerecht über die Grundfragen des Lebens nachzudenken.
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