• 08.04.2016, 12:12:19
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Pressegespräch der Naturfreunde Österreich: Freie Fahrt für RadfahrerInnen auf Forststraßen!

Radfahren hat Zukunft! Auch in Österreich?

RadfahrerInnen fordern: „Freie Fahrt auf
Forststraßen!“ (vlnr.) Alex Gehbauer (Staatsmeister im
Querfeldein-MTB, Olympiateilnehmer), Wolfgang Krainer (Nock-Bike),
LAbg. Günter Leikam (ASKÖ), Mag. Andreas Schieder
(Bundesvorsitzender Naturfreunde Österreich), Mag. Thomas Jank
(ARBÖ), Gerald Loidl (Landesvorsitzender Naturfreunde Kärnten)

Utl.: Radfahren hat Zukunft! Auch in Österreich? =

St. Veit/Glan (TP/OTS) - In Österreich besitzen 75 % der Bevölkerung
ein Fahrrad. 800.000 RadfahrerInnen suchen pro Jahr Erholung in
Österreichs Wäldern und Bergen. Doch wo darf man im Wald legal
radeln? Nur auf gekennzeichneten und ausgewiesenen Radstrecken. Auf
Forststraßen heißt es meist: Radfahren verboten! Für die
Sportausübung extra auf Urlaub zu fahren wollen die ÖsterreicherInnen
aber mehrheitlich nicht. Sie möchten gerne zu Hause sportlich aktiv
sein. Beim Radfahren stößt man hier aber sehr schnell an gesetzliche
Grenzen, da von den 120.000 km Forststraßen nur 10 % befahren werden
dürfen.

Deshalb fordern die Naturfreunde ein zeitgemäßes Forstgesetz, dass
Jung und Alt das legale Radfahren auf Forststraßen ermöglicht.
Wanderwege müssen für RadfahrerInnen tabu sein!

Naturfreunde-Vorsitzender Mag. Andreas Schieder tritt für eine
Versachlichung in der derzeitigen Diskussion um die Freigabe von
Forststraßen für RadfahrerInnen ein. Im Pressegespräch am 8. April
2016 appelliert Mag. Schieder an die Waldbesitzer und deren
Interessensvertretungen für ein faires Miteinander und einen
ehrlichen, sachlichen Austausch der Argumente. Deshalb wäre die
gesetzliche Öffnung der Forststraßen für RadfahrerInnen ein wichtiger
Beitrag zur Deeskalation von Konflikten zwischen wandernden und
bikenden Personen. Je größer das Mountainbike-Netz, umso geringer
wäre der Begegnungsverkehr der beiden Gruppen. Die Naturfreunde waren
und sind Anwalt der freien Zugänglichkeit des Waldes für
Erholungssuchende.

Der von Rechtsexperten ausgearbeitete Gesetzesvorschlag für die
Änderung des Forstgesetzes beinhaltet auch, eine klare Regelung für
eine Haftungsanpassung zum Schutz der Waldbesitzer. Die
Fair-Play-Regeln für RadfahrerInnen sind ein wichtiger Beitrag für
ein umweltverträgliches, sicheres und respektvolles Miteinander.

Die Naturfreunde Österreich freuen sich über den großen Zuspruch und
Unterstützungen zu ihrer Mountainbike-Initiative und sehen darin
einen wichtigen Beitrag zur Bewusstseinsbildung aller
WaldnutzerInnen.

„Bewegung in freier Natur ist ein unverzichtbares individuelles und
gesellschaftliches Bedürfnis“, stellt Naturfreunde-Vorsitzende Mag.
Andreas Schieder abschließend fest.

Die Situation bei unseren Nachbarn

Das Radfahren auf Forststraßen ist in allen Nachbarländern
Österreichs erlaubt: in Liechtenstein, in Italien, in Slowenien, in
Ungarn, in Tschechien, in Deutschland sowie in der Slowakei und in
der Schweiz.

Unterstützer der Naturfreunde-Forderung

Mittlerweile verlangen auch der Österreichische Alpenverein, der
Österreichische Touristenklub (ÖTK), das Universitätssportinstitut
Wien, der ARBÖ (Auto-, Motor- und Radfahrerbund Österreichs), der
Österreichische Radsportverband und die ASKÖ (Arbeitsgemeinschaft für
Sport und Körperkultur in Österreich) die Öffnung der Forststraßen
für RadfahrerInnen.

Mag. Thomas Jank (ARBÖ):

„Wo ein Wille, da ein Weg! Das gilt auch für die berechtigte
Forderung nach Öffnung der Forststraßen für MountainbikerInnen. Der
ARBÖ ist ein absoluter Befürworter dieser Initiative. Eine rechtliche
Lösung mit Augenmaß für die Haftungsfrage zu finden kann kein Problem
sein. Außer es handelt sich um ein vorgeschobenes Problem.“

LAbg. Günter Leikam (ASKÖ):

„Radfahren ist nicht nur ein gesunder Sport, sondern hat sich zu
einem wichtigen Faktor im Sommertourismus entwickelt. Forststraßen im
gesamten Bundesland für MountainbikerInnen zu öffnen wäre nicht nur
eine Möglichkeit für Tourismusregionen, sondern auch ein positives
Signal für alle einheimischen Sportbegeisterten. Denn die Natur ist
für alle da!“

Wolfgang Krainer (Nock-Bike):

„Radfahren erlebt weltweit einen Boom. In den Bergregionen ist das
Mountainbiken nicht mehr wegzudenken. Moutainbiken ist mittlerweile
in allen Varianten ein Bergsport wie jeder andere auch, z. B.
Wandern, Laufen, Klettern. Niemand kann diesen Trend aufhalten, man
kann sich diesem nicht verschließen. Es geht nun darum, das Radfahren
in den Bergen in vernünftige Bahnen zu lenken. Ein wesentlicher
Bestandteil für ein umweltverträgliches und gemeinsames Miteinander
sind die Fair-Play-Regeln für RadfahrerInnen. Weiters sollten
Waldwege und Trails einer vertraglich abgesicherten Genehmigung
unterliegen. Es gilt, die Rechte der GrundstücksbesitzerInnen und
anderer BenutzerInnen des Freiraums Natur zu wahren; die
Bewirtschaftung der land- und forstwirtschaftlichen Flächen durch den
Eigentümer soll gewährleistet und nicht eingeschränkt sein.“

Alex Gehbauer (Staatsmeister im Querfeldein-MTB, Olympiateilnehmer):

„Mountainbiker verhalten sich als naturverbundene Menschen
grundsätzlich sehr naturschonend und respektvoll gegenüber der
Tierwelt. Durch ihre Sportausübung tragen sie aktiv zum Umweltschutz
bei. Und bezüglich der Ängste des Miteinanders zwischen Wanderern und
Mountainbikern sollte man in andere Länder schauen: Als
professioneller Biker, der sich sehr oft in Italien, Frankreich und
in der Schweiz aufhält, kann ich nur sagen, dass es dort eine sehr
friedliche Koexistenz gibt. Ich bin überzeugt, dass wir das in
Österreich auch schaffen können!“

Aktionstage am 8. und 9. April 2016

Die Naturfreunde machen mobil: Am 8. und 9. April 2016 finden in ganz
Österreich die Aktionstage „Freie Fahrt für RadfahrerInnen auf
Forststraßen“ statt, mit denen die Naturfreunde zu Beginn der
Radsaison auf ihre Forderung aufmerksam machen wollen.

Bitte unterstützen auch Sie die Unterschriftenaktion der Naturfreunde
Österreich für die Öffnung der Forststraßen:
www.naturfreunde.at/freie-fahrt

Fair-Play-Regeln

Die Fair-Play-Regeln für RadfahrerInnen sind ein wesentlicher
Bestandteil für ein umweltverträgliches, sicheres und respektvolles
Miteinander.

1. SELBSTVERANTWORTLICHES HANDELN IST VORAUSSETZUNG

Sport und Bewegung in der Natur erfordern ein hohes Maß an
Selbstverantwortung. Bereite dich dementsprechend auf deine Tour vor!

2. HINTERLASSE KEINE SPUREN!

Fair Play für Natur und Mensch: Wir sind Gast in der Natur!
Respektvolles Verhalten ist Voraussetzung für jede Erholungsnutzung
im Wald.

3. FUSSGÄNGER(INNEN) HABEN VORRANG!

Freundlichkeit siegt! Gegenseitiger Respekt und Akzeptanz sind
Grundlage für ein friedvolles Miteinander! Alle wollen sich gefahrlos
bewegen und Erholung finden. Daher sich rechtzeitig und
rücksichtsvoll bemerkbar machen, das Tempo verringern, Abstand halten
und in der Gruppe hintereinander fahren. Kinder verdienen besondere
Rücksicht.

4. AUF DEN GENEHMIGTEN WEGEN/FORSTSTRASSEN BLEIBEN!

Verwechsle Fahrspaß nicht mit Grenzenlosigkeit! Fahre nicht
querfeldein, du schädigst damit Natur und Umwelt! Befolge offiziell
ausgewiesene Wegsperrungen!

5. NIMM RÜCKSICHT AUF DIE NATUR!

Schenke dem Lebensraum Wald und seinen Bewohnern den notwendigen
Respekt und halte dich an Jagd- und Forstsperren! Weidegatter nach
dem Passieren schließen! Fahre bodenschonend und nur bei Tageslicht!

6. HALTE DEIN RAD UNTER KONTROLLE!

Passe deine Geschwindigkeit und Fahrweise der jeweiligen Situation an
 zu deiner eigenen Sicherheit sowie der deiner Mitmenschen und der
Tiere.
Fahre auf Sicht! Vor allem in nicht bzw. schlecht einsehbaren
Passagen kannst du unvermutet auf FußgängerInnen oder Forstfahrzeuge
und Maschinen treffen.

Kontrolliere dein Rad regelmäßig, trage eine Schutzausrüstung (Helm)
und führe ein Erste-Hilfe-Set mit! Leiste im Notfall Erste Hilfe
(Notruf: 112)!

Facts über die Naturfreunde Österreich

„Wir leben Natur“

Unter diesem Motto laden die Naturfreunde Österreich natur- und
bergbegeisterte Menschen ein, die Schönheiten der Natur zu erleben,
Sport zu betreiben und sich aktiv am Umweltschutz zu beteiligen. Mit
460 Ortsgruppen und rund 153.000 Mitgliedern zählen die Naturfreunde
zu den bedeutendsten und mitgliederstärksten Freizeit- und
Umweltorganisationen Österreichs.

Die vielen Vorteile für Naturfreunde-Mitglieder

• Alpine Kompetenz: fundierte Ausbildungen, Kurse und Trainings in
den alpinen Ausbildungszentren, in 100 Boulder- und Kletterhallen und
im Wildwasserzentrum Wildalpen der Naturfreunde

• Sicherheit: weltweite Freizeit-Unfallversicherung (Bergungs- und
Rückholkosten, Invalidität ab 25 %) bzw. Haftpflichtversicherung

• Hüttenleben: über 30 % Ermäßigung bei Übernachtungen in über 150
Hütten der Naturfreunde und aller alpinen Vereine in Österreich

• Erlebnis: zahlreiche attraktive Angebote unserer 460 Ortsgruppen
und neun Landesorganisationen mit mehr als 4500 bestens ausgebildeten
Naturfreunde-InstruktorInnen in den Bereichen Skilauf, Tourenskilauf,
Langlauf, Snowboarden, Alpin, Hochalpin, Wandern, Klettern, Raften,
Paddeln, Mountainbiken und Orientierungslauf

• Abenteuer für Kinder und Jugendliche: Skikurse, Feriencamps,
Umweltprojekte

• Urlaub: Reiseangebote im In- und Ausland

• Umweltengagement: Aufklärungskampagnen, Umweltaktionen und Projekte

• Information: Das 4-mal jährlich erscheinende Magazin „Naturfreund“
liefert übersichtliche Tourenvorstellungen, spannende Reportagen und
einen umfassenden Serviceteil mit Beiträgen aus den Bereichen
Medizin, Recht, Sicherheit, Fitness und Umweltschutz.

Website: www.naturfreunde.at
Facebook: www.facebook.com/NaturfreundeAT
Instagram: www.instagram.com/naturfreunde_at
Twitter: www.twitter.com/naturfreundeAT
Youtube: www.youtube.com/NaturfreundeAustria

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | T35

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