- 07.04.2016, 14:13:55
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Leitl: Vor lauter Sanktionen die Visionen nicht übersehen!
Freihandelszone von Lissabon bis Wladiwostok als langfristige Vision auch für politische Problemlösungen geeignet
Utl.: Freihandelszone von Lissabon bis Wladiwostok als langfristige
Vision auch für politische Problemlösungen geeignet =
Wien (OTS) - Freihandel in Richtung Westen über den Atlantik wird
schon lange diskutiert und mittlerweile auch zwischen der EU und den
USA bzw. Kanada verhandelt. „Vergessen wird aber in dieser Diskussion
Afrika und unser direkter Nachbar im Osten, Russland“, betont
Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).
Leitl: „Gerade im Sinne einer aktiven Handelspolitik, dem
Vorantreiben von Liberalisierung und dem Abbau protektionistischer
Maßnahmen müssen wir auch nach Osten schauen und das langfristige
Ziel sollte eine Freihandelszone von Lissabon bis Wladiwostok sein.
Diese Idee wurde in der Vergangenheit auch von der deutschen
Kanzlerin Merkel, aber auch vom russischen Präsidenten Putin selbst
angesprochen. Heute sehen wir nur die Sanktionen und vergessen die
Visionen“, so Leitl.
Eine solche Freihandelszone in einem Markt mit rund 700 Millionen
Einwohnern wäre für alle Teilnehmer vorteilhaft und würde Europa und
Russland im globalen Wettbewerb entscheidend stärken. „Russland mit
seinen Rohstoffen und Europa mit seinem Know-how würden einander
perfekt ergänzen. Putin hat mich gestern motiviert, mich in meinen
europäischen Funktionen dafür einzusetzen, diesen Gedanken ernsthaft
weiterzuverfolgen“, so Leitl. Gemeinsame wirtschaftliche Aktivitäten
schaffen Vertrauen und damit könnten auch die Voraussetzungen besser
werden, dass man sich nicht voneinander abgrenzt, sondern annähert
und in einen Dialog kommt, der die derzeitigen Sanktionen im
beidseitigen Interesse so rasch als möglich beendet und damit zu
Stabilität und Frieden einen Beitrag leistet.
Ein Freihandelsabkommen könnte auch das Reformtempo in Russland
beschleunigen, etwa hinsichtlich fairen Wettbewerbs oder dem Schutz
geistiger Eigentumsrechte. Dadurch würde Russland seinen Ruf als
verlässlicher und vertrauenswürdiger Handelspartner stärken, mit
positiven Effekten bei Investitionen und Wachstum. „Für
österreichische Unternehmen würden sich durch Wegfall von Zöllen, die
Vereinheitlichung von Normen und Standards sowie den Abbau von
Visa-Schranken noch bessere Chancen beim Export ergeben“, so Leitl
abschließend. (PWK249/BS)
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