• 06.04.2016, 11:05:31
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NEUAUFSTELLUNG MAK-Schausammlung ASIEN. China – Japan – Korea

Tadashi Kawamata mit erneuter spektakulärer künstlerischer Intervention

Fragmente eines Frieses, Prozession von 87
himmlischen Wesen Wandmalerei, China, Yuan-Dynastie (1260–1368)

Utl.: Tadashi Kawamata mit erneuter spektakulärer künstlerischer
Intervention =

Wien (OTS) - "Ich glaube nicht an das Permanente, an das Ewige,
daran, dass alles so bleiben muss, wie es ist. Eine Ausstellung muss
‚beweglich‘ bleiben, man muss die Objekte immer wieder austauschen",
so die Überzeugung von Tadashi Kawamata, der 2014 mit der
grundlegenden künstlerischen Neukonzeption der MAK-Schausammlung
"ASIEN. China – Japan – Korea" betraut wurde. Diesem künstlerischen
Credo folgend, nimmt Kawamata, wie von Beginn an vorgesehen, einen
erneuten Eingriff in die spektakuläre Gestaltung der
MAK-Schausammlung vor. Der renommierte japanische Künstler „befreit“
die Kunstwerke aus der Vitrine und öffnet einen völlig neuen Blick
auf die Objekte. Kawamatas 2014 entworfene raumhohe Vitrinen aus
ungehobeltem Holz werden zu einem überraschend neuen Raumerlebnis
rearrangiert. Eingebettet in diese erneute Neuaufstellung wechselt ab
10. Mai 2016 auch die kuratorische Perspektive auf die Kunst und die
Kulturen Ostasiens sowie den Einfluss der asiatischen Kunst auf den
europäischen Raum.

Kawamatas Arbeit verändert nicht nur die Rezeption durch die
MuseumsbesucherInnen, die Absage an die klassische Präsentation
eröffnet auch dem Kurator ungewohnte Möglichkeiten für die
inhaltliche Neuaufstellung der MAK-Schausammlung Asien. Malereien und
grafische Arbeiten bilden die Zentren für die Gruppierung der
großteils neu ausgewählten Exponate und lassen interdisziplinäre,
inhaltliche Vergleiche zu.

Unmittelbar beim Eintritt in den Schausaal wird der Blick auf vier
historisch bedeutsame, in der stilistischen und thematischen
Nachfolge der Kunst der Tang-Zeit (618–907) stehende Malereien aus
dem 13.–14. Jahrhundert gelenkt, die gemeinsam mit Keramiken und
Lackarbeiten von der Tang- bis zur Yuan- Zeit (7.–14. Jahrhundert)
präsentiert werden. Das dichte Arrangement zeigt auf, wie die
Tradition der "Drei Farben/sancai" disziplinenübergreifend bis ins
14. Jahrhundert hineinwirkte. Der chinesische Begriff "sancai"
bezeichnet mehrfarbige Glasuren, wobei die Farben Grün, Braun-Orange
und Beige vorherrschen. Oft kommt Kobaltblau als vierte Farbe dazu.
Diese einfache farbige Gestaltung von Keramiken wurde während der
Tang-Zeit entwickelt, die Bleiglasuren machen die Tonstücke haltbarer
und wasserundurchlässig. "Sancai"-Keramiken wurden schon in der
Tang-Zeit nach Zentral- und Westasien exportiert und beeinflussten
Technik und Gestaltung der Keramiken in islamischen Ländern und in
der Folge auch die spätmittelalterliche Keramik in Europa.

Im Zentrum des Raumes richtet sich die Aufmerksamkeit auf chinesische
Objekte aus der Ming- und Qing-Periode (14.–20. Jahrhundert), die
neben einer großformatigen Seidenmalerei im tibetischen Stil
präsentiert werden. Die Malerei entstand für die Gast-Residenz des 6.
Panchen Lama Lozang Palden Yeshe (1738–1780) in Chengde, der
kaiserlichen Sommerresidenz. Der Qianlong-Kaiser (1711–1799) lud den
Panchen Lama zu seinem 70. Geburtstag in die Residenzstadt ein und
beauftragte aus diesem Anlass die Hofwerkstätten mit der Anfertigung
großformatiger Gemälde. Wie auch in den kunstgewerblichen Objekten
dieser Zeit ist in den Malereien ein Stilmix aus chinesischen und
europäischen Elementen erkennbar.

Im Fokus der dritten Objektgruppe stehen Arbeiten, die zu den
"Gründungsobjekten" der 25 000 Werke umfassenden Asien-Sammlung des
MAK gehören. Gezeigt werden jene Objekte, mit denen Japan an der
Wiener Weltausstellung 1873 teilnahm. Sie gingen im Anschluss daran
in die MAK-Sammlung über und haben aus westlicher Sicht das
künstlerische und ästhetische Bild von Ostasien nachhaltig geprägt.
Ein großformatiges Stillleben von Watanabe Kai (1835–1887) zeigt den
Scheideweg in der Kunst Japans nach dem Ende des Feudalstaates des
Tokugawa-Shogunats (1603–1868). Die Entscheidung zwischen Tradition
und Hinwendung zur westlichen Kunst war noch offen, in diesem Bild
"schweben" räumlich gemalte Früchte vor neutral goldenem Hintergrund.

Eine Gegenüberstellung von Porzellanen aus Japan und Europa wird mit
dem Sichtfenster geschaffen, das die Räumlichkeiten der
MAK-Schausammlung Asien und der 1993 von Donald Judd (1928–1994)
gestalteten MAK-Schausammlung Barock Rokoko Klassizismus verbindet.
Es dient als Vitrine für japanische Porzellane im Kakiemon-Stil aus
dem 17. und 18. Jahrhundert und Porzellane aus der Wiener
Porzellanmanufaktur (ab 1718) und gibt den Blick auf das bekannte
"Dubsky-Zimmer" (ab 1725) frei. Das Porzellanzimmer aus dem Brünner
Palais Dubsky ist ein herausragendes Beispiel für die ab 1719 in Wien
einsetzende Porzellanproduktion.

Tadashi Kawamata (geb. 1953 in Mikasa, Japan, lebt und arbeitet in
Tokio und Paris) erweckte bereits mit 28 Jahren im Zuge seiner
Teilnahme an der 55. Biennale di Venezia Aufmerksamkeit, als er den
japanischen Pavillon mithilfe einer Holzkonstruktion in die Giardini
erweiterte. Er ist regelmäßig bei internationalen Ausstellungen
vertreten, wie etwa 1987 und 1992 bei der documenta in Kassel.
Kawamata war künstlerischer Leiter der Yokohama Triennale 2005, der
größten zeitgenössischen Kunstausstellung Japans. Seit 2005 lehrt er
an der École nationale supérieure des beaux-arts de Paris (Staatliche
Hochschule der Schönen Künste Paris).

Bildmaterial zur Neuaufstellung der MAK-Schausammlung Asien steht
unter MAK.at/presse zum Download bereit.

PRESSEDATEN

Pressekonferenz: Dienstag, 10. Mai 2016, 10:30 Uhr
Eröffnung: Dienstag, 10. Mai 2016, 19:00 Uhr
Ausstellungsort MAK-Schausammlung Asien, MAK, Stubenring 5, 1010 Wien
Ausstellungsdauer: permanent 
Öffnungszeiten: Di 10:00–22:00 Uhr, Mi–So 10:00–18:00 Uhr
Jeden Dienstag: 18:00–22:00 Uhr Eintritt frei
Kurator: Johannes Wieninger, Kustode MAK-Sammlung Asien
Künstlerische Gestaltung: Tadashi Kawamata
MAK-Eintritt: € 9,90 / ermäßigt € 7,50 / Familienkarte € 13 / 
Eintritt frei für Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | MAK

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