• 31.03.2016, 09:43:08
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VIRUS zu Asfinag: Auch bei S8 Planung im "Familienbetrieb"

Wien (OTS) - Auf schlechte Optik bei der Vergabe von
Planungsaufträgen durch die Autobahnbaugesellschaft verweist Wolfgang
Rehm von der Umweltorganisation VIRUS. "Verwandtschaftliche Bande
zwischen der Geschäftsführung der Asfinag Baumagement Gmbh und
Beauftragten sorgten schon vor geraumer Zeit für Schlagzeilen.
Offensichtlich hat sich hier bisher nichts geändert und treten die
Beteiligten auch bei der S8-Marchfeldschnellstraße wieder in
Vollbesetzung an. Das sieht für mich aus wie ein Familienbetrieb".

Wie VIRUS betont, sorgte bereits 2008 das Nachrichtenmagazin "profil"
mit Recherchen im Asfinag-Biotop für Aufsehen. Es hatte darauf
hingewiesen, dass das Ziviltechnikerbüro Dr. Kofler mit der Asfinag
Bau-Management GesmbH gut im Geschäft sei, auf der Referenzliste
waren gleich 11 Asfinag Projekte ausgewiesen. Die Besonderheit dabei:
Dr. Hugo Kofler ist Schwiegervater von DI Alexander Walcher dem
Geschäftsführer der Asfinag BMG. Die Autobahnbauer rechtfertigten
sich zwar mit der öffentlichen Ausschreibung, der Profil-Redakteur
wies jedoch auf die ungünstige Optik hin, und auf den Umstand, dass
der Beginn der Auftragswelle erst startete, als Walcher die
Geschäftsführung der BMG übernahm, es sei also eine unübersehbare
zeitliche Korrelation festzustellen gewesen.

"An dieser schon damals für Kritik sorgenden Situation hat sich
offenbar bis heute nichts geändert" so Rehm. Von Profil nicht
beleuchtet: Dr. Koflers Tochter, damals Lebensgefährtin, mittlerweile
Ehefrau Walchers sei langjährig für das Ziviltechnikerbüro Beitl
tätig, und dieses Büro bei zahlreichen Neubauprojekten der letzten
Jahre, darunter neben S8 auch bei der S1, A5-Nord und A26 unter
anderem mit der Umweltkoordination beauftragt gewesen. "Wären
Ziviltechniker unter diesen Umständen als Behördengutachter bestellt,
müssten sie zumindest im Fall Dr. Kofler wegen Befangenheit sofort
aus ihrer Funktion ausscheiden bzw. dürften diese gar nicht erst
antreten", erläutert Rehm. So bleibe zunächst die schlechte Optik.
Nachdem die von den Planern ausgearbeitete umfangreiche
Umweltverträglichkeitserklärung aber die Grundlage für die
Beurteilung durch die Behördengutachter darstelle und jene nicht mit
derselben Bearbeitungstiefe an das Projekt herangehen könnten, wie
die Planerseite, sei die Art und Weise der Planung nicht ohne
Einfluss auf das Ergebnis der Genehmigungsverfahren. "Nun ist es
nicht so dass die in Verfahren von uns immer wieder aufgefundenen
Planungsmängel lediglich die genannten Büros betreffen würden.
Aktuell geht es aber jedenfalls um die S8-Marchfeldschnellstraße, die
ist wegen des Vogelschutzgebietes "Sandboden-Praterterrasse"
besonders naturschutzrelevant und hier sind neben dem quasi
Fixstarter ZT Beitl auch das Büro Kofler wieder dabei", so Rehm. Die
Bearbeitungen zur geschützten Vogelart Triel seien jedenfalls
fragwürdig und böten in hohem Maße Anlass zu Kritik. "Ich denke diese
Konstellation sollte noch einmal genauer unter die Lupe genommen
werden, sie schaut jedenfalls sehr ungut aus" so Rehm abschließend.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | VIR

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