Lebensversicherungen: VKI startet Sammelaktion

Verträge ab 1994 betroffen, Anmeldungen ab sofort unter verbraucherrecht.at

Wien (OTS/VKI) - Viele Konsumentinnen und Konsumenten, die in der Vergangenheit eine Lebensversicherung abgeschlossen haben, wurden entweder gar nicht oder falsch über ihr Rücktrittsrecht informiert. Das bestätigte vor kurzem eine stichprobenartige Erhebung des Vereins für Konsumenteninformation (VKI). Nach einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofes (OGH) steht den Betroffenen damit ein unbefristetes Rücktrittsrecht zu. Der VKI startet nun eine Sammelaktion und bietet Konsumentinnen und Konsumenten die Möglichkeit, ihre Polizze gegen einen Kostenbeitrag prüfen zu lassen. Informationen zur Anmeldung gibt es online unter www.verbraucherrecht.at.

Betroffen sind Lebensversicherungen, die ab dem 1.1.1994 abgeschlossen wurden. Bei rund der Hälfte der Verträge, die der VKI bereits geprüft hat, wurden Mängel bei der Rücktrittsbelehrung festgestellt. „Nach dem entsprechenden OGH-Urteil ist eine fehlerhafte Rücktrittsbelehrung so zu behandeln, als hätte gar keine Belehrung stattgefunden“, erklärt VKI-Juristin Mag. Ulrike Wolf. „Den Betroffenen steht daher ein unbefristetes Rücktrittsrecht zu. Das bedeutet aus unserer Sicht, dass Kundinnen und Kunden bei einer Rückabwicklung alle eingezahlten Beiträge inklusive Abschluss- und Verwaltungskosten sowie Zinsen von den Versicherungsunternehmen zurückerhalten müssen.“

Sammelaktion: Wer kann teilnehmen?

Die VKI-Sammelaktion richtet sich an alle Verbraucherinnen und Verbraucher, die nach dem 1.1.1994 eine Lebensversicherung abgeschlossen haben und deren Wohnsitz zu diesem Zeitpunkt in Österreich lag. Das betrifft auch bereits abgelaufene Verträge. Insbesondere richtet sich die Aktion an Inhaber einer fondsgebundenen Lebensversicherung, wie sie häufig als Tilgungsträger für Fremdwährungskredite eingesetzt wurde. „Wenn eine fondsgebundene Lebensversicherung stark an Wert verloren hat, können sich die Verluste bei einem Rücktritt massiv reduzieren“, so VKI-Expertin Wolf.

Anmeldungen zur Sammelaktion sind gegen einen Kostenbeitrag von 95 Euro ab sofort unter www.verbraucherrecht.at möglich. Nach der Anmeldung prüft der VKI im Einzelfall, ob eine unvollständige oder fehlerhafte Rücktrittsbelehrung vorliegt und ob eine Rückabwicklung wirtschaftlich sinnvoll ist. In jenen Fällen, in denen ein Rücktritt empfehlenswert ist, wird der VKI bei den jeweiligen Versicherungsunternehmen intervenieren. Lässt sich auf diesem Weg keine Einigung erzielen, sind mit Unterstützung eines Prozessfinanzierers auch Sammelklagen möglich.

SERVICE: Alle Informationen zur Aktion und einen Online-Fragebogen für Interessenten gibt es online unter www.verbraucherrecht.at.

Rückfragen & Kontakt:

Verein für Konsumenteninformation
Mag. Andrea Morawetz
Öffentlichkeitsarbeit
01 / 58877 - 256
www.verbraucherrecht.at

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