- 22.03.2016, 12:00:48
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Die Hälfte der Lebensmittelabfälle ist vermeidbar
WWF und MUTTER ERDE präsentieren neuen Lagebericht zur Gesamtabschätzung der Lebensmittelabfälle in Österreich entlang der Wertschöpfungskette
Utl.: WWF und MUTTER ERDE präsentieren neuen Lagebericht zur
Gesamtabschätzung der Lebensmittelabfälle in Österreich
entlang der Wertschöpfungskette =
Wien (OTS) - 22. März 2016 – Rund 760.000 Tonnen Lebensmittelabfälle
und -verluste fallen jedes Jahr in Österreich entlang der
Wertschöpfungskette an, Landwirtschaft und Produktion noch
ausgenommen. Zu diesem Ergebnis kommt der heute Dienstag von WWF und
MUTTER ERDE präsentierte Lagebericht des Österreichischen
Ökologie-Instituts. Besonders tragisch: davon gilt die Hälfte als
potentiell vermeidbar. Aufrüttelnd sind auch die Ergebnisse zum
Zustand der entsorgten Lebensmittel: Im Restmüll finden sich ca. zehn
Prozent originalverpackte oder nur teilweise verbrauchte Produkte.
Diese Mengen an weggeworfenen Produkten haben nicht nur enorme
Auswirkungen auf die Umwelt, sondern sind auch finanziell gesehen
bedenklich. Durch die vermeidbaren Lebensmittelabfälle beispielsweise
bei Restaurant- und Kantinenbesuchen könnten österreichweit insgesamt
ca. 380 Millionen Euro pro Jahr eingespart werden.
„Unsere berechneten Gesamt-Lebensmittelabfälle sind als erster
Richtwert zu sehen. Die 760.000 Tonnen decken nur die Bereiche ab, zu
denen Daten verfügbar sind. Man kann also davon ausgehen, dass noch
beträchtliche Mengen hinzukommen“, erklärt Christian Pladerer vom
Österreichischen Ökologie-Institut. Landwirtschaft und Produktion
konnten aufgrund fehlender Daten nämlich nicht miteinberechnet
werden. Hinweise aus anderen Ländern lassen jedoch auf eine nicht
vernachlässigbare Lebensmittelabfallmenge in diesen Sektoren
schließen. Für die Produktion ist eine Studie in Arbeit, die auf
Gesamtösterreich hochrechenbare Zahlen liefern wird. Für den Bereich
Landwirtschaft sind derzeit keine Datenerhebungen geplant.
Die Studienautoren orten insgesamt großen Handlungsbedarf, wenn es um
das Vermeiden von Lebensmittelabfällen und –verlusten geht:
Alle Akteure sind gefordert. „Wie sollen wir das gesamteuropäische
Reduktionsziel – die Halbierung der Lebensmittelabfälle bis 2030 –
erreichen, wenn wir nicht wissen, wo wir stehen? Wir brauchen
transparente Daten und verbindliche Maßnahmen.“, gibt Friederike
Klein, Referentin für Nachhaltige Ernährung, WWF Österreich, zu
bedenken. Darum müssen klare politische Zuständigkeiten – etwa in
Form einer einzig verantwortlichen Koordinierungsstelle,
verbindlicher Maßnahmen und Reduktionsziele für alle betroffenen
Akteure entlang der Wertschöpfungskette und transparenter Daten sowie
Zielüberprüfungen, dringend beschlossen werden. Konsumentinnen und
Konsumenten können die Forderungen des WWF unterstützen, in dem sie
mit ihrer Unterschrift ein klares Zeichen gegen
Lebensmittelverschwendung setzen und die Petition unter
www.wwf.at/essen-ist-kein-mist unterzeichnen.
Aber auch im ganz persönlichen Lebensbereich kann jeder und jede
Einzelne einen wertvollen Beitrag leisten. Die richtige Lagerung von
Lebensmitteln, eine gute Einkaufsplanung oder das Mitnehmen von
Übriggebliebenem nach einem Restaurantbesuch, sind einfache Tipps,
die leicht zu beherzigen sind. Hildegard Aichberger,
Geschäftsführerin der Initiative MUTTER ERDE, appelliert an die
Konsumentinnen und Konsumenten: „Lebensmittel sind zu wertvoll um im
Müll zu landen. Obwohl das Mindesthaltbarkeitsdatum nichts anderes
ist als eine Garantieerklärung des Herstellers etwa wie die Garantie
bei einem Elektrogerät, werden viele einwandfreie Lebensmittel allein
aus dem Grund der Überschreitung dieses Datums weggeworfen. Dabei
wären sie – bei richtiger Lagerung – oft viel länger genießbar.“
Aktuelle Informationen zu den im Rahmen des MUTTER ERDE-Schwerpunkts
stattfindenden Aktivitäten und eine umfassende Lebensmitteldatenbank
mit Tipps zum richtigen Umgang mit Lebensmittel finden sich unter
www.muttererde.at.
Fotos finden Sie ab ca. 13.00 unter www.wwf.at/presse und
www.muttererde.at/presse zum Download.
WWF
Der Verein World Wide Fund For Nature (WWF) ist eine der größten und
profiliertesten Naturschutzorganisationen der Welt und in mehr als
100 Ländern aktiv. Weltweit unterstützen ihn über fünf Millionen
Förderer. Der WWF will der weltweiten Naturzerstörung Einhalt
gebieten und eine Zukunft gestalten, in der Mensch und Natur in
Harmonie leben. Das Ziel des WWF ist es daher, die biologische
Vielfalt der Erde zu bewahren, die naturverträgliche Nutzung
erneuerbarer Ressourcen voranzutreiben und Umweltverschmutzung und
die Verschwendung von Naturgütern zu verhindern.
MUTTER ERDE
Die Initiative MUTTER ERDE wurde 2014 ins Leben gerufen. Sie wird vom
Verein „Umweltinitiative Wir für die Welt“ getragen, das sind der
ORF, Greenpeace, GLOBAL 2000, WWF, Naturfreunde, VCÖ, Alpenverein,
Naturschutzbund und Birdlife. Gemeinsames Ziel ist es, Nachhaltigkeit
zum Thema zu machen, zu informieren und Spenden für
Umweltschutzprojekte zu sammeln. Wie bereits 2015 wird MUTTER ERDE
von der Kronen Zeitung, easybank und Tchibo/Eduscho unterstützt.
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