- 14.03.2016, 11:00:01
- /
- OTS0072 OTW0072
Zuerst Preisanstiege aufgrund von Zusammenschlüssen – dann Preissenkungen durch neue Mobilfunkanbieter
BWB und RTR präsentieren Endberichte der Telekom-Branchenuntersuchung
Utl.: BWB und RTR präsentieren Endberichte der
Telekom-Branchenuntersuchung =
Wien (OTS) - Heute haben die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) und die
Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR) zwei Berichte
veröffentlicht, die die Auswirkungen des Zusammenschlusses der
Mobilfunkbetreiber Hutchison 3G Austria und Orange Austria
untersuchen. Die Fusion wurde im Dezember 2012 von der Europäischen
Kommission mit Auflagen freigegeben. In einer verbundenen Transaktion
verkaufte Hutchison 3G Austria die Orange-Tochter "Yesss!" an den
Marktführer A1 Telekom Austria. Der Zusammenschluss wurde im November
2012 ohne Auflagen vom österreichischen Kartellgericht freigegeben.
Die BWB hat sich in beiden Verfahren gegen eine Freigabe
ausgesprochen, da negative Effekte auf den Wettbewerb befürchtet
wurden. Auch die RTR stand den Übernahmen sehr kritisch gegenüber.
Beide Studien analysieren die Effekte des Mergers in den zwei
Jahren nach dem Zusammenschluss, also 2013 und 2014. Dies ist der
Zeitraum, bevor es zu neuen Markteintritten durch virtuelle
Netzbetreiber (MVNOs) kam. Während die Studie der BWB den Effekt auf
Bestandskunden misst, konzentriert sich die Analyse der RTR auf die
Preise für Neukunden. In beiden Studien werden die tatsächlichen
Preisentwicklungen mit den basierend auf ökonometrischen Schätzungen
vorhergesagten Entwicklungen ohne die Fusion verglichen.
Beide Berichte kommen zum Schluss, dass es durch den
Zusammenschluss bis Ende 2014 zu signifikanten Preissteigerungen
gekommen ist. Die von der BWB berechneten durchschnittlichen
Preiserhöhungen für Bestandskunden lagen im Bereich von 14−20 %. Im
Prepaid-Segment lagen die Preiserhöhungen bei 20–30 %, im
Postpaid-Segment bei 13−17 %. Die von der RTR berechnete Erhöhung der
Preise für Neukunden in den Jahren 2013 und 2014 liegt bei 50−90 %
für einen durchschnittlichen Smartphone-Nutzer und bei 22−31 % für
durchschnittliche traditionelle Nutzer (ohne Nutzung von mobilen
Datendiensten).
Im Laufe des Jahres 2015 ist es zu mehreren Markteintritten von
virtuellen Netzbetreibern gekommen. Die neuen Markteintritte wurden
durch ein gestiegenes Preisbewusstsein der Konsumentinnen und
Konsumenten begünstigt, was nicht zuletzt auf die umfangreichen
Aktivitäten der BWB, der RTR und der Arbeiterkammer zurückzuführen
ist. Weiters hat die RTR Maßnahmen ergriffen (z.B. Absenkung der
Kosten für Rufnummernportierung), die den Kunden den Wechsel zu
günstigen Angeboten neuer Betreiber erleichtern. Aufgrund der
Angebote der neuen Betreiber, sowie der Reaktionen der etablierten
Unternehmen, weisen die Preise seither wieder eine fallende Tendenz
auf. Dies zeigt sich auch im Mobilpreisindex der RTR. Der Wettbewerb
hat sich somit wieder intensiviert.
Dennoch liegen die Endkundenpreise teilweise nach wie vor über dem
Preisniveau vor dem Zusammenschluss. Auch muss sich erst zeigen, wie
nachhaltig der durch virtuelle Netzbetreiber induzierte Wettbewerb
langfristig ist. Der Mobilfunkmarkt wird daher auch in Zukunft von
den Behörden genau beobachtet werden.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | TCO






