• 14.03.2016, 10:41:14
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Finanzausgleich entscheidet über die Leistungsfähigkeit der Pflichtschulen

Offener Brief der FSG PflichtschullehrerInnen an den Bundesminister für Finanzen und die Landeshauptleute

Utl.: Offener Brief der FSG PflichtschullehrerInnen an den
Bundesminister für Finanzen und die Landeshauptleute =

Wien (OTS) -

Sehr geehrte Herr Bundesminister!
Sehr geehrte Landeshauptmänner!

Mit dem morgigen Tag begeben Sie sich in die entscheidende Phase der
Finanzausgleichsverhandlungen zwischen Bund und Ländern. Viele
Lehrer/innen an den Pflichtschulen fragen sich , ob Ihnen bewusst
ist, dass Sie mit Ihren finanziellen Entscheidungen die Weichen für
die Zukunft unserer Schüler/innen stellen. Da sich in unserem Land
keine politische Mehrheit für eine pädagogisch sinnvolle
Durchmischung von Kindern bildungsferner und bildungsnaher Familien
findet, die Politik somit Synergie- und Peereffekte als Ressourcen
ungenützt ausschließt, können nur die Lehrer/innen Kompensation
leisten. Es reicht jedoch nicht, diese politisch dafür verantwortlich
zu machen, ohne ihnen für Individualisierung und sonderpädagogische
Förderung die Ressourcen und den qualifizierten Support zur Verfügung
zu stellen. Integration von Kindern mit besonderen Bedürfnissen per
Gesetz zu wünschen, aber die Lehrerdienstposten bei 2,7 % der
Schülerpopulation zu deckeln, selbst wenn der Bedarf um bis zu 100 %
höher ist, ist ein Fehler des letzten Finanzausgleichs gewesen, unter
dem die Pflichtschule seit über einem Jahrzehnt leidet.

Wenn am Ende der laufenden Verhandlungen wieder keine bedarfsgerechte
Ressourcenzuteilung steht und die Schulen mit statistischen und
organisatorischen Maßnahmen den Förderbedarf zuungunsten der Kinder
zurecht biegen sollen, wird die Politik der Wohnbauförderung und dem
Straßenverkehr wieder den Vorzug gegeben haben. OECD-Berechnungen zu
Folge kostet jedes Kind mit negativen Abschlüssen dem Staat 1,8 Mio
Euro.

Wer sich morgen Spitalsbetten und einen sozialen Wohnbau leisten
will, muss heute in die Zukunft und somit in die Bildung unserer
Kinder mehr investieren. Die Herausforderungen an die Schule steigen
im selben Ausmaß, wie die Veränderungen am Arbeitsmarkt und in der
Gesellschaft dem sozialen Konsens in unserem Land zusetzen.

In großer Hoffnung für unsere Jugend

MMag. Dr. Thomas Bulant
Bundesvorsitzender der FSG PflichtschullehrerInnen
und NMS-Lehrer in Wien Favoriten

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